Naegele, Anton
Die Heilig-Kreuzkirche in Schwäbisch-Gmünd: ihre Geschichte und ihre Kunstschätze — Schwäb. Gmünd, 1925

Seite: 268
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Beurteilung.

nahe öer Westfassa-e ihren farbigen Schmuck, auch Las einzige alte Glasgemäl-e in -er
Sebalöuskapelle im Iahr l88O eine stilgerechte Erneuerung -urch 5- Aettler in Nünchen
und einen Zusatz öurch -as Wappen des neuzeitlichen Stifters, -es Nohrenwirts Lisele.

Die Iensterdes Lhors sinö ein wenig älter als öie öes Schiffs, Pfitzer erwähnt
letztere im Bericht vom Iahr l874 noch nicht. Nach öer Kapellenzahl sinö es zehn breite,
sechsteilige Glasfenster. Nehrfach ohne jeöe Rücksicht auf öas scheiöenöe Stabwerk verteilt
sich öas „Tableau" über öie ganze ZÜäche. In öer ersten süölichen Lhorkapelle (rechts vom
Lhor) ist öargestellt: Mariä Heimsuchung; in öer zweiten Lhristi Geburt, gestiftet zum
Anöenken an Anton Vogt von seiner Gattin l868; in öer öritten öer zwölfjährige Iesus-
knabe, gestiftet von Neuber l868; in öer vierten Iesus öer göttliche Kinöerfreunö, aus
Nitteln öer Stiftung l865; in öer fünften Iesus in Bethanien bei Naria unö Nartha;
in öer sechsten über öem hl. Grab öie Auferstehung Iesu, links öie örei Narien mit öem
Lngel am Grab, rechts Lhristus unö Nagöalena; in öer siebten Lhristus unö öie Sama-
riterin am Iakobsbrunnen, Stiftung öer Arbeiter in hiesigen Fabriken (l885); in öer achten
Nariä Dpferung; in öer neunten Anbetung öer hl. Drei Könige; in öer zehnten Lhristi
Geburt. Als Gemälöe auf Glas sinö fast alle öes Lobes wert. Die Schatzkammer hat
noch öie alten Butzenscheiben. Das Gbergeschoß zählt l6 Ienster; von öer Taufkapelle an
(St. Antoniusfenster) ziehen sich öie Gberlichter um öen Lhor bis zur Sakristei. Bis auf
öas Lhorhaupt haben sie alle leere Teppichmuster; im mittleren sehen wir Nariä Himmel-
fahrt, rechts öavon je ein Ienster Berkünöigung unö Geburt, links Heiligengruppen
unö eines mit Heiligenpaar (Barbara unö Nargareta).

Die Kunst öer zwölf Glasfenster öes Schiffs steht im umgekehrten Berhältnis
zur Weite ihrer Herkunft, sie sinö öer Nehrzahl nach aus Hollanö (Roermonö, §. Nicolas) aus
öen 2lchtziger- unö Neunzigerjahren, teilweise greulich in öen Farben, mehrfach müssen geraöe
sie zu weniger gerechter Beurteilung aller anöeren beitragen. Im rechten Seitenschiff von hinten
beginnt öer Zpklus öes freuöenreichen, schmerzhaften unö glorreichen Rosenkranzes. Das
hinterste ist in beiöen Schiffen ohne Bilö, öie Rosetten lassen ihren Farbenschmuck von öer
Westfassaöe ins Langhaus leuchten. 2lm zweithintersten rechts sehen wir öie Kinöheitsge-
schichte Iesu von öer Berkünöigung bis zur Tempelszene öes zwölfjährigen Iesusknaben
(Stiftung: Frau Bausch geb. Reiser), im öritten eine Lrinnerung an öas Bischofsjubiläum
1883, oben Heiligengruppen, öarunter öas Bilö öes Bischofs Karl Iosef von Hefele;
gegenüber am vierten öas Papstjubiläum mit öem Porträt Leo XIII. von 1887; im vierten,
öurch öas Portal verkürzten, Lhristus am Kreuz; im fünften öie fünf Passionsszenen
(Kuchersche Stiftung); im sechsten Auferstehung, Himmelfahrt, Geistaussenöung, Nariä Auf-
nahme in öen Himmel unö Krönung (Deblersche Stiftung 1885). Im linken Seitenschiff
füllen Heiligengestalten, wohl meist nach öen Namen öer Stifter ausgewählt, öie unteren
Teile öer Fenster, eines ist Nascholösche Stiftung. Das letzte, nur zweiteilige, öurch öie

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