Plietzsch, Eduard
Die Frankenthaler Künstlerkolonie und Gillis van Coninxloo — Leipzig: Verlag von E. A. Seemann, 1910

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Wie aus den Ratsprotokollen hervorgeht, war er 1522 oder 1523 zu
Brüssel geboren12). Als diese Stadt 1585 in die Hände des Herzogs
von Parma fiel, verließ er dieselbe und wandte sich wahrscheinlich gleich
nach Frankenthal, da er schon 1588 im Besitze des dortigen Bürger-
rechtes war.
Der Name seiner ersten Ehefrau ist uns nicht überliefert; am 20. Fe-
bruar 159° vermählt sich der fast siebzigjährige Künstler wiederum,
und zwar mit der Witwe Sophia Carliers (Bl. 308x). Diese war noch
159g am Leben, da sie am 9. September zusammen mit ihrem Gemahl
Jan van Bossche als Taufzeugin erwähnt wird (Bl. 351).
Hans van Bossche wird zum letzten Male am 29. September 1602 in
den Ratsprotokollen als lebend angeführt.
Everard Mohaerts
finden wir in den Jahren 1589 und 1590 im Kirchenbuche als Taufzeugen.
1588 nennen ihn die Ratsprotokolle.
In ebendemselben Jahre wird auch der Name von
Laurents de Munter
in den Ratsprotokollen verzeichnet. Dieser Maler Laurents de Munter
kommt in den folgenden Jahren sehr häufig als Tauf- und Trauzeuge in
den Kirchenbüchern vor. Er lebte noch 1609 in Frankenthal, in welchem
Jahre er am 17. Januar zum letzenmale als Zeuge namhaft gemacht
wird (Bl. 327). —
1598 taucht der Name eines Malers
Peter Schiumberg
in einem Frankenthaler Ratsprotokolle auf. —
Peter Schonbroeck
und
Anton Mirou,
die an anderer Stelle behandelt werden sollen, seien hier, in diesem
Überblick über die Künstlerkolonie, nur ihren Namen nach genannt. —-
Im 16. und 17. Jahrhundert lebten mindestens drei Mitglieder der
Künstlerfamilie van der Borcht in Frankenthal, die den Beruf eines
Kunstmalers ausübten.
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