Schwäbisch Gmünd [Editor]; Nitsch, Alfons [Oth.]
Urkunden und Akten der ehemaligen Reichsstadt Schwäbisch Gmünd 777 bis 1500 (Band 1): 777 bis 1450 — Schwäbisch Gmünd, 1966

Page: 1
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/nitsch1966bd1/0019
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
I. Urkunden

777 o. T. Herstall (Haristalio anno nono quartoque regnante Carolo glorio-
sissimo rege). Fulrad, Kapellan der Karolinger und Abt des Klosters Saint-
Denis, vermacht seinem Kloster seinen gesamten Erbbesitz und alle Güter
im Elsaß und in den Gauen um Mosel, Seille und Saar, die durch Schen-
kung oder Kauf auf ihn gekommen sind (darunter Gamundiis = Saarge-
münd), sowie 6 Zellen, die er selbst als kirchliche Mittelpunkte gegründet
hat. Davon liegen 3 im Elsaß und westlich davon, die 4. ist Hairbertingas
(Herbrechtingen an der Brenz), die 5. Adalungocella (Hoppetenzell bei
Stockach), und die 6., in welcher der hl. Vitalis begraben ist, liegt am
Neckar (Eßlingen). — Unterschrift: Folradus Capalanus. Dazu die Kreuze
von 21 Zeugen, deren Namen vom Schreiber beigefügt sind, und die Un-
terschrift des Schreibers Audacrus.
2 Fassungen, lat. Or. Perg. K 7 Ar. 1 in den Archives de France, Paris. —
Dr.: M.Tangl, Das Testament Fulrads von St.-Denis, im Neuen Archiv
der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichtskunde Bd.32 (1906), S.
169 ff. 1
782 September 16 Düren (Duria palatio, XVI. kal. Oct. anno XIIII et octavo
regnante domino nostro Carolo gloriosissimo rege.) Karl der Große be-
stätigt dem Kloster Saint-Denis den ihm von Abt Fulrad in der Urkunde
von 777 geschenkten Besitz im Elsaß und in den angrenzenden Gauen,
sowie die von Fulrad gegründeten Zellen mit dem Rechte, Güter und Hö-
rige zu erwerben und zu tauschen. In dieser Urkunde, einer in der Mitte
des 9. Jahrhunderts entstandenen Fälschung, heißt es nach der Benennung
der ersten 2 Zellen wörtlich: „Similiter in ducatu Alamanniae cellam,
quae vocatur Hairbertingas cum rebus et mancipiis ad se pertinentibus,
similiter et aliam cellam nomine Ezilingas et Adalungocella, similiter et
Gamundias cum quicquid ad ipsas cellas aspicere et pertinere legitimo
ordine cernitur et comprobatur.“ Zu deutsch: „Ferner im Herzogtum Ale-
mannien die Zelle, welche Herbrechtingen heißt, mit allen dazu gehörigen
Gütern und Leuten, eine andere Zelle, Eßlingen genannt, Adalungocella
und auch Gamundia mit allem, was von Rechts wegen offensichtlich und
anerkanntermaßen zu diesen Zellen gehört“. Signum (Monogramm) König
Karls. — Unterschrift des Uvigbaldus.
2 Fassungen, lat. Or. Perg. K 7 Ar. 7 A und 7 B in den Archives de Fran-
ce, Paris. — Dr.: Monumenta Germaniae historica, Hannover 1906, S.
329 ff. — Abhandlung: Josef Fleckenstein, Fulrad von Saint-Denis und
der fränkische Ausgriff in den süddeutschen Raum, im Bd. ID. der For-
schungen zur oberrheinischen Landesgeschichte, Freiburg i. Br. 1957. Da-
selbst S.34f.: „Es ist nicht mehr zu entscheiden, oh das Gamundia, das
nur in einer Fälschung aus der Mitte des 9. Jahrhunderts unter den Be-

1

1
loading ...