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Metzger, Johann; Caus, Salomon de
Beschreibung des Heidelberger Schlosses und Gartens: nach gründlichen Untersuchungen und den vorzüglichsten Nachrichten bearbeitet; ; Mit 24 in Aquatinta, von C. Rordorf gestochenen Kupfertafeln ; Enth. außerdem: Hortus Palatinus / A Friderico Rege Bohemiae Electore Palatino Heidelbergae Exstructus Salomon — Heidelberg, 1829

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https://doi.org/10.11588/diglit.1646#0028
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BESCHREIBUNG

HEIDELBERGER SCHLOSSES NEBST GARTEN

ERKLÄRUNG ZU DEM SCHLOSSPLANE TAF. T. UND ALS FÜHRER DURCH DIE RUlNEff

UND DEN GARTEN.

Das Heidelberger Schlote liegt am Fufse des Königstuhls, ohngefähr 300 Fute über der Meeresfläche, auf einem, nach Norden
gegen das Thal und die Stadt hervorragenden Granithügel, der schon in den ältesten Zeiten, nach einer Wahrsagerin Jetta, den
Namen Jettenbühl führte.

Eine Sage erzählt, dafs schon zur Zeit, als die alten Deutschen Völker in der hiesigen Gegend häuteten, die Jungfrau Velledä
oder Jetta, eine heidnische Wahrsagerin, auf dem Jettenbübl in einem kleinen Kirchleiii oder Kapeile, die an dem Orte, wo jetzt der
neue Hof oder Friedrichs (II.) Bau ist, gestanden und bei der Erbauung desselben im Jahre 1549 abgebrochen worden ist, soll gewohnt
haben. Zu ihr soll das Volk aus feinen Gegenden gewallfahrtet seyn, um von ihr Aufschlüsse über die Zukunft zu erhalten, die sie
ihnen gewöhnlich, ohne sich sehen zu lassen, vom Fenster herunter in prophetischen Deutungen mitgetheilt habe.

Einstmals soll sie geweissaget haben, dafs künftig auf diesem Hügel grofse Paläste würden erbaut und von Königen bewohnt wer-
den, auch würde im Tbale sich viel Volk ansiedeln und daselbst Wobnungen und Tempel errichten.
 
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