Die Kunst für alle: Malerei, Plastik, Graphik, Architektur — 6.1890-1891

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Ausstellungen, Sammlungen rc.

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Nygier, z. Z. in Krakau, 34. Bildhauer Pius Welonski, derzeit
Ram, 35. Architekt Viktor Schröter und 36. Architekt Tomischko,
beide in St. Petersburg; i) aus Norwegen: 37. Maler
Wilhelm Holter in Christiania und 38. Bildhauer A. Svor,
ebenda; ll) aus Spanien: 39. Maler Jose Benlliure y Gil,
z. Z. in Rom, 40. Maler Ramon Casas-Barcelona, 41. Maler
Jose Cusachs y Cusachs-Barcelona, 42. Maler Jose Gallegos,
z. Z. in Rom, 43. Maler Andres Parlade-Sevilla, 44. Maler
Juan Planella y Rodriguez-Barcelona, 45. Maler Luque
y Rosellü-Madrid, und 46. Bildhauer Mariano Benlliure y Gil,
z Z. in Rom; I) aus Ungarn: 47. Maler Alexander Bihari
und 48. Maler Arpäd v. Feszty, beide in Budapest, und 49.
Maler Leopold Horovitz, z. Z. in Berlin; endlich m) aus
Deutschland: 50. Maler Franz Skarbina-Berlin, 51. Maler
Carl Röchling-Berlin, 52. Maler Ernst Koerner-Martinikenselde
Berlin), 53. Maler Oskar Frenzel - Berlin, 54. Maler Viktor
Freudemann-Berlin, 55. Maler Paul Kießling-Dresden, 56.
Maler Arthur Kampf-Düsseldorf, 57. Maler Ferdinand
Brütt - Düsseldorf, 58. Maler Olof Jernberg - Düsseldorf,

59. Maler Robert Hang-Stuttgart, 60. Maler Carl Marr-
München, 6l. Maler Paul Höcker-München, 62. Maler
Gotthard Kühl-München, 63. Maler A. Laupheimer-
München, 64. Maler Orrin Peck-München, 65. Maler
Theodor Hagen-Weiniar, und 66. Maler Franz Ludwig
Otto Rasch in Weimar, ferner 67. Bildhauer Michel Lock-
Berlin, 68. Bildhauer Max Baumbach-Berlin, 69. Bild-
hauer Walter Schott-Berlin, 70. Bildhauer Heinrich Wadere-
München, 71. Kupferstecher Albert Krüger-Berlin, 72. Kupfer-
stecher Hugo Bürkner-Dresden, endlich 73. Architekt Carl Hoss-
acker-Berlin. Außerdem wurden noch eine Reihe von Ehren-
diplomen und Rappels der II. Medaille und Ehrenvolle Aner-
kennungen in fast überreicher Weise verteilt. Die Aufführung
der bezüglichen 200 Namen an dieser Stelle würde ermüden. —
Deutschland hat seiner schwachen Beteiligung entsprechend nur
wenig Auszeichnungen davongetragen. Während bei der Jubel-
Ausstellung im Jahre 1886 Deutschland 7 große und 34 kleine
Medaillen errang, kann es bei dieser internationalen Ausstellung
nur 4 große und 24 kleine Medaillen als errungen verzeichnen.
— Wie verlautet, wäre noch ein Extrakredit von 150,000 M.
von der Regierung bewilligt worden, hauptsächlich zum Zwecke
des Ankaufs von Werken ausländischer Künstler, worüber sich
der Kaiser ebenfalls die Entscheidung Vorbehalte.

^ Berlin. Vom preußischen Staate wurden auf der
Internationalen Kunstausstellung folgende Kunstwerke erworben:
L. Bazzani-Rom „Triumphbogen des Septimius Severus
in Rom"; C. L. Bokel mann-Düsseldorf „Porträt des Dichters
Klaus Groth"; Th. v. E cken b re ch er-Berlin „Naerö Fjord";
Pl. Franc es-Madrid „Der Stier kommt"; A. Normann-
Berlin „Sommernacht in den Lofoten"; Fr. Simm-München
..Duett"; A. Thiele-München „Im Hochgebirge": Robert
Warthmü ller-Berlin „Friedrich II. an der Leiche Schwerins";
E. L. Weeks-Paris „Ein Najah von Jodhpore". W-i

— Berlin. Den Mitgliedern des Vereins Berliner
Künstler ist folgende Mitteilung zugegangen: Berlin den

>>. Juli 1891. Landesausstelluugspalast. Das von der Frau
Vilnia Parlaghy gemalte Porträt des Generalfeldmarschalls
Grafen v. Moltke hat zu verschiedenen Erörterungen in den
Zeitungen Veranlassung gegeben, welche uns die Verpflichtung
auferlegen, den Herren Mitgliedern des Vereins eine aktenmäßige
Darstellung der Angelegenheit zu unterbreiten. Das Bild der
Frau Parlaghy ist erst am 16. April eingeliefert worden, nach-
dem Herrn Or. Krüger, dem Gatten derselben, auf sein Persön-
liches Gesuch bereitwilligst ein Aufschub über den programm-
mäßigen Einlieferungstennin, den 10. April, hinaus gewährt
worden war. Das Bild wurde von der Aufnahme-Jury aus
künstlerischen Gründen laut Protokoll vom 17. April abgelehnt,
und dieser Beschluß am 20. April und in einer dritten Lesung
aufrecht erhalten. Ehe diese Ablehnung der Frau Parlaghy be-
kannt gegeben war, erschien Herr Or. Krüger im Bureau der
Ausstellung und erklärte, über die würdige Aufstellung des Bildes
seiner Frau Rücksprache nehmen zu wollen. Als ihm erwidert
wurde, daß die Jury mit ihren Arbeiten noch nicht fertig sei,
erklärte Herr Or. Krüger, daß seine Gattin die große österreichische
Medaille besitze, und daher ihre Bilder doch der Beurteilung durch
die Jury nicht unterlägen. Infolge dessen wurde die Anmeldung
des Bildes, welche Herr Or. Krüger namens seiner Gattin eigen-
händig geschrieben zu haben nachträglich erklärt hat, geprüft und
in derselben die Kolonne, welche „Medaillen" der Aussteller be-
sitzt, dahin ausgefüllt gefunden: „große österreichische, päpstliche,

kleine preußische Medaille". Am 27. April, nach dem inzwischen
erfolgten Hinscheiden des Generalfeldmarschalls Grafen v. Moltke,
interpellierte Herr Or. Krüger im Ausstellungsparke nochmals
den Vorsitzenden der Ausstellungskommission darüber, ob das
Bild seiner Frau den gegenwärtigen Umständen entsprechend auch
in würdiger Weise ausgestellt werden würde. Auf die Rück-
äußerung des Vorsitzenden, daß der Ausstellungskommission die
desinitivcn Beschlüsse der Jury (welche noch an diesem und den
folgenden Tagen in Thätigkeit war) über die Annahme des
Bildes noch nicht zugegangen seien, machte Herr Or. Krüger
darauf aufmerksam, daß seine Frau die große österreichische Me-
daille vom Kaiser von Österreich habe. Nach K 6 des Programms
wäre Frau Parlaghy in diesem Falle juryfrei gewesen. Da sich
aber in den Jahresberichten der Wiener Künstlergenossenschaft der
Name der Frau Parlaghy unter den mit Medaillen Ausgezeich-
neten nicht vorfand, obgleich der Katalog der 1888er Inter-
nationalen Wiener Kunst-Ausstellung Frau Parlaghy als Aus-
stellerin (Nr. 913, „Jagd-Stilleben", Nr. 1138, Porträt des Or.
Ed. v. Bauernfeld) aufführt, so wurde am 27. April telegraphisch

Virlor Hugo, von Gaetano v-rentanove

beim Geschäftsführer und gleichzeitig schriftlich beim Vorstand der
Wiener Künstlergenossenschaft angefragt, ob Frau Vilma Parlaghy
dort eine große Medaille erhalten habe. Am 28. April traf die
telegraphische Antwort ein: „Frau Parlaghy hat bei uns keine
Medaille bekommen, Walz", und am 30. April nochmals: „V.
P. hat bei uns keine Medaille für Kunst erhalten und müßte
sich auch hier der Jury unterziehen, Brief folgt, Vorstand Roth."
In dem vom 30. April datirten Briefe wurde erläutert, daß
Frau Parlaghy das Porträt des Dichters Or. Ed. v. Banernfeld
(für welches sie von der Jury keine Medaille, weder große noch
kleine, erhalten hatte) einer kaiserlichen Sammlung geschenkt,
wofür sie als Gegengabe von Sr. Majestät dem Kaiser von
Österreich eine Medaille erhalten habe, welche aber mit den auf
Ausstellungen verliehenen Medaillen nichts gemein habe. Die
Arbeiten der Künstlerin seien deshalb auch in Wien nicht jury-
frei, und noch 1890 sei ein von Frau Parlaghy gemaltes Porträt
(des Herrn Lohmeyr) von der Jury einstimmig abgelehnt
worden. Am I. Mai zog Herr Or. Krüger, ohne die programm-
mäßige Mitteilung der Ausstellungskommission abzuwarten, das
Bild von der Ausstellung zurück und verzichtete dadurch auf die
Ausstellung desselben. Für die Ausstellungskommission war
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