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Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Heidelberg, Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. graec. 23 mit BnF, Par. Suppl. grec. 384

Anthologia Palatina u.a.

Pergament · Band A: 4, 315, 2 Bll.; Band B: 2, 48, 2 Bll. · 25,5 × 16,5 cm · Konstantinopel · Mitte 10. Jh.


Schlagwörter (GND)
Anthologia Palatina / Anthologia Graeca / Epigramme / Architektur / Ekphrasis.
Diktyon-Nr.
32453.
Vorderspiegel Schenkungsexlibris
f. 1ar–1*v vacant
f. 3*r–v Inhaltsverzeichnis
f. 4*r–v vacat
1) f. Ar Anonymus, Index
2) f. Av–Dv Anonymus, Epigrammata
f. 5*r–v, 6*r–v, 7*r–v vacant
3) S. 1–40 Paulus Silentiarius, Ecphrasis Hagiae Sophiae
f. 2ar–v, 14arv, 16arv vacant
4) S. 40–48, 691–692, 695–703 Gregorius Nazianzenus, Carmina theologica
5) S. 49–642, 664–674, 693–695, 704–709 Constantinus Cephalas, Anthologia Palatina
6) S. 643–664 Iohannes Gazaeus, Ecphrasis
7) S. 675–690 Pseudo-Anacreon, Anacreonta

Kodikologische Beschreibung

Entstehungsort
Konstantinopel.
Entstehungszeit
Mitte 10. Jh. Der Hauptteil entstand um 950. Die These von Aubreton, S. 46–47, der auf die 2. Hälfte des 11. Jhs. datiert, traf auf viel Widerspruch. Die Datierung wurde auf der Grundlage der paläographischen Merkmale der Schrift gewählt (vgl. Diller 1974, S. 514–524; Wilson 1983, S. 138; Irigoin 1977, S. 284; Agati 1984, S. 43–59). Laut Cameron 1993, S. 97–99, sollten auch die chronologischen Hinweise in den Scholien besser genutzt werden. Insbesondere die Scholien, in denen Konstantin Kephalas erwähnt wird, lassen den Schluss zu, dass zwischen Kephalas‘ Vorarbeiten zu den Epigrammen (ca. 900) und der eigentlichen Zusammenstellung der Anthologia ein Zeitraum von etwa 30–40 Jahren (und nicht 150, wie von Aubreton 1968, S. 32–82, vorgeschlagen) vergangen sein muss. Diese Schlussfolgerung stünde im Einklang mit der paläographischen Untersuchung und würde es ermöglichen, die Datierung auf die Mitte des 10. Jahrhunderts (nach Cameron 1993, S. 99 um 940) zu bestätigen.
Einige Zusätze aus dem 13. Jh., darunter die Bll. A–D.
Typus (Überlieferungsform)
Codex.
Beschreibstoff
Pergament (in verschiedener Machart: S. 1–50 und 62–63 ist ein Typ, S. 51–61 und 64–436 ein anderer; S. 453–642 unterscheidet sich nochmalig durch die Dicke der Bll.); Vorsatz- und Einsatzbll. westliches Papier.
Umfang
Band A: 4, 315, 2 Bll.; Band B: 2, 48, 2 Bll.
Format (Blattgröße)
25,5 × 16,5 cm.
Zusammensetzung (Lagenstruktur)
Band A: (II-3)1a + 34* + (II+2)D + (IV+4)16a + 12 IV210 + (V-2)226 + 24 IV612 + 1614 + (II-2)618. Band B: (II-2+1)B + 6 IV710 + (II-2)712*. Marmorpapier ist so auf die Spiegel und die Vorsatzbll. geklebt, dass es die Gegenbll. des Vorderspiegels und von Bl. 1 sowie des Hinterspiegels und von Bl. 617/618 bildet.
Foliierung
Paginierung mit arabischen Zahlen im Kopfsteg (S. 1–54, 54a, 55–176, 178–614; Zählfehler: 177, 187 und 188 wurden ursprünglich ausgelassen, aber 189 wurde durchgestrichen und durch 187 ersetzt, so dass es heute keine S. 188 und 189 gibt; 276–277 ausgelassen). Die Paginierung wird von Friedrich Sylburg zitiert, stammt also aus der Zeit vor 1596. Es ist nicht auszuschließen, dass sie sogar von ihm selbst stammt. Zusätzliche Bleistiftfoliierung einiger Vorsatzbll. (1*, 3*). Die ersten Pergamentseiten tragen eine alte Foliierung (A–D), die auch hier genutzt wird. Auf ihnen finden sich aber noch andere Zählungen: eine Paginierung α’– ς’ sowie schlecht erkennbare Bleistiftzählungen.
Die Paginierung läuft in Band B weiter (615–710), dort allerdings mit Bleistift und wahrscheinlich von anderer Hand. Zusätzlich findet sich dort eine Foliierung (f. 1–48) sowie weitere bruchstückhafte Zählungen. Eine ältere Zählung beginnt mit 615, foliiert aber. Auf diese Folioangabe bezieht sich auch der Index auf Arv. Foliierte Vorsatzbll. 1* (nicht gezählt, hinter dem Vorderspiegel), A und B sowie 711* und 712* (nicht gezählt). Diese Beschreibung bezieht sich in beiden Bänden auf die Paginierung. Die Bezeichnung der ungez. Bll. folgt dem Digitalisat (1a, 4*, 5*, 6*, 7*, 2a, 14a, 16a, 615*–616*).
Lagenzählung
Die Lagen sind mit griechischen Zahlen zu Lagenbeginn in der Mitte der ersten Rectoseite oben gezählt. Die erste erhaltene Zahl ist auf S. 49 (Γ’).
Zustand
Die Hs. besteht aus zwei Teilen, in die sie wahrscheinlich in Rom aufgeteilt wurde (vor 1790). Der umfangreichere Teil A befindet sich heute in Heidelberg, Teil B in der Bibliothèque nationale de France, Paris (Supplément grec. 0384). Aus restauratorischen Gründen wurden einige Bll. am Anfang unterfüttert. Mehrere Papierbll. wurden eingefügt, weil einige Pergamentbll. zusammenklebten. Einige Bll. fehlen auch. So fehlt am Anfang die im Index genannte Johannes-Paraphrase des Nonnus Panopolitanus. Durch die Blattverluste ist die ursprüngliche Lagenformel nicht mehr eindeutig zu bestimmen. Der Einband ist schadhaft und abgegriffen. Der Rücken ist im oberen Bereich unterfüttert. Das Papstwappen ist beschädigt. Im unteren Bereich beginnt sich der Rücken zu lösen.
Wasserzeichen
F. 3*: im Falz befindet sich ein abgeschnittenes Wasserzeichen, das einer Schale ähnelt.; f. 1* und 615*: Schriftzug Vittori (18. Jh.?). Auf 616* ist ein kreisförmiges Wasserzeichen (nicht identifiziert). Die Einlageblätter haben zwar eine Siebstruktur, aber keine Wasserzeichen.

Schriftraum
17,5–18 × 10–10,5 cm.
Spaltenanzahl
1 Spalte Lediglich die Gregor-Gedichte im 2. Band (S. 675–690) sind in 2 Spalten angeordnet.
Zeilenanzahl
33 Zeilen.
Linierung
f. 1–63: 20D1 Leroy 1995; ab f. 64: 30C1.
Angaben zu Schrift / Schreibern
Die Hs. ist kein Autograph des Konstantinos Kephalas, sondern wenige Jahre nach ihm entstanden. Man identifiziert die sog. Schreiber A, A2, B, B2, B3 und J (um 970/980: Hersteller und erster Besitzer der Hs.: u.a. Beckby I, S. 90, 93 und 117); dort werden A, B und J auch als Librarii Palatini, C als corrector Palatini, l als lemmatista Palatini und P1 als prima manus Palatini ante correcturam bezeichnet. Außerdem Σπ (f. Av–Dv: 13. Jh.).
Hand A: S. 51–61, 64–423 (Z. 25).
Hand A2: S. 648 (Z. 10)–664 (Z. 20).
Hand B: S. 453–488 (Z. 12), 489–517, 524 (Z. 21)–568 (Z. 9), 569–621.
Hand B2: S. 518–524 (Z. 21).
Hand B3: S. 622–642, 693–695 (Z. 13), 705–706.
Hand J: f. Ar, S. 1–50, 62–63, 423 (ab Z. 26)–452, 643–648 (Z. 9), 664 (Z. 24)–674, 675–693, 695–704. Möglicherweise ist der Schreiber J mit Konstantinos Rhodius zu identifizieren (vgl. Cameron 1993, S. 136f., Lauxtermann 2003, S. 114–123). Wie dieses Schema zeigt, ist es möglich, zwei unterschiedliche Teile zu unterscheiden: Pa (ff. 1–452), der vorwiegend von Schreiber A geschrieben wurde; Pb (ff. 453–706), der vorwiegend von den Schreibern B, B2, B3 geschrieben wurde. Die übrigen Teile am Anfang, in der Mitte, und am Ende wurde von Schreiber J ergänzt. Außerdem hat Schreiber C bedeutende Korrekturen und manchmal Varianten in Teil Pa integriert, die von seiner Vorlage überliefert wurden: Die Varianten sind nämlich durch das Symbol γρ (=γράφεται) markiert. Die Frage, in welcher Form die anerkannten Kopisten zusammengearbeitet haben, ist umstritten und zum Teil noch ungeklärt. Laut Cameron 1993, S. 108f., wären die Beiträge von den verschiedenen Schreibern über einen nicht langen Zeitraum verteilt: J, A, B, B2 und B3 würden zu demselben Atelier gehören und einige von J und C geschriebenen Marginalien könnten Anspielungen der Zeit sein, in der Kephalas noch lebte oder in der er seit Kurzem tot war (vgl. die Scholien zum Titel von AP VII). Die These von Cameron wurde von van Dieten 1994 in Frage gestellt. Laut dem Wissenschaftler gab es(wegen der paläographischen und kodikologischen Eigenschaften der zwei Teile der Handschrift, vgl. S. 347–360) keine Zusammenarbeit von B, B2, B3 mit J und A. Der von B, B2, B3 geschriebene Teil sei früher hergestellt worden, während der Eingriff von A und J nachfolgend und unabhängig gewesen sei. Auch die Zusammenarbeit von A und J könne nicht bestätigt werden: Es sei aber sicher, dass der Beitrag von J wesentlich dafür gewesen sei, dass die Handschrift ihr endgültiges Aussehen erhalten habe. Für ähnliche Meinungen s. auch Irigoin 1975–1976, 1977 und in letzter Zeit Orsini 2005, S. 300–305. Die Schrift von B ist eine nicht geneigte, kleine und runde Minuskel, die an die Schrift der Philosophischen Kollektion erinnert: Die vertikalen Striche sind nicht stark entwickelt und enden mit kleinen Haken oder Anschwellungen. Die impression d’ensemble der Minuskel ist elegant, kalligraphisch, und nicht gekünstelt. Schreiber B2 fällt durch eine rechtsgeneigte Minuskel und die Anwendung einer dunkleren Tinte auf. Die Minuskel B3 ist immer rund und klein, aber unregelmäßiger. Das ist die Minuskel, in der die kursiven Elemente und die Anwendung von Ligaturen häufiger sind (z.B. Ligatur tau-epsilon, überlagerte Buchstaben wie alpha-tau). Die Hand von J ist gekennzeichnet durch eine flüssige, regelmäßige, kleine und rechtsgeneigte Minuskel. Die kursiven Ligaturen sind manchmal charakteristisch für diese Hand und betreffen vor allem den Buchstaben epsilon (epsilon-lambda, epsilon-gamma, epsilon-iota, epsilon-chi). Häufige Anwendung von Majuskelbuchstaben (wie ny, pi, lambda, gamma, sigma, epsilon, omega, delta). Die Schrift von A ist ähnlich J, aber kunstvoller gestaltet: Das ist die Schrift eines Gelehrten, die manchmal auch Schnörkel und kursive Eigenschaften zeigt (Buchstabenoolymorphie, Einsatz von Majuskeln, epsilon-Ligaturen). Die Minuskel A2 ist eine rechtsgeneigte Gelehrtenschrift, in der Länge aber stärker entwickelt. Weil die Neigung größer ist, sind die Buchstaben enger und die Schrift ist dichter. Man kann kursive Striche, wie die Ligatur tau-epsilon-rho oder den häufigen Einsatz von Majuskeln, erkennen. Für eine vertiefte Beschreibung der verschiedenen Schriften siehe Agati 1984, S. 43–59.
Gelegentlich wechseln sich eine Auszeichnungsschrift (majuskelbetont: f. Ar, S. 43–48) und ein minuskelbetonter Duktus ab. Kursive Minuskelschrift, konsequente Anwendung des Iota adscriptum.
Σπ: f. Av–Dv; S. 476 (Z. 1–2), S. 488 (Z. 13–34), S. 568 (Z. 10–29), S. 707–709.
In den Marginalien finden sich überwiegend die genannten Schreiberhände wieder: im Bereich von B, B2 und B3 stammen auch die Marginalien vom jeweiligen Schreiber des Haupttextes. Im Bereich von Hand A wurde ein als lemmatista bezeichneter Schreiber in den Marginalien tätig. Dazu Pelucchi, S. 166–167.
Annotationen von Friedrich Sylburg (Stellenangaben in margine, Paginierung).
Buchgestaltung
Den größten Teil dieser Handschrift nimmt die als Anthologia Palatina bekannte Epigrammsammlung (Text 5) ein. Einige Ekphraseis sind vorangestellt bzw. eingeschoben.
Die Epigramme bilden den Haupttext und sind innen auf den Seiten angebracht. Die Initialen der Gedichte, mancherorts auch die Anfangsbuchstaben der Hexameterverse, befinden sich links des Schriftspiegels in einer eigenen Spalte. In der nächstäußeren Spalte befinden sich Annotationen, aus der Entstehungszeit oder etwas später. Sie enthalten häufig Autorennennungen oder Titel. Ganz links (auf Versoseiten innen, auf Rectoseiten ganz außen) befinden sich spätere Annotationen, meist Zahlen. Die arabischen Zahlen sind Stellenangaben zu einer Edition der Anthologia Planudea, die Friedrich Sylburg ergänzt hat. Sylburgs Exemplar der Edition befindet sich in den Beständen der UB Heidelberg und enthält Verweise zu den Seiten der Hs. Sie treten auf in der Sylloge Σπ, im 2., 5.–11. und sehr selten im 12. Buch. Die griechischen Zahlen (nur Bücher V, VI, VII) sind wohl eine Zählung (die Epigramme werden in Zehnerschritten gezählt: erotische Gedichte, ab S. 88–140: bis τ’ 300; S. 141–207: α’–τξ’: anathematische Gedichte; S. 207–286: bis φ’;). Sie sind im Gegensatz zu allem anderen Text mit schwarzer Tinte geschrieben. In Buch XIII gibt es eine weitere Gedichtzählung (wohl aus der Entstehungszeit).
Buchschmuck
Es gibt weder Rubrizierungen noch nennenswerte Vergrößerung von Initialen. Lediglich auf S. 42–45 finden sich vergrößerte Initialen nach Art antikisierender Majuskeln. Überschriften heben sich ab durch eine Auszeichnungsschrift, die stärker an Majuskeln orientiert ist. Im zweiten Band sind einige Figurengedichte (S. 669–674).

Nachträge und Benutzungsspuren
Die Randnotizen der Handschrift zeigen, dass die Anthologia sofort nach ihrer Herstellung gelesen und verwendet wurde. Für eine komplette Beschreibung der Randhände, siehe Pelucchi 2020, S. 161–187. In den von B, B2 und B3 geschriebenen Teilen wurden die Randnotizen, Lemmata und Titel von denselben Händen ergänzt. In dem ersten Teil des Kodex‘ sind die Hände von A und des „Lemmatisten“ (Sigle L in der Edition von Stadtmüller 1894–1906) erkennbar. C stellt die Haupthand dar, die am Rande des Teils Pa (1–450) die Lesarten des Texts korrigiert und kommentiert (manchmal mit Varianten).
Schenkungsexlibris auf dem Vorderspiegel; darauf händisch: In novo PALAT. XXIII Indice. Olim 33. Weiteres Schenkungsexlibris in Band B, f. Br. Darauf ist ein spiegelverkehrter Abklatsch in roter Tinte, möglicherweise von der Rückseite durchgedrückt: Τὸ παρὸν βιβλίον πλήρωμα τοῦ Κόδικος ΛΓ’. 1*v: bibliothekarische Einträge, mit Angabe der enthaltenen Blätter, darunter Continet: Anthologiae Palatinae partem priorem. f. 3*rv eingefügter Index. Er geht auf den 1740 auf Chios geborenen und seit etwa 1770 in Rom lebenden Weltgeistlichen Ignacio du Portu (= τοῦ Πορτοῦ) zurück. Hintergrund war seinerzeit die im Frieden von Tolentino (1797) vereinbarte Übergabe in Rom aufbewahrter Handschriften an die Bibliothèque Nationale in Paris. Für die ursprünglich nur beigegebenen Blätter fand vatikanisches Papier Verwendung, zur Identifikation u. Datierung der entsprechenden Wasserzeichen aus Fabriano wie auch zu Ignacio du Portu s. Paul Canart, Les cotes du manuscrit palatin de l'Anthologie, in: Scriptorium 35 (1981), S. 237–239. Ignacio war – wie auch andere Angehörige seiner Familie – des Französischen mächtig und wurde mit diplomatischen Aufgaben betraut, so dass seine Mitwirkung an dieser Transaktion durchaus berechtigt erscheint. Indices von seiner Hand sind in den meisten Palatini graeci enthalten, die 1797 nach Paris kamen. Auf Friedrich Wilken 1817, S. 213, geht die Fehlannahme zurück, es handle sich um einen Vorgang des 17. Jhs.
Stempel der Bibliothèque nationale de France auf Ar und p. 614 sowie in Band B, f. Br, p. 615 und 709. Stempel der Universitätsbibliothek Heidelberg auf Ar. Hinweis auf den Verbleib der restlichen Bll.: S. 614 Τὰ λοιπὰ ἐν κωδ. ΛΓ’ (von der Hand Allaccis, vgl. Stevenson, Graeci, S. 18) und 615 (Band B) πλήρωμα τοῦ Κωδ. Κγ’ . Band B: Auf 1*v ist die Beschreibung aus dem Omont-Katalog aufgeklebt. Darunter ein handschriftlicher Eintrag Volume de 48 feuillets plus le feuillets A. B préliminaires 19 Juillet 1882.

Einband
(Beide Bände:) Roter Ledereinband der BAV aus der Zeit von Kardinalbibliothekar Francesco Saverio de Zelada und Papst Pius VI. (entstanden zwischen 1779 und 1797); Rücken mit goldenen Wappenstempeln von Papst Pius VI. (oben) und Kardinalbibliothekar de Zelada (unten), vgl. Schunke, Einbände, II, S. 909. Band A trägt auf dem Rücken die mit Gold eingeprägte Signatur 213 (!), Band B die Signatur 23. Anders als bei anderen Palatina-Einbänden haben die Deckel florale Verzierungen in Gold. Diese sind auch auf den Kanten der Deckel vorhanden.
Provenienz
Padua / England / Löwen / Mechelen / Heidelberg / Rom / Terracina / Paris.
Geschichte der Handschrift
Die Geschichte der Anthologia Palatina fängt mit Kostantinos Kephalas an, der um 900 eine Sammlung von Epigrammen angelegt, die eine Epitome der meisten antiken Epigramm-Anthologien (wie die Krone von Meleager, oder die Sammlungenen von Philipp, Strato, Agathias) war. Er organisierte das ganze Material nach den verschiedenen Themen. Die Anthologie von Kephalas bildet den Text, aus dem die Anthologia Palatina entnommen und erstellt wurde. Die Gattung Epigramm war in Konstantinopel so beliebt, dass sie in den Schulen gelehrt und praktiziert wurde. Kephalas war wahrscheinlich ein Lehrer an der Schule τῆς νέας ἐκκλησίας zusammen mit dem älteren Gregorius (vgl. die Randnotiz von C zu AP VII, 429): Sie beide bedienten sich der Epigramme. Vielleicht beeinflusste das Werk des Gregorius auch das des Kephalas und seine folgende Sammlung.
Die Entstehung der Anthologia Palatina in Konstantinopel gilt als sicher, der weitere Weg ist nur ansatzweise bestimmbar (vgl. Beckby, Vol. I, S. 90–91): 1421 soll Giovanni Aurispa die Hs. von Konstantinopel nach Italien gebracht haben (über Verona, Mailand, Bologna nach Florenz, evtl. Ferrara). Es ist nicht exakt rekonstruierbar, wie die Hs. nach Heidelberg gelangt ist, da sie selbst keine Hinweise darauf enthält. Vermutet wurde früher, dass sie über Nikolaos Sophianos (ca. 1500–1552) oder Michael Sophianos (ca. 1515–1565) sowie Francesco Porto zu dessen Sohn Emilio Porto (1550–1615) gelangte, der 1593–1609 in Heidelberg lehrte, wo Friedrich Sylburg von ihm die Hs. für seine Privatbibliothek erworben habe (vgl. Beckby, Vol. I, S. 90–91).
Plausiblere Versuche, die Provenienz zu ergründen, basieren auf der Rezeption von Epigramm-Editionen (vgl. hierzu vor allem die Arbeit von Alan Cameron, die Simone Beta erzählerisch ausgebaut hat): So führt eine Spur nach Padua, wo Marcus Musurus sie besessen habe; dann sei sie durch Erasmus von Rotterdam nach England gebracht worden, wo die Hs. erst im Besitz von Thomas Morus, dann von John Clement gewesen sei. Letzterer brachte sie nach Löwen, wo Henricus Stephanus aus ihr die Anacreonteen edierte, die nur in der Anthologia Palatina erhalten seien (Cameron 1993, S. 178–185). Clement habe sie dann mit nach Mechelen genommen, wo er 1572 verstarb. Bei der Plünderung dieser Stadt 1580 sei seine Büchersammlung zerstreut worden.
Im Jahr 1606 ist die Hs. in der Bibliotheca Palatina durch einen Hinweis des Bibliothekars Jan Gruter an Salmasius belegt (vgl. Beckby, S. 95). Anhand einiger Annotationen (siehe Buchgestaltung) lässt sich nachweisen, dass sie sich im Besitz Sylburgs befunden hat; in dessen Bibliothekskatalog von 1591 ist sie aber noch nicht aufgeführt.
Die heutige Signatur 23 erhielt die Hs. erst in Rom. Dieselbe Nummer trägt allerdings auch eine Rhetorik-Hs., die aus dem hen-Bestand Ulrich Fuggers stammt. Auf dem von Ignatius du Portu ca. 1797 geschriebenen Bl. 3* (in Band A; Bl. A in Band B) findet die Nummer vielleicht zum ersten Mal zur Bezeichnung der Anthologie Verwendung. In der Kopie des Sylburg’schen Kataloges, BAV, Pal. lat. 429bis, f. 141r, ist sie unter der Signatur 443 aufgeführt. In Rom gab es unter Contelori einen Versuch der Umgruppierung aller Signaturen. Nach der Rückkehr zum System von Sylburg erhielt diese Hs. dann die Signatur 33 (vgl. ebda., f. 261r–v; sie ersetzte eine schon damals verschollene Hs. dieser Signatur mit Texten von Euthymius Zigabenus). Laut einem Eintrag im Ausleihregister (ediert bei Theiner, S. 99 ) hat Balthasar Venator, Heidelberger Secretarius, sie 1620 ausgeliehen. 1623 wurde sie mit der Bibliotheca Palatina nach Rom gebracht. Sie wurde in zwei Bände geteilt, deren zweiter die Signatur Pal. gr. 33 erhielt. Durch die Einbände kann erschlossen werden, dass dies vor 1797 geschah. Möglicherweise ist beim Entfernen des ursprünglichen Einbands die Hs. auseinander gefallen. Bei der Neubindung ist vermutlich auch die irrtümliche Signierung mit 23 unterlaufen. Die Tatsache, dass beide Bände ein Schenkungsexlibris von 1623 enthalten, ist aber ein Indiz dafür, dass die Hs. schon damals in zwei Bänden vorlag (vgl. auch Beckby, Vol. I, S. 96). 1797 gelangten beide Bände im Rahmen des Vertrages von Tolentino nach Paris in die Bibliothèque nationale de France. Der Versuch von Papst Pius VI., sie auf seinem Landgut in Terracina zu verstecken, misslang (vgl. Beckby, Vol. I, S. 97). 1815/1816 wurde der erste Band zusammen mit den übrigen 37 in Paris befindlichen Palatina-Hss. an die Universitätsbibliothek Heidelberg zurückgegeben. Der zweite Band verblieb, zunächst wohl unerkannt, in Paris unter der Signatur BnF, Supplément grec. 384. Erstmalig wurde die Anthologia Palatina im 18. Jahrhundert ediert (vgl. Beckby, Vol. I, S. 99–102). Danach setzte eine rege Rezeption ein. 1911 erfolgte durch Karl Preisendanz eine photomechanische Reproduktion beider Teile.

Faksimile
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/cpgraec23
Literatur
Hinweis: Der Cod. Pal. graec. 23 gehört zu den meistbeforschten Codices aus dem Bestand der Bibliotheca Palatina. Aus diesem Grund kann hier nur wichtige ausgewählte Literatur angeführt werden. Zur älteren Forschung gibt Beckby einen guten Überblick, zur Geschichte siehe Cameron, The Greek Anthology, from Meleager to Planudes, Oxford 1993. Für eine generelle Einführung zu den meisten Problemen der Datierung siehe Aubrey Diller, The Age of Some Early Greek Classical Manuscripts, in: Serta Turynana (1974), S. 514–524; Nigel Wilson, Scholars of Byzantium, Baltimore 1983; Jean Irigoin, Philologie grecquegraeque, in: Annuaire de l’École pratique des hautes études 1975–6, 1977, S. 281–295; Maria Luisa Agati, Note paleografiche all'"Antologia Palatina", in: Bollettino dei Classici, Ser. 3, Vol. 5 (1984), S. 43–59. Für eine relativ aktuelle Aufzählung der einschlägigen Literatur siehe Marco Pe lucchi, I marginalia dell'Anthologia palatina: Karl Preisendanz e una questione da riaprire, in: Scripta: an international journal of codicology and palaeography 13, (2020), S. 161–187; Stevenson, Graeci, S. 17–19; Theiner, S. 99; Hubert Bastgen, Vatikanische Dokumente zur Herausgabe der Codices an die Heidelberger Universität im Jahre 1816, in: Neue Heidelberger Jahrbücher, Neue Folge, Heidelberg 1929, S. 52–99; Wilhelm Port, Deutsche Akten über die Rückgabe der Bibliotheca Palatina durch den Vatikan im Jahre 1815/16, in: Neue Heidelberger Jahrbücher, Neue Folge, Heidelberg 1929, S. 100–152; Hugo Stadtmüller, Anthologia Graeca epigrammatum Palatina cum Planudea <1–9,563>, I-III, 1894–1906; Karl Preisendanz, Die spätere Buchgeschichte der Anthologia Palatina, in: Zentralblatt für Bibliothekswesen 58 (1941), 87–105; Robert Aubreton, La tradition manuscrite des épigrammes de l’Anthologie palatine, in: Revue des Études Anciennes 70, 1968, S. 32–82; Paul Canart, Les cotes du manuscrit palatin de l’Anthologie, in: Scriptorium 35/2, 1981, S. 227–240; Vittorio Citti u.a., An index to the Anthologia Graeca, Anthologia Palatina and Planudea, Amsterdam 1985; Alan Cameron, The Greek Anthology from Meleager to Planudes, Oxford 1993; Jean-Louis van Dieten, Zur Herstellung des Codex Palat. Gr. 23/Paris. Suppl. Gr. 384, in: Byzantinische Zeitschrift 86/87 (1993/94), S. 342–362; Pasquale Orsini, Lo scriba J dell’Antologia Palatina e Costantino Rodio, in: Bollettino della Badia Greca di Grottaferrata 54, 2000, S. 425–435; Marc Diederik Lauxtermann, Byzantine Poetry from Pisides to Geometres: Texts and Contexts, Vol. I, Wien 2003; Pasquale Orsini, Pratiche collettive di scrittura a Bisanzio nei secoli IX e X, in: Segno e Testo, 3 (2005), S. 265–342; Francesca Maltomini, Tradizione antologica dell’epigramma Greco. Le sillogi minori di età bizantina e umanistica, Rom 2008, hier S. 94–97; Francesca Maltomini, Some Poetic Multiple-Text Manuscripts of the Byzantine Era, in: Alessandro Bausi/Michael Friedrich/Marilena Maniaci (Hrsgg.), The Emerge of Multiple-Text Manuscripts, Berlin/Boston 2019 (Studies in Manuscript Cultures 17), S. 201–214, hier S. 202–205; Konstantinos Kephalas, in: Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit Online, De Gruyter 2013 (abgerufen 22.04.2021); Simone Beta, Io, un manoscritto. L’Antologia palatina si racconta, Rom 2017; Jochen Schultheiß, Vom Meißel zum Griffel: Literarisierte Memorialkultur in den Epitaphien des Gregor von Nazianz, in: Cornelia Ritter-Schmalz/Raphael Schwitter (Hrsgg.), Antike Texte und ihre Materialität: alltägliche Präsenz, mediale Semantik, literarische Reflexion, Boston 2019 (Materiale Textkulturen 27), S. 67–90; Tatiana Alexandrova, The Syncretic Revelation of John of Gaza, in: Scrinium 16, 2020, S. 147–157; Begoña Ortega Villaro/María Teresa Amado Rodríguez, Antología palatina: libros XIII, XIV, XV: (epigramas variados), Madrid 2021.
Verzeichnis der im Katalogisierungsprojekt abgekürzt zitierten Literatur

Inhalt

1) Ar Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
Index.
Angaben zum Text
Der erste Teil des Index enthält sieben Titel (von denen der erste, nämlich die Johannes-Paraphrase des Nonnus Panopolitanus, in der Hs. fehlt), der zweite Teil (ab Z. 13) enthält die 15 Bücher der Epigramme, thematisch geordnet. Vermutlich ist der Index aus einer anderen, nicht mehr erhaltenen Kopie der Kephalas-Sammlung abgeschrieben (vgl. Beckby, Vol. I, S. 204).
Titel (Vorlage)
Ar τάδε ἔνεστιν ἐν τῆιδε τῆι βίβλωι τῶν ἐπιγραμμάτων.
Incipit
Ar α’· νόννου ποιητοῦ πανοπολιτάνου εἴσφρασις του κατα ἰωάννην ἁγίου εὐαγγελίου.
Explicit
Ar ἐν αἷς καὶ τὰ αρεθᾶ καὶ ἀναστασίου καὶ ἰγνατίου καὶ κωνσταντίνου καὶ θεοφάνους κεῖνται ἐπιγράμματα.
Edition
Beckby, Vol. I, S. 92–93.

2) Av–Dv Digitalisat

Verfasser
Anonymus.
Titel
Epigrammata.
Angaben zum Text
Späterer Anhang zur Hs., der einen Auszug aus den Epigrammen enthält. Genannt Silloge additizia. Am linken Rand Stellenangaben in arabischen Zahlen. Av: Buch XVI/Epigramm 246 (an einen Satyrn); Χ/104 (Krates Philosophus); Appendix 25 (TLG 7052.001: Simonides); XVI/210 (Platon); XVI/213 (Leonidas); XVI/11 (Hermokreon). Br: erotische Gedichte; Bv–Cr: epideiktische Gedichte; Cv vacat, Dr Gedichte verschiedener Autoren.
Incipit
Av ἢ σατυρὸς· τὸν χαλκὸν ὑπέδραμεν, ἢ διὰ τέχνης.
Explicit
Dv ἔμπνοος νῦν· ἔβδομον κονίσομαι.
Schrift / Schreiber
Sog. Schreiber Σπ. Die hier vorliegenden Epigramme wurden erst im 13. Jh. geschrieben (Beckby, Vol. I, S. 93).

3) S. 1–40 Digitalisat

Verfasser
Paulus Silentiarius (GND-Nr.: 100957331).
Titel
Ecphrasis Hagiae Sophiae.
TLG-Nummer
4039.001–002.
Angaben zum Text
S. 1–31 Paulus Silentiarius: Ekphrasis der Hagia Sophia (S. 1–5 Vorreden in Jamben, S. 5–31 eigentliche Schilderung der Kirche in daktylischen Hexametern [zusammen 1029 Verse]); S. 31–40: Paulus Silentiarius, Descriptio ambonis (304 Verse).
Titel (Vorlage)
1 Παύλου σιλενταρίου ἔκφρασις τοῦ ναοῦ τῆς ἅγίας σοφίας.
Incipit
1 ἄρ’ἐστιν εὑρεῖν μείζονα.
Explicit
S. 40 καὶ ἱμεροδερκέι νηῶι.
Edition
Otto Veh, Prokop, Werke, Vol. 5, München 1977, S. 306–358 und 358–374.

4) S. 40–48, S. 691–692 (Band B), S. 695–703 (Band B) Digitalisat

Verfasser
Gregorius Nazianzenus (GND-Nr.: 118541900).
Titel
Carmina theologica.
TLG-Nummer
2022.059–060.
Angaben zum Text
Theologische Epigramme zu biblischen Büchern, Aposteln und Evangelisten. Die Reihenfolge in der Edition weicht leicht ab. Vom selben Autor ist außerdem das komplette Buch VIII der Anthologia Palatina (S. 326–357).
Titel (Vorlage)
40 τοῦ ἁγίου γρηγορίου τοῦ θεολόγου ἐκ τῶν ἐπῶν ἐκλογαί διαφόρων ἐπὶ γραμμάτων· καὶ ὑποθέσεων καὶ γνωμῶν.
Incipit
S. 40 θειοις ἐν λογίοισιν· ἀεὶ γλώσσηι τε.
Explicit
48 Ἔνθεν ἀναστήσας εὔδιον ἐς λιμένα.
Edition
Migne PG 37, Sp. 472–477 und 488–506; Migne PG 38, Sp. 778; Migne PG 37, Sp. 911–915.

5) S. 49–614 (Band A), S. 615–642 (Band B), S. 693–695 (Band B), S. 705–709 (Band B) Digitalisat

Verfasser
Constantinos Cephalas (GND-Nr.: 1089531664).
Titel
Anthologia Palatina seu Epigrammata.
TLG-Nummer
7000.001.
Angaben zum Text
Die sogenannte Anthologia Palatina ist eine Sammlung von Epigrammen unterschiedlicher Autoren, die ganz oder teilweise von Konstantinos Kephalas (floruit 917) zusammengetragen worden sein soll. Sie enthält etwa 3700 Gedichte. Zur Geschichte der Epigramme siehe Cameron 1993.
S. 49–63 Buch I (Christliche Epigramme: Beckby, Vol. I, S. 122–180); S. 64–76 Buch II (Ekphrasis des Christodoros von Koptos: Beschreibung von Statuen im Bad des Zeuxippos: ed. Beckby, Vol. I, S. 186–210); S. 76–81 Buch III (Epigramme aus dem Apollonistempel zu Kyzikos: Beckby, Vol. I, S. 218–230); S. 81–87 Buch IV (Prooimien des Meleagros, Philippos und Agathias: Beckby, Vol. I, S. 240–252); S. 87–141 Buch V (Erotische Gedichte: Beckby, Vol. I, S. 258–436); S. 141–207 Buch VΙ (Anathematische Gedichte: Beckby, Vol. I, S. 444–652); S. 207–326 Buch VII (Grabepigramme: Beckby, Vol. II, S. 14–438); S. 326–357 Buch VIII (Gedichte Gregors von Nazianz: Beckby, Vol. II, S. 448–568); S. 358–488 Buch IX (Epideiktische Gedichte: Beckby, Vol. III, S. 12–468); S. 489–507 Buch X (Protreptische Epigramme: Beckby, Vol. III, S. 474–538); S. 507–568 Buch XI (Trink- und Spottepigramme: Beckby, Vol. III, S. 546–764); S. 569–607 Buch XII (Epigramme des Straton von Sardes: Beckby, Vol. IV, S. 12–144); S. 608–614 Buch XIII (Epigramme in unterschiedlichen Versmaßen: Beckby, Vol. IV, S. 150–168); S. 615–642 Buch XIV (Arithmetische Epigramme und Rätsel: Beckby, Vol. IV, S. 174–248); S. 643–664 (Z. 19) Ekphrasis des Johannes von Gaza (hier Text 6); S. 664–709 Buch XV (Vermischtes: Beckby, Vol. IV, S. 258–300; unterbrochen durch die Anakreonteen S. 675–690 und Gedichte Gregors von Nazianz S. 691–692, 695–704). Von S. 669–674 sind Figurengedichte (ed. Beckby, Vol. IV, S. 270–280). Eine textlich verwandte Hs. ist die von Maximus Planudes bearbeitete Anthologia Planudea (Venedig, Cod. Marc. Gr. Z. 481. Sie entstand um 1300. Planudes griff redaktionell stark ein; dennoch gibt es viele Überschneidungen zur Anthologia Palatina. Die hier nicht vorkommenden Gedichte hat Beckby als Buch XVI seiner Edition (Vol. IV, S. 306–512) angefügt. Es wird vermutet, dass sie einst auch in der Anthologia Palatina enthalten waren. Es wird aber inzwischen bezweifelt, dass Planudes diese Hs. als Vorlage genutzt hat.
Titel (Vorlage)
S. 49 τὰ τῶν χριστιανῶν προτετάχθω εὐσεβῆ τε καὶ θεία ἐπιγράμματα, κἂν αἵλληνες ἀπαρέσκωνται.
Incipit
S. 49 ἃς οἱ πλάνοι καθεῖλον ἐνθάδ’ εἰκόνας.
Explicit
S. 709 εἰ λογάδα στρατιὴν· ὤλεσεν ἡμιθέων.
Textgestaltung
Titel oder Adressat jedes Epigramms ist in margine annotiert.
Edition
Hermann Beckby, Anthologia Graeca, Vol. I–IV, München 1965 (nur gerade Seiten; Hs. herangezogen als Sigle P; für die Bücher I–XIII ist Cod. Pal. graec. 23, für die Bücher XIV–XV Par. Suppl. grec. 384 die wichtigste Hs.). Eine Online-Edition erfolgt aktuell unter Anthologiagraeca sowie für das erste Buch. Die Bücher 13–15 sind unter Einbeziehung der Marginalien ediert bei Ortega Villaro/Amado Rodríguez.

6) S. 643–664 (Band B) Digitalisat

Verfasser
Iohannes Gazaeus (GND-Nr.: 120978326).
Titel
Ecphrasis.
TLG-Nummer
2578.001.
Angaben zum Text
Beschreibung einer Tabula Mundi, die sich möglicherweise in einer Badeanstalt befand.
Titel (Vorlage)
S. 643 ἰωάννου γραμματικοῦ γάζης· ἔκφρασις τοῦ κοσμικοῦ πινακος τοῦ ὄντος· ἐν τῶι χειμερίωι λουτρῶι.
Incipit
S. 643 ἄρ’ἔστι συγγενές τι μόχθος καὶ λόγος.
Explicit
S. 664 ἄσπορος εἷς τελέθων τις, ὃν οὐ νόος εὗρε νοῆσαι.
Edition
Paul Friedländer, Johannes von Gaza und Paulus Silentiarius: Kunstbeschreibungen Justinianischer Zeit, Leipzig u.a. 1912, S. 135–164 (Hs. als Codex unicus herangezogen).

7) S. 675–690 (Band B) Digitalisat

Verfasser
Pseudo-Anacreon (GND-Nr.: 118649035).
Titel
Anacreonta.
TLG-Nummer
4150.001.
Angaben zum Text
Die Gedichte galten lange als Werk des Anakreon. Dieser Text wurde erstmalig 1554 von Henricus Stephanus ediert.
Titel (Vorlage)
S. 675 ἰωάννου γραμματικοῦ γάζης· ἔκφρασις τοῦ κοσμικοῦ πινακος τοῦ ὄντος· ἐν τῶι χειμερίωι λουτρῶι.
Incipit
S. 675 ἄρ’ἔστι συγγενές τι μόχθος καὶ λόγος.
Explicit
S. 690 αἴγλαν τε[ὰν] λαμπρύνοις.
Schrift / Schreiber
Schreiber J.
Nachträge und Rezeptionsspuren
Am Ende ergänzt: Τέλος τῶν ἀνακρέοντος συμποσιακῶν.
Edition
Karl Preisendanz, Carmina Anacreonta e Bybl. Nat. Par. Cod. Gr. Suppl. 384 post Val. Rosium tertium edidit Carolus Preisendanz, Leipzig 1912.


Bearbeitet von
Vinzenz Gottlieb, Alice Montalto, Universitätsbibliothek Heidelberg, 17.08.2022.
Katalogisierungsrichtlinien
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Gefördert durch
The Polonsky Foundation Greek Manuscripts Project: a Collaboration between the Universities of Cambridge and Heidelberg – Das Polonsky-Stiftungsprojekt zur Erschließung griechischer Handschriften: Ein Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Cambridge und Heidelberg.