Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Editor]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 10.1895

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Dümmler, Zu den griechischen Vasen von Teil Defenneh.

Hintergründe abgehoben haben wird; wie das ganze Relief zwischen schwarzblaue
Triglyphen und rote Querleisten eingespannt war, so standen die weifsen, roten und
bunten Farbenflächen im Giebel auf der blauen Wand in reichgemustertem Rahmen,
von vergoldeten Akroterien überragt:
ιδού, προς αιθερ’ έξαραλλησαι κόρας
γραπτούς (τ’ έν αιετ)οΐσιν πρόσβλεψον τύπους32
Georg Treu.

ZU DEN GRIECHISCHEN VASEN VON
TELL DEFENNEH
(Antike Denkmäler II Tafel 21)
Dank dem liebenswürdigen Entgegenkommen Mr. Murrays und seiner Herren
Assistenten konnte ich im Herbst 1891 in London die von Flinders Petrie in Teil
Defenneh gemachten griechischen Funde eingehender studieren und möchte im Fol-
genden einiges zur Ergänzung der mit anerkennenswerther Pünktlichkeit erschienenen
englischen Publicationen 1 beitragen. Eine vollständige Würdigung dieses wichtigen
Pfundes wird erst nach Sichtung und Ausstellung sämmtlicher Bruchstücke möglich
sein; 1891 befanden sich noch zahlreiche, und darunter wichtige Bruchstücke im
Depot des Museums und harrten der mühsamen Arbeit des Zusammensetzens. Ich
kann im Folgenden daher nur versuchen, einige, in der englischen Publication weni-
ger erörterte Punkte klarzustellen und für eine reichere Fülle guter Abbildungen zu
plaidieren. Die Denkmäler-Tafel sowie die neuen Abbildungen im Text sind nach

32) Nauck, Tragicorum graecorum fragm.2 Euripid.
fragm. 764. — Zweimal sind farbige Wiederher-
stellungsversuche für den olympischen Ostgiebel
unternommen worden: einmal durch Herrn Prof.
Diez im Kleinen an den Grüttnerschen Figürchen
für das Tempelmodell in der Dresdner Skulp-
turensammlung, und ein zweites Mal im Grofsen
unter Leitung von Prof. Geselschap an den er-
gänzten Abglissen und zwar für den Aufbau der
Zeustempelfront in der Berliner Jubiläumskunst-
ausstellung von 1886. Gemäfs dem mehr künst-
lerischen als archäologischen Zweck jener Ver-
suche wurde jedoch in beiden Fällen mehr von
S. 41 ff. Nr.

modern koloristischen Gesichtspunkten ausge-
gangen und man hat demgemäfs nicht genug
die Einfachheit und lediglich dekorative Wir-
kung der wenigen ungebrochenen Grundfarben
angestrebt. Dennoch wird jedem Beschauer, wie
die steigernde und schmückende, so vor allem
die verdeutlichende Wirkung der Farben vor
jenen, trotz unvermeidlicher Mängel, hoch ver-
dienstvollen Versuchen eingeleuchtet haben.
') Tanis part II. Nebesheh and Defenneh by W.
M. Flinders Petrie, Fourth memoir of the Egypt
exploration fund London 1888. Catal. of the Gr.
and Etrusc. vases II. Black fig. vas. by H.B. Walters
B. 104 ff.
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