Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

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Gelehrte Narriri. r4I
Noch eine dritte zugenannt cle ?mZv3z hat gleich¬
falls schöne Bücher geschrieben.
KaimoncN des Böhmischen Königs Tochter zöge m
das heilige Land/begab sich in den geistlichen Stand / und har schöne
geistliche Schrifften an den Tag gegeben/ sie lebte ^0.1190.
Wem sind unbewust die Hoch- und Tieffsinnigkeit der Welt-
beruffenen Sybillen. Wie viel gelehrte OeorZianenunm gegen
Oi isnc verdienen ihre auch ihre Preißwürdigkeit? Wer will
!augnen/daß man die Tugend der Tapfferkeir dem weiblichen Ge-
schlecht auch beylegen könne! wann ihme die HeldemThattnder
^m32omnvor Augen gehalten werdend Mir dergleichen Heldin-
nen haben auch dann und wann vielTheil der Welt gepranget / und
ist diese dermassen hinauszuführen/daß ein gantzes Buch dar-
aus werden müste/wann ich alles herzu bringen wollte.
Es ist wahr / gelehrtes Frauenzimmer solle allezeit hochges
halten werden.
Hbrakam in dem Alten leliamenc gibt esgar deutlich andre
Hand / was man soll halten im Neuen lettamenc, dann als er seinen
liebsten Sohn . aufdem hohen Berg wollte GÖtt aufopffern /
hat er den Knechten befohlen biL curi) 2UNO, sie sollten
mitdemEselhmmkendesBergeswarten/undgarrecht / dann ja
die ungeschickte Esel nicht in die Höhe gehören: Was mchrWitz und
Spitz har / wo nur leer und nicht Lehr ist / wann und Stramm
beysammen ist/so bleib herunten/zu was dienet ein Ksxff in der Hö-
he/wo nicht über sich ein Spieß gehet. Spitzfindige und Gelehrte
sollen in allweg den Vorzug haben.
Es soll halt allerseits hergehen wie auffeiner Geigen / auf die-
ser werden vielerley Saiten gespannet/ grobe/subtile und mittlere/
welche aber aus diesen ist die erste / und welche die Letzte 2 Antwort:
Die subtile Saiten ist die allererste/diese gehet voran / die Grobe
gehöret auf die letzt. Mit den Sitten soll man umbgehen / wie mir
den Saiten/grobe und ungeschliffene Sitten soll man jederzeit nach-
T Z setzen/
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