Deutsches Archäologisches Institut [Editor]; Archäologisches Institut des Deutschen Reiches [Editor]
Jahrbuch des Deutschen Archäologischen Instituts: JdI — 10.1895

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Tsountas, Zu einigen mykenischen Streitfragen.

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Einbaus sich bestätigen sollte, dann hat der kaiserliche Garten im allgemeinen zu
allen Zeiten seine ursprüngliche Bestimmung beibehalten.
Es erübrigt noch Christian Hqelscn für die mannigfache Auskunft und Unter-
stützung, die mir durch ihn bei der Abfassung dieser Arbeit zu teil wurde, meinen
Dank öffentlich auszusprechen.
Breslau. Friedrich Marx.

ZU EINIGEN MYKENISCHEN STREITFRAGEN
Den Anlafs zu den folgenden Bemerkungen gab der im vorigen Hefte des
Jahrbuches veröffentlichte lehrreiche Aufsatz von Professor Beiger, in welchem unter
Anderem meine im Buche Μυκηναι niedergelegten Ansichten über die Bedeutung der
grofsen Rampe bei dem Plattenring am Löwenthore und über die Bedeutung des
Plattenringes selbst entweder angezweifelt oder ganz abgelehnt wurden. Neue ent-
scheidende Gründe für die Richtigkeit jener Ansichten kann ich freilich nicht bei-
bringen, aber erstens sei mir erlaubt, dieselben nochmals der Prüfung der Fach-
genossen zu unterbreiten, sodann möchte ich die Gelegenheit benutzen, um schon
jetzt auf eine neu hinzugekommene Thatsache hinzuweisen, welche, falls ich die-
selbe richtig erkläre, auch auf die uns beschäftigenden speziellen Fragen einiges
Ficht zu werfen geeignet ist. Ich beginne gleich mit ihr.

1. Zur Baugeschichte der Burg.
Die diesjährigen Ausgrabungen in Mykenae gaben Gelegenheit zu Beob-
achtungen, welche es für mich wahrscheinlich — ich möchte fast sagen sicher ·—
machen, dafs die Burg einmal an der östlichen Seite vergröfsert wurde,
und dafs mit dieser Vergröfserung auch der Bau des grofsartigen unterirdischen
Wasserganges (Μυκηναι S. 26 f.) zusammenhängt. Die Stelle, wo in älterer Zeit die
Südmauer nach Norden umbog, ist schon von Steffen durch eine Finie bezeichnet,
welche da wo die Mauer sich nach innen einzieht, beim Punkte 261.5, quer durch
dieselbe gezogen ist; Steffen hatte nämlich bemerkt, dafs die Mauer hier einen Ab-
schnitt machte, indem eine Fuge, sichtbar sowohl oben als an der Aufsenseite,
durch die ganze Dicke der Mauer ging. Die nämliche Eigenthiimlichkeit findet
man bekanntlich auch an den Mauern von Tiryns und zwar mehrmals; was aber
hier der Sache eine erhöhte Bedeutung gibt, ist der Umstand, dafs an der Innen-
seite eine Fortsetzung der Mauer nach Norden in der Richtung jener Querlinie zum
Vorschein gekommen ist, so dafs es klar wird, dafs beim Bau der Südmauer man
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