Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 27.1874

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Qs>> Zum Beginn des Kampfes,

Sie Heere gerüstet stehen,

Der Hörner Ruf erschallt,

Viel Fähnlein seh' ich wehen
In Farben mannichsalt:

Gelbweiße und Danebrüglein,
Und römische Fähnlein gar,

Dort von geflicktem Stöcklein
Weht nieder Polens Aar.

Dort ein blutrother Klunker —
Der Kommunarden Panier —

Und dort als Fahnenjunker.

Ein KrummstabS - Officicr.

Tie Tricolore schwingt er —

Wie leuchtet sein Gesicht —

Und seinen Getreuen winkt er
Und segnet sie und spricht:

„Gegrüßt, du Chor der Rache,
Nun halt' dich brav, ich Mit'!

Es ficht für unsre Lache
Unsichtbar Einer mit —

Ein Mann, den sie gebunden,
Geworfen in Acht und Bann;

Uns glänzt in Kämpfcsstnnden
Sein milder Blick voran.

Wohl sind wir heut geknechtet
Von schwerem Tyrannenjoch,

Und Mancher schmachtet, geächtet,
In dumpfem Kerkerloch;

Doch wird der Himmel uns heben
Zu neuem Glanz und Ruhm,

Und wird den Lorbeer weben
Dem Kreuzcsritterthnm.

Denn was er will, das kann er —
So sagt euch euer Hirt:

So wahr das Lilienbanner
Einst siegreich flattern wird,

So wahr-doch ich will schweige»,

Den» kostbar ist die Zeit;

Jetzt gilt'S, uns stark zu zeige» —
Macht euch zum Streit bereit!

Ein Streiten wird es werden,

Ein Ringen scharfer Art,

Wie schärfer keinS auf Erden
Jemals gerungen ward.

Laßt eure Schwerter schallen
Und schlendert euer Geschoß!

Er muß, er wird jetzt fallen
Der mächtige Coloß!" —

So ruft der Priester den Massen
Mit lauter Stimme zu;

Doch der Coloß gelassen
Schaut drein in eherner Ruh.

Tann schwingt er sich in den Bügel,
Greift mit der Rechten die Wehr
Und mit der Linken die Zügel:
Hnrrah! Viel Feind', viel Ehr'!

Kommt -nur heran, ihr Heere!

Die große Stunde schlägt.

Wer noch für Deutschlands Ehre
Ein Herz im Busen trägt,

Der sei mit deutschen Sinnen,

Mit Wort und That mir nah!

Die Schlacht mag nun beginnen —

Hnrrah, Germania!

fiföififcmifiiffdi.

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Müller. Ra
Schulde. Acl
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Müller. Ne!

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Er

JFmlftto«.

Todes -Anzeige.

Verkehrte Wcft.

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In der letzten Nacht starb eine der bekanntesten Persönlichkeiten Berlins,
der alte Onkel Spener.

Seit undenklichen Jahren besuchte er täglich schon am frühen Morgen
unzählige Häuser der Stadt; er brachte die interessantesten Neuigkeiten mit,
entwickelte seine politischen Ansichten und sprach sonst allerlei Unterhaltendes
und Belehrendes. Aber endlich zeigten sich auch bei ihm, der so lange jung
geblieben war, die Spuren des Atters. Mehr und mehr mußte er die Zahl
seiner Besuche einschränken, bis seine Schwäche sich zur völligen Schwind-
sucht entwickelte. Auch der berühmte Dr. Braun, der noch in den letzten
Monaten an das Krankenbett gezogen wurde, vermochte nicht den Gang der
Krankheit aufzuhalten. Er vermochte nichts, als durch sein liebenswürdiges
Geplauder die letzten Augenblicke des Leidenden zu erheitern und ihm sanft
die Augen zuzudrücken.

Die zahlreichen Freunde werden dem Entschlafenen ein dankbares An-
denken, die tiefgebeugten Actionäre dem Theuren eine tief schmerzliche
Erinnerung weihen!

Dem Allen »o» (Cnprcm.

Was für Jtalia du einst gewesen,

I» der Geschichte Büchern ist's zu lesen.

Jetzt aber, Alter, sag', was willst du thnn?

Der Mann der That, der Freiheit Held, der kühne,
Du, einst des Volks vergötterter Tribun —

Run, bald vielleicht ein — Clown nur der Tribüne!

Ucch kann nücht begreufen, wü dü Zeutunge» süch darüber
können, daß Don Carlos döm franßösüschen Pröföcten Nadaill
bekannten Lüblüng und Veröhrer düser Donna Bianca, cum
verlühen hat. Wönn auch nücht gerade dön Groß-Cordon, enncn
hat düser Hörr sücher verdünt.

wundern

Zwickauer.
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