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Vorwort

Die vorliegende Arbeit ist dem Werk eines Porträtisten gewidmet, der von seinen
Zeitgenossen geschätzt wurde, heute jedoch weitgehend in Vergessenheit geraten ist.
Seine Werke „schlummern“ oftmals in den Depots deutscher und internationaler
Museen und finden nur selten den Weg in die Ausstellungsräume. Im privaten
Bereich, von Generation zu Generation vererbt, sind sie Teil des alltäglichen Le-
bens geworden; doch bleibt auch hier der Künstler zumeist namenlos, dienen die
Bildnisse vor allem der genealogischen Überlieferung. Viele Porträtmaler fristen
ein ähnlich „gesichtsloses“ Dasein, da sie bislang nicht für würdig befunden wur-
den, zum Gegenstand einer kunstwissenschaftlichen Arbeit erhoben zu werden. Das
Werk von Johann Georg Ziesenis fand zwar vor dem Zweiten Weltkrieg monogra-
phische Beachtung, die Nachkriegszeit jedoch widmete ihm nur kleinere Artikel,
Katalognummern und Miszellen. Diesem möchte die vorliegende Arbeit entgegen-
treten und dazu beitragen, daß der Forschung und dem Porträtliebhaber erneut ein
Künstler nahegebracht wird, der den Vergleich mit seinen bekannteren Zeitgenossen
Tischbein und Graff nicht zu scheuen braucht.
Die Arbeit lag dem Fachbereich Historisch-Philologische Wissenschaften
der Georg-August-Universität Göttingen 1990 als Dissertation vor. Die sich
noch während der Beendigung des Manuskriptes vollziehende Wiedervereinigung
Deutschlands macht nun auch die Werke des Künstlers in den Museen von Berlin,
Potsdam, Dresden und Weimar einem größeren Publikum zugänglich. Vor dem
Hintergrund eines sich annähernden Europa gewinnt die Persönlichkeit des bereits
im 18. Jahrhunderts grenzenlos arbeitenden Porträtisten zusätzlich an Aktualität.
Ihr Zustandekommen verdankt diese Arbeit in großem Maße der Hilfsbereit-
schaft und dem Interesse zahlreicher Personen. An erster Stelle habe ich meinem
Doktorvater, Professor Dr. Karl Arndt, für seine stete Anteilnahme, seine Diskus-
sionsbereitschaft und seine Kritik zu danken, mit der er diese Dissertation betreute
und förderte. Desweiteren möchte ich den genannten und ungenannten Privatbesit-
zern von Gemälden danken, ohne deren ausnahmslos großzügiges Entgegenkommen
das schwierige Unterfangen eines Werkkataloges zum Scheitern verurteilt gewesen
wäre. Mein Dank gilt ferner den Mitarbeitern der Archive, Bibliotheken, Insti-
tute und Museen, in denen ich forschen durfte und die mir Unterlagen und Fotos
zur Verfügung stellten. Besonders habe ich zu danken SKH Ernst August Prinz
 
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