Vollmer, Hans
Ober- und mitteldeutsche Historienbibeln (Materialien zur Bibelgeschichte und religiösen Volkskunde des Mittelalters, Band 1, 1. Hälfte) — Berlin, 1912

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102 Beschreibender Teil.

305r Also nam der küng Jeremias tochter zu ainem wib by der
gewah er vnder andern kinden ainen sun genant Joachas vff
die zite als er by ain vnd drisig Jaren geregiert hctt do zoch
der küng von egipten genant Nechao in judea dz land also
zoch Josias gegen im usw.

Nach dem ausführlicher berichteten Fall Jerusalems, bei dem auch
erzählt wird, wie Jeremia die Arche verbirgt, und von seinem Tod und
ehrenvollen Begräbnis durch die Ägypter, folgt Daniel, anfangs ab-
weichend von Historienbibel I:

310r Under andern Juden hatte der küng nabuchodonosor gefangen
ainen glitten man von dem geschlecht iuda dem hettc got ee
das die gefangknusz geschach ain schönes kindlein gebh genant
daniel Nun als der küng die Juden all in sin land tailt do
erwalt er vsz der schar die edlosten vnd schönsten kind usw.
Dann, noch vor Nabuchodonosors Traum:

310V Hie lisz von Susannä gar hübsch

By den ziten sasz ain richer man zu babiloni was ouch vsz
dem land judea genät Joachim usw. Schluß:

312v Zu stund wurden sie beyd vsz der stat gefiirt vnd vff ainer
haid verstainiget. Darauf geht es weiter:

Darnauch ain nacht do der küng nabuchodonosor lag vnd schlieff
do trompi im vö ainem bild das für in gieng (vgl. Merzd. 468
Z. 2 — 13 v. o.; 469 Z. 7 v. o.ff.; doch weicht die Erzählung namentlich
anfangs von diesem Text nicht unerheblich ab, z. B. durch Anwendung
indirekter Rede, wo der Merzdorfsche Text direkte hat). Nach Merzd. 475
Z. 7 v. o. springt unsre Handschrift gleich zum übernächsten Abschnitt
über. Die dazwischenliegende Geschichte von Daniel in der Löwengrube
folgt, auch im Texte verschieden, erst später. Nach Merzd. 481 Z. 8 v. o.
hat T ein Plus von dem jungen Nabuchodonosor, der seinen Bruder
Evilmaradach gefangen setzt, dann aber bald stirbt, worauf ihm Evilmaradach
in der Regierung folgt. Nach der Weissagung vom Entchrist und vom
jüngsten Gericht, abschließend mit Merzd. 491 Z. 5 v. u.:

323v In scolastica hystoria findet man geschriben wie das zu den
ziten ain küng in Asya were genant astiaiges vnd was darius
des vorgenanten küngs von persia Schwager Der selb küng
astiaiges der hette ain tochter von der ward im ains nachts
im schlauff kund wie das sie ain kind geberen solt usw. (vgl.
Comestor 1470).
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