Kladderadatsch: Humoristisch-satirisches Wochenblatt — 27.1874

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TOodicnruifcnöcr.

Montan, den 2. November.
Oesterreich. R»blond. Italien und
Deutschland erklären der Pforte, däb sie
einen Mililä,vertrag »nt Serbien abgeschlossen

Dienstag, den I. November.

Rubi and erklär« der Pforte, dab es das
Schwarte Meer lediglich als ein russisches

bigen dieie Erklärung.

Mittwoch, den -i. November.
Rumänien schließt selbstständig HandelS-
rerträgemitJtalie»nndRnbland. Oester-
> eich und Deutschland erklären der Pforte,
daß Rumänien bierzu berechtigt sei.

MocheuKalmder.

Donnerstag, den 5. November.

Der Vkeekönig von'Aegyp ten sagt sich von der
Psorte los. Die vereinten Mächte erllare» dies
snr durchaus loyal.

Freitag, den <>. November.

Tunis und TrivoliS kündige» der sckuh-
berrliche» Psorte de» Gehorsam. Die vereinten
Mächte erklären sich damit einverstanden.

Sonnabend, den 7. November.

Tie europäischen Grobmächte erklären der
Psorte. dap sie von den ausrichllgste» Wün-
scheu snr die Grobe. Nnabhängigkeit und Ilntheil-
barkeit de» türkische» Reiche» erfustt seien.

Kladderadatsch.

Zumonflisch^satirisches Töodjciiöfatt

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, Dts schönen Spaniens, fern im Süd!

(0 Harry, deiner Staatsaffaire
Sin ich von Herzen fall und müd'!

Sen Papst auch aß ich mir zuwider,

Des großen San lcrs Leibgericht:

Bon manchem üischos fang ich Lieder.
Soch heiile denk' ich ihrer nicht.'

Bichl will ich in die Ferne schweifen,
Bicht sorgend spähn nach mcinem Glück:
Ganz nahe, mit der Hand zu greisen,
'z<igt sich das Gute meinem Slick.

Es strömt herbei von allen Orlen
Bor meine Thür, frei mit der Sahn:
Gs hat des Hauses hohe Pforten
2er Nr ich sta g wieder ausgclhan.

Bnd mit der Schaar der ernsten Männer,
Sic ernstem Werke still sich wcihn,

Zieht auch das Häuflein der Sckenner
Ses hril'gcn Zorns wieder ein.

Zwar Manchen hat des Schicksals Tücke
Für diesen Winter mir geraubt:

Ich zähle sie mit raschem Sticke —

Bnd sich, es fehlt manch thcures Haupt!

Louischrns drnlrl »icin Freund Majunkc
Zm üerkergrab mit heißem Weh
Und horcht dem nächt'gcn Bus der Unke
Im Bsrrschils am Plötzen sec.

Auch Sebrl, Most und Hasrnclrvrr,
Sie Scss'rer dieser schlechten Welt,

Hat man — zum Glück »och nicht for ever —
Zu meinem Schaden eingczellt.

Allein, mein Herz, sei nicht bclilommen:
j Schau nur umher, wie viel dir blieb.

Su weißt es: Alle, die gcliommrn,

Sie haben dich wie früher lieb.

Sas üleinod blieb mit lichtem Strahle,
Wie keines sonst die Erde trägt.

Sie Perle, die in dunlilcr Schale
I Ses Trntrums kranke Muschel hegt.


Bon der Westfalen srommen Gauen.

Wo rechte Bitter noch gcdcihn

Zieht, reich an Gott- und Selbstverlrauen.

Schorlemcr-Alsi gerüstet rin.

Fern von des Schwarzwalds stillen Föhren
Bäht redetrüchlig Snß heran:

Zu Moltlrrs „Salve“ soll ich hören
Sein kräftig Scutsch, mein Hassclmann!

Su kommst, mein Ewald! Mit Entzücken
Erblick' ich deiner Locken Weiß.

Laß mich die Welsen Hände drücken
Sir, Scntschlands bcßlbclachtrm Greis!

Bun zur Tribüne! Eure Schmerzen,

Bringt sic zu Markte frisch und licck!

Sein abgesagter Feind von Scherzen
Ist unser Mar von Forckendrck.

Wer ist es, der aus eurer Mille
Ser Bede liühnstcn Flug versucht?

Sas Gulc wird nach aller Sitte
Getreulich hier von mir gebucht.

Klndder-idntsch.
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