Hübsch, Heinrich
Bauwerke: Text zum ersten und zweiten Heft — Karlsruhe und Baden, 1838

Page: 53
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eine De'cÄe vorhanden ist und dass sich also die Uinkantungs-Puncte bei einem nach entgegen-
gesetzter Richtung erfolgenden Einsturz immer auf die andere Seite der Dicke versetzen. Auch
wirkt bei dem nach innen erfolgenden Einsturz des Widerlagers Fig. V. nur das Gewicht des
senkrechten Theiles, aber CI verhält sich passiv.

Schlüsslich füge ich noch bei, dass die Stabilität jeder Mauer eben so gut, wie diejenige
eines Gewölbes durch meine Methode bestimmt werden kann. Man stelle z. B. den Quer-
Durchschnitt einer gleich dicken Mauer Fig. XI. verkehrt auf, und hänge auf der Boden-
Linie (Fundament-Sohle) bei A, wo die umfallende
Mauer sich umkanten würde, ein Stück Kette oder
gleich beschwerte Schnur auf, welches so lang, als
die Mauer hoch ist. Ferner befestige man bei C —
nämlich gerade F gegenüber, wo die Mauer einen nach
D strebenden Seiten-Schub aushalten soll — eine
Rolle und hänge darüber einen an die Kette bei F
befestigten Faden, welcher bei E Gewichte aufneh-
men kann. Wenn nun die Gewichte bei E so ver-
mehrt worden sind^ dass durch ihren Zug das Ket-
ten-Stück die Lage AFG annimmt, undFdeninnern
Contour der Mauer erreicht: so verhält sich die Last
E zum Gewichte des Ketten-Stücks A 6?, wie die
Kraft, welche die Mauer A B umwerfen wird, zum wirklichen Gewichte der Mauer.

Hiernach kann leicht rückwärts für jeden speciellen Fall die erfoderliche Stärke, so wie
auch — unter Anwendung einer verschieden beschwerten Schnur und mehrerer an verschie-
denen Stellen befestigter Fäden — die vortheilhafteste Form für jede Mauer bestimmt werden,
was ich hier weiter auszuführen unterlasse.

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DIE KATHOLISCHE KIRCHE ZU BULACH

wurde für die beiden — nur eine halbe Stunde von Carlsruhe entfernten und mit einander zusam-
menhängenden — Dörfer Bulach und Beyertheim im Jahr 1834 begonnen und im Jahr 1837 vol-
lendet. Die Bau-Kosten — mit Ausnahme der den Gemeinden obliegenden Material-Beifuh-
ren, der Kirchen-Stühle und Altäre — bestritt der Domainen-Fiscus, und zwar auf eine wahr-

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