Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Bäurische Närrin. z r
Allbckantist/ Laß in der sündigen Stadt Sodoma der Loth
sey gewest wie ein gläutzcuderStern in einem finstern Gewölck/ wie
ein kostbarer Schmaragd in Mitte dcß Keths; wie ein theures Perl
in dem rauhen Mer Sand: Loch gering von Mhmen/abergewich-
tig in Verdiensten war derjenige/der beständig/gerecht und fromm
bliebe unter so gottlosen Leuchen. Neben andern GOtt- wohlge-
fälligen Tugenden hatte erforderst die Liebe und Freygebigkcit ge-
gen den Frembden: Wie auf eine Zeit zwey Engel/ in Gestatt der
Frembdlmg nach Sodoma kommen / da ist ihnen der Loth alsobald
entgegen gangen/ und hat sie mit allerHöfflichkeitin fein Haußgela-
den/auch selbe mit einem guten Nachtmahl versehen/ weßhalben die
Engel ihm den Untergang der Stadt angedeutet / auch ihn/ sei»
Weib/ unddie zwey Töchter aus der Stadt Klvwet/ jedoch mit dem
Befelch! es solle keines umfchauen: Es kuntesich aber Las fürwitzk«
ge Weib nicht enthalten/sondern wie sie Las erschröckliche Raßlen
undPraßlen deß Feuers höret/da hat sie sich umbgewendek/zu sehen/
wie es dann der elende» Stadt ergehe: Worauff sie also bald in eine
Saltz Säulen verkehret worden/ welche noch auff Sen heutigen Tag
steher: Essagendie Hebräer bey l-yranum, daß sie dessentwegen
seye meine Saltz -Säule verkehret worden/weil sie den Abend zu-
vor/als sie dasNachtmahl zugerichtet für diese Fremdling/mit allem
Fleiß die Speisen nicht habegesaltzen/ damit nur diese ein andersmal
nicht mehr möchten einkehren/ dann sie war eine aus den Orden der
kargen Schwestern/ und hatte mit ihnen grob und bäurisch verfah-
ren. Alle Wort und Merck sollen zwischen Eheleuten mit bemSaltz
der Höflichkeit gcsaltzen seyn/ ja das Weib/ wann sie auch einen gro-
ben Schliffes zu einen Mann hat/ solle seine Grobheit mit ihrer Be-
scheidenheit und Höfflichkeit oerblümlen.
Wer solle nicht loben und preisen jene hochverständige/wie auch
sehr wohlgcstalte Abigail/ diese hatte den Nab-alzu einem Mann/
der nicht anderst gewest als ein grober Knospus/ein Haupt-Limmel/
ein Qel-gekränckter Narr / ein Original von einen Schlägel / und
rwch darin ein wilder Wein - Schlauch und Kandel- VW/ rl>nu»
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