Plietzsch, Eduard
Die Frankenthaler Künstlerkolonie und Gillis van Coninxloo — Leipzig: Verlag von E. A. Seemann, 1910

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Lehre war, verließ er in diesem Jahre die Niederlande und wandte sich
nach Frankenthal, wo er am 6. Juli 1586 vom Rate die Genehmigung zu
seiner Niederlassung erhielt10).
Seinen Beruf als Maler muß er hier aufgegeben haben, denn im Jahre
1592 wird er als Krämer angeführt. Ferner bewirbt er sich laut Rats-
protokoll vom 12. April 1592 um die Konzession, Bier ausschänken zu
dürfen, die ihm der Rat auch erteilt. Am 24. Oktober 1596 wird er als
Taufzeuge erwähnt.
Gelein van Müllem war dreimal verheiratet. Zuerst mit Barbara
van Hulst aus Gent, die er schon in den Niederlanden zur Frau ge-
wonnen hatte. Als diese starb, vermählte er sich am 8. März 1589 in
Frankenthal wiederum mit einer Genterin, mit Katharina de Grave.
Zwei Jahre nach deren Tode, 1596, am 3. November 1598, schloß er mit
Elisabeth de Paus zum drittenmale einen Ehebund. Aus diesen drei
Ehen erwuchsen ihm sechs Töchter11).
Gestorben ist er vor dem 17. April 1611.
Leider sind unsere Kenntnisse über ihn auf diese Aufzeichnungen
in den Frankenthaler Archiven beschränkt, da auch über diesen Künstler
in den niederländischen Quellenschriften sowie in den Abhandlungen
über die Antwerpener Malerschule keine Notiz zu finden ist. Werke
sind von ihm ebensowenig bekannt wie von den nächsten vier Künstlern,
die alle im Jahre 1588 genannt werden: Jan Cornelisz. van Delft
Laurents de Munter, Everard Mohaerts und Hans van den Bossche. Über
Jan Cornelisz. van Delft
berichtet eine Notiz im Ratsprotokoll vom 1. Mai 1588 folgendes: „Jan
Cornelisz. van Delft, so beim schwanen alhie eine Karner bestanden und
ein Maler ist Bath ihne alhie eine Zeit lang hier sitzen und sich versuchen
zu lassen.
Möge sich versuchen bis man ihme gebieten wird das er Burger
werden soll und soll er alle Bürgerliche last tragen wie andere Inwoner.“
Wie lange er sich in Frankenthal aufhielt, wissen wir nicht. Mander
erwähnt keinen Künstler dieses Namens. —
Hans (Jan) van den Bossche
erscheint zuerst im Jahre 1588 in den Frankenthaler Urkunden.
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