Weinfurter, Stefan [Oth.]
Stauferreich im Wandel: Ordnungsvorstellungen und Politik in der Zeit Friedrich Barbarossas — Mittelalter-Forschungen, Band 9: Stuttgart, 2002

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LUDWIG VONES

Confirmatio Imperii et Regni
Erbkaisertum, Erbreichsplan und Erbmonarchie in den politischen
Zielvorstellungen der letzten Jahre Kaiser Heinrichs VI.

Als Kaiser Heinrich VI. am Weihnachtstag des Jahres 1194 im Dom zu Palermo
zum König von Sizilien gekrönt und ihm nur einen Tag später, am 26. Dezember,
im weit entfernten Jesi in der Mark Ancona von seiner Gemahlin Konstanze ein
Sohn als Thronerbe geboren wurde1, hatte er die anfänglichen Schwierigkeiten
seiner Regierung endgültig überwunden. Die langwierige Phase der Machtfesti-
gung war mit der Eroberung des Normannenreiches erfolgreich abgeschlossen
sowie dem staufischen Haus die Aussicht auf eine weiterhin ungebrochene dyna-
stische Kontinuität im Mannesstamm und damit auf die unangefochtene Wahr-
ung aller mühsam errungenen Rechtstitel eröffnet2. Die Geburt des kleinen Fried-
rich-Roger - sein Name vereinte in auspicium cumulandae probitatis staufisches
und normannisches Herrscherhaus3 - ist als das entscheidende Ereignis zu be-

1 BB 388a (BB = Böhmer - Baaken bezieht sich immer auf RI IV, 3: Die Regesten des Kaiserreiches
unter Heinrich VI., nach Johann Friedrich Böhmer neubearb. von Gerhard Baaken, Köln-
Wien 1972 bzw. auf den Nachtragsband: Namenregister, Ergänzungen und Berichtigungen, Nach-
träge, bearb. v. Karin und Gerhard Baaken, Köln - Wien 1979). Vgl. Gerhard Baaken, Das sizi-
lische Königtum Kaiser Heinrichs VI., in: ZRG. GA 112 (1995) S. 202-244 (zit. nach dem Ndr. in:
Ders., Imperium und Papsttum, Köln - Weimar - Wien 1997, S. 307-343), dessen Einwände gegen
eine Krönung in Palermo allerdings wenig überzeugen, sowie Wolfgang Stürner, Friedrich II.
Teil 1: Die Königsherrschaft in Sizilien und Deutschland 1194-1220 (Darmstadt 1992), Teil 2: Der
Kaiser 1220-1250 (Darmstadt 2000), hier Teil 1, S. 1, 41 ff., und die Überlegungen von Hans Mar-
tin Schaller, Wann und wo wurde Friedrich II. getauft?, in: Regensburg, Bayern und Europa.
Festschrift für Kurt Reindel, hg. v. Tothar Kolmer - Peter Segl (Regensburg 1995) S. 301-306.
Bei Fössel, Die Königin (s.u. Anm. 6), findet sich als Geburtsdatum Friedrichs II. neben dem
26. Dez. (S. 116) noch unter Berufung auf Stürner und Schaller der 21. November, »am Tag nach
dem Einzug (Heinrichs VI. in Palermo)« (S. 359), doch scheint dies eher irrtümlich zu geschehen.
2 Gerhard Baaken, Unio regni ad imperium. Die Verhandlungen von Verona 1184 und die Eheab-
redung zwischen König Heinrich VI. und Konstanze von Sizilien, in: QFIAB 52 (1972) S. 219-297
(Ndr. in: Ders., Imperium und Papsttum, S. 80-142); Theo Kölzer, Sizilien und das Reich im
ausgehenden 12. Jahrhundert, in: HJb 110 (1990) S. 3-22 (ital. Fassungen: >Regno di Sicilia e Im-
pero alla fine del secolo XIT, in: Mediterraneo Medievale. Scritti in onore di Francesco Giunta,
vol. I, Soveria Mannelli 1989, S. 645-665, und >Regno di Sicilia e Impero alla fine del secolo XIT,
in: II Lazio Meredionale tra Papato e Impero al tempo di Enrico VI, Roma 1991, S. 31 ff.). Allge-
mein zur Regierung Heinrichs VI. ist neben dem altbewährten Band der Jahrbücher der deut-
schen Geschichte von Theodor Toeche, Kaiser Heinrich VI. (Leipzig 1867; Ndr. Darmstadt
1965) zu verweisen auf die Biographie von Peter Csendes, Heinrich VI. (Darmstadt 1993;
19972). Als allgemeiner Überblick auf neuestem Forschungsstand bietet sich natürlich nach wie
vor das mittlerweile klassische Werk des Jubilars an: Odilo Engels, Die Staufer (Stuttgart 19988).
3 Annales Casinenses, Continuatio II, ed. Georg Heinrich Pertz, MGH SS XIX (Hannover 1866)
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