Winkelmann, Eduard [Editor]
Urkundenbuch der Universitaet Heidelberg (Band 2): Regesten — Heidelberg, 1886

Page: 142
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das rathhaus besehieden und denen, welche Privatunterricht ertheilen, solches ver-
boten, ia einen davon namens Iohann Beuter in öffentliches gefängniss gesetzt haben etc.
Ann. XT, 262. 1229

Sept. 11. Kurf. zeigt an, dass er die zweite lektur in der theologie Edo
Hildericus mit gehalt und behausung des Vorgängers verliehen habe, und befielt der
univ., ihn ohne Widerrede anzunehmen. Ann. XI, 270. — Univ. beschliesst, ihn
zuzulassen, wenn er verspricht, innerhalb eines iahres zu promoviren; ihn vor seiner
promotion in den senat nicht aufzunehmen; ihn zu ermahnen, dass er nichts lehre,
was nicht in den gesetzen steht. Sie bewilligt nov. 29. statt der vom kurf. oct. 4.
für ihn als reiseentschädigung verlangten 234 fl. nur 50 fl. 1230

Sept. 12. Kurf. befielt der univ., dafür zu sorgen,- dass die lektur der de-
kretalen ordentlich versehen werde, da klagen bei ihm eingelaufen seien. Ann. XI,
275v. — Der inhaber der lektur, Kaspar Agricola, verwahrte sich in einer zuschritt
an den senat gegen solche vorwürfe. Vgl. sept. 25. 1231

Sept. 25. Univ. berichtet dem kurf., dass Kasp. Agricola auf das reskript
vom 12. sept. erwidert habe, 25 iahre diene er schon der univ. und es sei noch keine
klage gegen ihn erhoben worden. Nun habe er wegen kränklichkeit in letzter zeit
seine Vorlesungen zwar ausgesetzt, doch sei das nicht gegen die reformation; auch
hoffe er, in einem halben iahre sie wieder aufnehmen zu können, und bitte, ihm so
lange ruhe zu gönnen. Da sie den Agricola als einen fleissigen und treuen mann,
ia als eine hauptstütze der univ. kenne, so unterstütze sie seine bitte, um so mehr,
als er der älteste professor an der univ. ist und nur wenige zuhörer der dekretalen
da sind, einmal weil sie zu ungelegener zeit, nämlich um 1 uhr, gelesen werden,
dann aber, weil die Studenten fälschlich meinen, dass «in explicandis decretalibus
nichts sonderlich fruchtlich docirt werde». Ann. XI, 279. — Kurf. erwiderte, die
univ. möge mit Agricola wegen seiner pensionirung verhandeln; Agricola lehnt diese
ab, wie die univ. am 16. oct. berichtet. 1232

OCt. 15. Mag. Ulrichus Paber bittet die univ., ihm zu gestatten, dass er
einige iunge leute privatim «in'literis humanioribus» unterrichte. Ann. XI, 283v.
— Wird vom Senate ohne debatte bewilligt. 1233

OCt. 20. Univ. erwidert dem kurf., sie habe nichts dagegen, wenn Stepn.
Mumius den winter über etwas in iure publice lese, nur dürfe er es nicht in den
stunden thun, in welchen die ordinarii lesen. Ein salar könne ihm iedoch nicht
gegeben werden, da der fiskus durch baukosten und Türkensteuer hoch beschwert
sei; der kurf. möge ihm etwas aus den kirchengefällen zahlen. Ann. XI, 286v- ~~
Kurf. verfügt, dass die univ. zahlen solle, und diese fügt sich. 1234

HOT. 7. Univ. protestirt beim kurf. gegen das durch seinen sekretär ihr mit-

getheilte vorhaben, die tabernen der buehfübrer und buchbinder durchsuchen zu

lassen, als ihren Privilegien zuwider. Ann. XI, 289v. 123a

nov. 19. Genannte bürger bitten die univ., sich mit ihnen zu vereinigen, um

das wasser, welches in den kellern der Heugasse, auch in dem des kontubermums,

steht, mittelst eines kanals durch die Iudengasse zum Neckar zu leiten. Ann. XI, 29 .

1236

HOT. 29. Kurf. befielt der univ., seinen buchbinder Elias Peterßhaim wie die
übrigen buchbinder zu immatrikuliren und ihn ihre Privilegien gemessen zu lassen.
Ann. XI, 295. 1237
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