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Towarzystwo Naukowe <Lublin> [Editor]
Roczniki Humanistyczne: Historia Sztuki = History of art = Histoire de l'art — 45.1997

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https://doi.org/10.11588/diglit.27403#0105
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ROCZNIKI HUMANISTYCZNE
Tom XLV, zeszyt 4 - 1997

WITOLD BRONIEWSKI
Stuttgart

DIE KUNST - ALS ANWÀLTIN DER NATUR

I. KUNST UND NATUR EIN KÜNSTLICHES BÜNDNIS?

Gibt es einen Zusammenhang zwischen der Kunst bzw. dem Kunstschaffen
und der uns heute so bedrângenden Umweltfrage? DaB die Wissenschaft das
okologische Gleichgewicht und dessen Beeintrachtigungen erforscht, ist allge-
mein bekannt. DaB die Politik geeignete MaBnahmen zur Erhaltung des okolo-
gischen „Wohl-Standes” und gegen den okologischen „Not-Stand” einleiten
kann, bleibt unbestritten. Auch vermag jedermann zu erkennen, daB antwort-
ungsloser Lebensstil des Einzelnen - und mehr noch das Verhalten gesell-
schaftlicher Gruppen bzw. nationaler Gemeinschaften! - einen betrachtlichen,
eher noch wachsenden EinfluB auf die Naturablaufe nimmt. Ohne Ethik keine
Okologie1. Aber kann man im Ernst von einem Beitrag des Kunstschaffens
zur Erhaltung der Schópfung sprechen?

II. DER KÜNSTLER LANGER „DIALOG” MIT DER NATUR

Seit über 30 000 Jahren lâBt sich die Kunst auf die Natur ein. Zum
Vergleich: Die Wissenschaften und die Philosophie fingen erst im ersten
Jahrtausend vor der Zeitenwende an, sich mit der Natur zu befassen. Wie
auch immer die Menschen in der Steinzeit die „Kunst” verstanden haben
mogen; was auch immer den vorgeschichtlichen Künstlern (und Handwerkern)
ais Ziel vorgeschwebt haben mag, es steht fest, daB die ersten bzw. frtihen

1 In diesem Zusammenhang sei u.a. auf die Lubliner Zeitschrift „Człowiek i przyroda”
Nr 1, S. 157-163 verwiesen, weiche seit 1994 erscheint; B. S t o e c k 1 e (Hg.), Worter-
buch der oekologischen Ethik, Freiburg 1984.
 
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