Bayerischer Kunstgewerbe-Verein [Editor]
Kunst und Handwerk: Zeitschrift für Kunstgewerbe und Kunsthandwerk seit 1851 — 64.1913-1914

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clcm Wccücrcrwcckcr des Deutschen Runstgcwcrvc; zum

looläörlgen Geburtstag

(18. Oktober 1913)

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Cs war am Lag der Völkerschlacht von Leipzig,

Der unsrem deutschen Volke die vesreiung brachte
vom joch de; Korsen, der im berrschertaumei
)n immer neuen Kämpfen Krieg um Krieg entfachte,

kn dem im stillen Markte an der kmper,

In öruck, ein knäviein just da; licht der Welt erblickte,
kl; unerwarteter erfolg die Kämpfer (begiUchte.
Nach heißer Schlacht mit lorbeer, Sieg und Ruhm

belleuchtend schien die Zukunft zu erstrahlen
Und neue Herrlichkeit dem Volke zu erblühen
kl; Schichsal5lohn für jahrelangen lammer,
für deutsche; beldenblm und heißen Kampfe; Mühen.

Doch ach, der ölanz verblich, die Epigonen
Der großen beldenzeit — sie waren schlechte erben,
verstanden nicht, da; erbe ihrer Väter
Zu pflegen, um e; immer wieder neu sich zu erwerben!

Der alte Hader wollte nicht verstummen,

De; Deutschen Reiche; einigkeit fand kein gelingen
Und viel lahrzehme später erst vermochte
Da; deutsche Volk die Kaiserkrone zu erringen!

Doch wa; die Völkerschlacht in Millionen
von berzen an öegeifterung dereinst entzündet,
vlieb nicht verloren, denn die Ziele reisten,

Die der Seschütze Donner damal; un; verkündet.

Die Sehnsucht wuch; in edlen Männerseelen;

£; hob ein blühen an in wachsendem gedeihen
Und ein Seschlecht erstand, dem e; gelungen,

Da; Deutsche Reich von allen fesseln zu besreien.

Zu einem jener Männer, die begeistert
km stolzen kujbau unsre; Reiche; milgerungen,
trwuch; der Knabe, dem an seiner wiege
Die Siege;melodie der Völkerschlacht erklungen.

kl; Zeitgenoß de; bayernkönig; iudwig,

De; Deutschesten der fürsten, schuf er seine Werke.

Die weithinau; den Ruhm der großen Männer
verkündeten al; Zeugen deutscher Macht und Stärke.

fr hat da; stolze Ruhme;bild gegossen,

Da; leuchtend über München ragt in Hellem glanze:
Da; erzbild der bavaria voll Kraft und Schönheit,
begeiftrung weckend mit erhabnem Kranze.

er war e;, der de; bayernlande; ehre (bewahrte,
vor Schmach und Schimpf in schwerer Stunde kühn
Daß Deutschland nicht umsonst im lahre Siebzig
kus die erWiung unsrer bayerntreue Harnes.

Und al; da; Reich in neuem glanz erstanden,
Nachdem e; unerhörte Schlachten schlug im Kriege,
verband er deutsche Kunst und deutsche; bandwerk
Und führte sse — al; beld de; frieden; — kühn

zum Sieges.

Und jenem Siege folgte reiche; blühen —

De; kunfigewerbe; kusftieg, den wir froh erlebten,
Dem tatenmutig unsre jungen folgten,

Die kraftvoll gleichen Sieg und gleichen Ruhm

erstrebten.

für alle; Schöne, bohe, Ideale

bat er in glühender begeifterung gerungen

Und nicht geruht, bi; ihm — dem Nimmermüden —

Sein große; ieben;werk so wunderbar gelungen,

Daß e; ein Vorbild bleibt für späte Zeiten,

Daß auch in Zukunft alle schöpferischen Seister

Ihn voll bewunderung verehren werden,

weil er der Ihren einer war: tin Mann und Meister!

Jos. von Schmaedel.

>) ferd. d. Miller und Profeffor vr. Sepp waren es, die als Milglieder der Rechten in der vager. Kammer am 19. luli 1870 durch ihre Reden
und Stimmen Bayern vor einer lchrnaylichen Neutralitätserklärung vewahrten. - 2) ferd. u. Miller war der Schöpfer der epochemachenden dentfchen
Kunst« und Kunstgewerveausllelluug 187« im Siaspalast zu München, die das deutlche Kunfigewerbe zu neuer Blüte erweckte.


Kurtfl und Handwerk. 6H. Jahrg. Heft (.

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