Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft — 28.1934

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Besprechungen.

A Bibliography of Aesthetics and o f the fine arts from
1 9 0 0 t o 1 9 3 2. Compiled and edited by William A. H a m m o n d.
(Published as a Supplement to the May, 1933 issue of The Philosophical Review.)
Longmans, Green and Company, New York.

Hammonds Bibliographie ist als Teil einer von der American Philosophical
Association geplanten General Bibliography of Philosophy gedacht, die Benjamin
Rands 1902 erschienene Bibliographie (im III. Band von Baldwins Dictionary of
Philosophy) fortsetzen soll. Bestimmend für die Auswahl der mehr als zweitausend
Publikationen waren die Ansprüche, die der „philosopher of art" an eine Biblio-
graphie stellt; so erfuhr die allgemeine Kunstliteratur eine Beschränkung auf
Schriften, die sich ausführlicher mit theoretischen Fragen beschäftigen. Damit
erklärt sich manche — zunächst auffällige — Lücke als bewußte Einschränkung,
und man gewinnt den Gesamteindruck, daß die üblichen Schwierigkeiten der
Klassifizierung, denen kein systematisches Schriftenverzeichnis aus dem Weg gehen
kann, im ganzen durchaus befriedigend bewältigt sind, wenn auch etwa die Stil-
ordnung (Klassizismus; Romantik einschl. Naturalismus und Realismus; Impressio-
nismus; Gotik; Barock und Rokoko; Kolonialstil) den nicht-amerikanischen Benutzer
anfangs etwas befremden muß. Als vollkommen verfehlt freilich stellt sich —
von jedem kontinentalen Unterschied abgesehen — die Zusammenfassung von
„Dramatic Poetry and the Theatre" als Untergruppe von „Poetry and Aesthetics
of Literature" heraus. Die Nebeneinanderstellung zweier in dieser Kategorie
zusammengebrachten Titel mag das Sinnwidrige einer solchen Begriffs-Ver-
mischung zeigen:

1348. Lukäsz, Georg von, Metaphysik der Tragödie.

1364. Nießen, Carl, Das rheinische Puppenspiel. Ein theatergeschichtlicher Bei-
trag zur Volkskunde.
Daß „Theater" unabhängig vom Literarischen eine ebenso selbständige Behandlung
erfordert wie „Musik", bedarf nach dem Stand unserer Erkenntnisse vom Wesen
des Theatralischen keiner weiteren Rechtfertigung.

Als besonderer Vorzug der Bibliographie verdienen neben der Zitierung wich-
tiger Rezensionen zum einzelnen Werk die gelegentlichen, ganz knapp gefaßten
Hinweise auf prinzipiell bedeutsame Kapitel, auf besondere Tendenz, auf Rang
der Zeitschrift (z. B. ZfÄ.: „The most important periodical for the subject of
aesthetics") usw. erwähnt zu werden.

Daß von fremdsprachlichen Werken die englische Übersetzung bevorzugt wird,
ist so lange einwandfreie Selbstverständlichkeit, als nicht notwendige Angaben
über die Originalausgabe (Erscheinungsjahr!) vernachlässigt werden. Und es darf
nicht ein aus dem Deutschen übersetztes Werk als englische Original-Publikation
zitiert werden (Nr. 19)! Noch in manchem anderen Fall läßt die Korrektheit der
bibliographischen Angaben zu wünschen übrig: von solch geringfügigen, wenn auch
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