Weinfurter, Stefan [Oth.]
Stauferreich im Wandel: Ordnungsvorstellungen und Politik in der Zeit Friedrich Barbarossas — Mittelalter-Forschungen, Band 9: Stuttgart, 2002

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Vorwort des Herausgebers

Vom 30. April bis zum 2. Mai 1998 fand in Köln zu Ehren des Kölner Mittelalter-
forschers Odilo Engels, der am 24. April 1998 seinen 70. Geburtstag feierte, eine
wissenschaftliche Tagung zum Thema »Stauferreich im Wandel« statt. Die Frage-
stellung, ob und inwieweit in der Zeit Friedrich Barbarossas ein grundlegender
Wandel in den politischen und konzeptuellen Ordnungskonfigurationen des Rei-
ches (und möglicherweise darüber hinaus) erfolgt ist und in welchem Ausmaß
die Vorgänge um den Frieden von Venedig dafür eine Rolle gespielt haben, fällt
in eines der zentralen Forschungsgebiete von Odilo Engels. Seine Studien zur
Staufergeschichte zählen längst zu den »Klassikern« des Faches. Seine bedeutend-
sten Arbeiten hierzu sind im Sammelband »Stauferstudien« (Thorbecke-Verlag)
zusammengefaßt und bereits in 2. Auflage publiziert worden, und sein über Ge-
nerationen maßgebendes Buch über »Die Staufer« (Urban-Taschenbücher 154)
liegt inzwischen in 7. Auflage vor.
Ihm zu Ehren sind der Einladung zum Kölner Stauferkongreß 183 Forsche-
rinnen und Forscher gefolgt, unter ihnen zahlreiche Kollegen und Kolleginnen
aus Köln und dem (nicht nur räumlich) benachbarten Bonn sowie von Universi-
täten aus Deutschland, Frankreich, England, Österreich, Spanien, Griechenland,
den Niederlanden und den USA, Verleger und Lektoren, Mitarbeiter und Mitar-
beiterinnen aus seinen verschiedenen Ämtern und Funktionen, sonstige Wegge-
fährten und fast alle aus seinem Schülerkreis. Daß die Tagung in diesem Rahmen
stattfinden konnte, ist verständnisvollen Förderern aus verschiedenen Institutio-
nen und Stiftungen zu verdanken: den Bischöfen von Essen und Speyer, der Ru-
dolf Siedersleben'schen Otto Wolff-Stiftung, der Societas Historiae Conciliorum
Investigandae, der Stadtsparkasse Köln und dem Verlag Jan Thorbecke. Allen
möchte ich auch an dieser Stelle meinen besonderen Dank abstatten. Es ist zu hof-
fen, daß diese Kultur der Förderung moderner Mittelalterforschung auch weiter-
hin ihren Stellenwert behalten kann.
Die Tagung hat durch ihren Versuch, neue Zugänge und Ansätze zu entwik-
keln oder zur Diskussion zu stellen, einen ausgesprochen lebhaften Verlauf entfal-
tet und darüber hinaus, wie man inzwischen aus einer gewissen Rückschau sagen
kann, nicht unwichtige Impulse für die Forschung ausgegeben. Die Frage etwa,
ob die Inszenierung eines »Vertragswerkes« in der Zeit Friedrich Barbarossas
möglicherweise eine stärkere Wirkung hervorbrachte als die schriftlichen Einzel-
vereinbarungen, inwieweit überdies die rituellen und demonstrativ vollzogenen
Akte Rangvorstellungen beeinflußten und Autoritäts-Systeme veränderten, ge-
hört in den Zusammenhang jüngerer und jüngster Forschungsentwicklungen.
Mit einer Ausnahme können alle Beiträge aus der Tagung in diesen Band ein-
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