Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 101

Nikolaus de Lyra: Postilla in Vetus Testamentum (I Rg-Tob)

Papier · 2, 176, 2 Bll. · 28,1–28,2 × 19,5–19,8 cm · Franken · 14. Jh. letztes Viertel, um 1400 (?)


Schlagwörter (GND)
Bibel, Altes Testament / Liturgie / Exegese.
Entstehungsort
Franken. (?, evtl. Würzburg; s. Wasserzeichen und Pal. lat. 100).
Entstehungszeit
14. Jh. letztes Viertel, um 1400 (?).
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Papier.
Umfang
2, 176, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
28,1–28,2 × 19,5–19,8 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
I2a (kein Spiegelbl.) + 8 VI108 + 3 VII150 + VI162 + VII175 + I177* (kein Spiegelbl.).
Seiten-, Blatt- und Lagenzählung
Fehlerhafte römische Foliierung des 17. Jhs. (1–172, 172, 173–175); die zwei ersten und letzten Bll. der Hs. sind nicht gezählt, daher wird hier bei der Beschreibung die Zählung der Digitalisate übernommen. Lagenreklamanten unten rechts und Lagenzählung in arabischen Ziffern ([.1.]-[.13.]) unten mittig auf der Versoseite des jeweils letzten Bl.s der Lage, oft durch Beschnitt verderbt; letzte Lage nicht gezählt. Reste einer Lagenfoliierung bei der dritten Lage in der unteren linken Ecke der Rectoseiten in arabischen Ziffern bis jeweils zur Lagenmitte.
Zustand
Recht gut erhalten. Stellenweise Bräunungen mit Stockflecken. Beginnendes Durchschlagen der Tinte.
Wasserzeichen
Ochsenkopf, einkonturige Stange mit Stern in verschiedenen Varianten (Würzburg, 1385; WZIS DE9045-PO-66814; Würzburg, 1388; WZIS DE9045-PO-67720; o.O. um 1390 WZIS DE4440–701.216_133) .

Schriftraum
21,5–22,0 × 13,8–14,0 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte.
Zeilenanzahl
33–49 Zeilen, in der Regel 40–41 Zeilen.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Vermutlich von mehreren (zwei?) Händen; Schreiberwechsel wohl zwischen Bl. 150 und 151. Hand 1 ist wohl identisch mit dem Schreiber von Pal. lat. 100.
Buchgestaltung
Blockhafte Anordnung des Textes. Incipits und Explicit meist als Rubriken gestaltet. Die Anfänge der biblischen Bücher werden durch große rote Initialen mit Fleuronné kenntlich gemacht; die Kapitelanfänge werden hervorgehoben durch rote Lombarden zum Teil mit Fleuronné sowie der Kapitelzählung in Rubriken im laufenden Text. Die kommentierten Bibelstellen sind im Text zitiert und werden durch rote Unterstreichungen kenntlich gemacht. Abschnitte innerhalb des Kommentars sind durch Satzmajuskeln mit üblichen Rubrizierungen oder roten Paragraphzeichen hervorgehoben. Seitentitel in Rot von der Hand des Rubrikators. Anweisungen für den Rubrikator sind meist erhalten.

Nachträge und Benutzungsspuren
Wenige Korrekturen, Ergänzungen und Anmerkungen. Notazeichen nachgetragen.

Einband
Leicht beschädigter römischer Einband zwischen 1623 und 1626: grünes Pergament über Pappe; Wappen Papst Urbans VIII. auf dem Vorderdeckel, auf dem Hinterdeckel Wappen des Kardinalbibliothekars Scipione Cobelluzzi. Rücken mit goldgeprägten Bienen zwischen den Bünden (Barberini); Signaturen. Vgl. Schunke, Einbände 2.2, S. 817.
Provenienz
Franken (?) / Würzburg (?) / Heidelberg.
Geschichte der Handschrift
Vorderspiegel mit Signaturschildchen. 1ar mit gestrichenen älteren (römischen?) Signaturen und der aktuellen Signatur; 2ar mit Capsa-Nummer: .69., aufgeklebt sind zwei Streifen aus einer älteren Hs., die möglicherweise als Lesezeichen dienten. Von einer Hand des 17. Jhs. (?) wurde der Titel hinzugefügt: .N. de Lyra super 1. 2. 3. 4. libros Regum etc. Die Hs. dürfte wohl in Franken, vielleicht in Würzburg, im letzten Viertel des 14. Jh.s entstanden sein; darauf deuten die Wzz. hin. Vgl. zur Provenienzfrage auch Pal. lat. 100.
Besonderheiten
Gehört zu Pal. lat. 100; weist u. a. dasselbe Wz. (Ochsenkopf) auf. An beiden Hss. sind dieselben Schreiber beteiligt.

Faksimile
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/bav_pal_lat_101
Literatur
OVL, Pal.lat.101; Schunke, Einbände 2.2, S. 817; Stevenson, Latini, S. 16.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt abgekürzt zitierten Literatur

) 1r–175v Digitalisat

Verfasser
Nikolaus de Lyra (GND-Nr.: 119238683).
Titel
Postilla in Vetus Testamentum.
Angaben zum Text
(1. 1r–30v) I Rg mit Prolog. Stegmüller, RB 5837. (2. 30v–52v) II Rg. Stegmüller, RB 5838. (3. 52v–76v) III Rg. Stegmüller, RB 5839. (4. 76v–96r) IV Rg. Stegmüller, RB 5840. (5. 96r–118r) I Par. Stegmüller, RB 5841. (6. 118r–137v) II Par. Stegmüller, RB 5842. (7. 137v) Oratio Manesse. Stegmüller, RB 5843. (8. 138r–148v) I Esr mit Prolog. Stegmüller, RB 5844. (9. 148v–159r) II Esr (= Neh). Stegmüller, RB 5845. (10. 159r–166v) Est. Stegmüller, RB 5850. (11. 166v–175v) Tob. Stegmüller, RB 5847. Die Bücher Tobias und Ester sind in der Abfolge vertauscht; das zwischen beiden stehende Buch Judith fehlt in der Hs., wird aber am Ende noch angekündigt. Edition: Nicolaus de Lyra, Postilla super totam Bibliam I (I Rg-II Par), III (I Esr-Est), Straßburg 1492. Vgl. zu weiteren Editionen: 2VL 6, Sp. 1118.
1ar–2av bis auf Signaturen leer.
176*r–177*v leer.
Rubrik
1r Incipit prologus in librum Regum 1 [nicht als Rubrik, nur in schwarz-brauner Tinte als Anweisung an den Rubrikator?].
Incipit
1r Per me reges regnant prou. viijo [Prv 8,15] sicut dictum fuit in principio libri Judicum
Explicit
175v … Dat gratiam et gloriam Ps .83. [Ps 83,12] Cui est honor et gloria in seculorum secula amenExplicit postilla super Librum Thobye Sequitur postilla super Judith‹ [es folgen noch Verse, mit denen der Schreiber seine Freude über die Fertigstellung der Arbeit zum Ausdruck bringt und eine Fürbitte].
Edition
s. Angaben zum Inhalt.


Bearbeitet von
Dr. Uli Steiger, Universitätsbibliothek Heidelberg, 2016. Aktualisierung: Universitätsbibliothek Heidelberg, 2024.


Zitierempfehlung:


Vatikan, Biblioteca Apostolica Vaticana, Pal. lat. 101. Beschreibung von: Dr. Uli Steiger (Universitätsbibliothek Heidelberg), 2024.


Katalogisierungsrichtlinien
Die Katalogisierungsrichtlinien finden Sie hier.

Beschreibung erstellt im Rahmen des Projektes Erschließung von 876 mittelalterlichen und frühneuzeitlichen lateinischen Handschriften der Heidelberger Bibliotheca Palatina in der Vatikanischen Bibliothek in Rom.