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Metzger, Johann; Caus, Salomon de
Beschreibung des Heidelberger Schlosses und Gartens: nach gründlichen Untersuchungen und den vorzüglichsten Nachrichten bearbeitet; ; Mit 24 in Aquatinta, von C. Rordorf gestochenen Kupfertafeln ; Enth. außerdem: Hortus Palatinus / A Friderico Rege Bohemiae Electore Palatino Heidelbergae Exstructus Salomon — Heidelberg, 1829

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https://doi.org/10.11588/diglit.1646#0026
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30. Carl Theobob, PfaJzgraf und Kurfürst,
aus dem Hause Sulzbach, einziger Sohn des Herzogs von Sulz-
bach, geboren zu Dorgenbusch bei Brüssel den 10. December
1724, übernahm die Regierung den 1. Januar 1742.

Es waren unterdessen über 20 Jahre verstrichen, als Carl
Theodor sich den 24. Juni 17ö4entschlofs, das'Schlöfs zu be-
suchen, daselbst eine Mahlzeit einzunehmen, und hei dieser
Gelegenheit den Entschlufs fafste, weil er von jetzt an das
Schlofs öfters besuchen wollte, den Otto-Heinrichsbau zu ei-
nem Absteigequartier einzurichten. Allein plötzlich ward.die-
ser Plan vereitelt, indem in der nämlichen Nacht ein Gewitter
aufzog und ein Blitzstrahl in den neuen Hof einschlug, daselbst
schnell zündete, wodurch das Schlofs bis auf das Wirthschafts-
gebäude abbrannte und mit Ausnahme des Bandhauses und der
Kirche, welche Carl Theodor wieder mit Dächern versehen
liefs, in gegenwärtigen ruinösen Zustand versetzt wurde. Im
Jahre 1771 wurde abermals durch Baumeister Meyer ein Plan
zur Bedeckung und Herstellung des Otto-Heiurichbaues ge-

macht, allein er kam nicht zur Ausführung. Die Erneuerung
der Bögen an der grqfsen Terrasse 75, die Erbauung der Brücke
am Schlofsberge 1, der untere Fürstenbrunnen 49, das Octogon
im Garten 77, so wie,die Anlegung des Gartens mit Obstbäu-
men, leider aber auch die Zerstörung der Grotte, die Einschla-i
gung der Gewölbe im Otto-^Heinrichsbau, die Abschälung.der!
Quaderinauer im Burggraben.sindunter dieser Regierung durch
unvernünftige Menschen geschehen. Der Garten wurde nach
dem Schlofsbrande durch den Oberstallmeister von Obemdprf
umgerottet und zu einem Obstgarten angelegt, allein kaumwar
er in gutem Stande, so wurde er verpachtet und bis zum Jahre
1803 als Feld benutzt, wodurch vollends alle Spuren der alten
Pracht verschwanden. Unter

31. Maximilian Joseph, König von Bayern,
aus dem Hause Zweibrücken, blieb das Schlofs in dem Zustan-
de, in welchem es ihm seine Vorfahren hinterlassen hatten.

NEUNTER ZEITRAUM.
Fori dem Uebergange der Stadt Heidelberg an das Grofsherzoglich ßadtsche Haus i8o3 bis auf das Jahr 482g.

32. Carl Friedrich, Grofsherzog von Baden,
geboren zu Carlsruhe im Jahre 1728, übernahm die diesseiti-
gen Pfälzischen Lande mit der Stadt Heidelberg im J. 1803.
Gleich bei seinem Regierungsantritte beschlofs dieser edle

Fürst, stets ein Beschützer und Beförderer alles Guten und
Schönen, nebst der Restauration der Universität, auch die An-
legung des bei dem Schlosse befindlichen, verödeten, alten
Schlofsgartens zu einem forstbotanischen und Ökonomischen
 
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