Koldewey, Robert
Die antiken Baureste der Insel Lesbos — Berlin, 1890

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WACHTTHÜRME AUF ERESEISCHEM GEBIET.

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Tafel 26, 3: Astragal vom inneren Epistylkymation.

4, 5, 6: Astragale von den Fascien oder dem unteren Bande des Epistyls.

7: Kymation der Hängeplatte.

8: Kymation über dem Zahnschnitt.

9: Profil durch Zahnschnitt und Hängeplatte.

10, 11: Eckblock vom westlichen Giebel in Vorder- und Seitenansicht.

12, 13: Flachziegel aus rothem, braun gefirnifstem Thon in Ansicht und Querschnitt.

14, 15: Epistyl über den inneren Säulen in Querschnitt und Unteransicht.
16—18: Ober-, Vorder- und Seitenansicht von der inneren Ecke des Epistylkymation.

19: Detailzum vorigen, zur Fläche abgewickelt dargestellt.

Ansicht der Fundamente des Tempels von Norden her.

4. WACHTTHÜRME AUF ERESEISCHEM GEBIET.

Auf dem Gebiet von Eresos findet sich eine Reihe von gleichartigen Gebäuden, die in ähnlicher
Bauart an anderen Orten, namentlich auf den Inseln, vorkommen und die man sicli gewöhnt hat »Wachtthürme«
zu nennen.

Sie sind hier auf Lesbos zwar nur in den unteren Schichten erhalten; ihre feste Construction bei
beschränkter und einfacher Grundrifsbildung aber läfst sowohl ihre verhältnismäfsig bedeutende Höhenent-
wickelung mit Sicherheit vermuten als auch ihren Zweck, gelegentlich als eine Festung im Kleinen zu dienen,
erkennen.

Je einer von den Thürmen liegt auf dem Xerokastron und bei Apothike, zwei bei Makara, je einer
bei Agra und im Kampos Krusos, einer bei Kusu-Mandrassi östlich von Sign und zwei im Thal Tschiglunda.

Der auf dem Xerokastron (Taf. 27, 7) liegt auf der höchsten Felsenspitze, beherrscht das
Inlandthal und überblickt den Golf von Kalloni namentlich nach Arisba hinüber. — Es ist wenig von ihm
erhalten, aber an den Arbeitsspuren auf dem Fels und einigen noch an Ort und Stelle befindlichen Quadern lässt
sich Eänge (8,20 m.) und Breite (7,10 m.) des Ganzen messen. Die: Quadern nähern sich meist dem kubi-
schen Verhältnis, sind aufsen roh behauen, an den Thurmecken abgekantet. Die Fugen schliefsen dicht und
ohne mechanischen Verband; doch zeigen die: umherliegenden Quadern, dafs die oberen Schichten wie bei
den übrigen Thürmen durch Hakenklammern und Dübel mit horizontalem Gufskanal — wenigstens an den
Ecken des Thurmes verbunden waren.
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