Abraham
Mala Gallina, Malum Ovum, Das ist: Wie die Alten sungen, so zwitzern die Jungen: Im Zweyten Centi-Folio Hundert Ausbündiger Närrinnen Gleichfalls in Folio, Nach voriger Alapatrit-Pasteten-Art, So vieler Narren Generis Masculini, Anjetzo auch Mit artigen Confecturen, Einer gleichen Anzahl Närrinnen Generis Foeminini, Zum Nach-Tisch, Allen Ehr- und Klugheit-liebenden Frauenzimmer zur lustigen Zeit-Vertreib und wohlgemeinten Warnung In Hundert schönen Kupffern moralisch vorgestellt — Wien, 1713 [VD18 14661225]

Page: 160
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/abraham1713/0234
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Garten-Nam'n.

i6c>
schon öffters ein Unheil verursachet/ an diesem Keder hat sichauch
em edlerFisch vergafft/und sie/nach etlichen vorhergehenden freuM
lichm Ansprachen / in seinen Garten eingelassen/ mit Versprechen/
daß sie em sonderes Begnügen werd haben an den fremden Blumen-
Gewächs / an den mit allerley Früchten prangenden Bäumern/ an
den duschenden und sehr schattemreichen Spalieren re. Za er hat sich
auch gar urbierig an erdotten / den Wagen zu schicken / damit sie ihre
Füß möchte sparen zum Spatzier-Gang deß Gartens weil der Wei-
ber Vorwitz deß Zügels und Zaums nicht Wohl gewohnt/ also be-
diente sich diese der so guten Gelegenheit / den schönen Garten zu se-
hen. Wei! sie nun der Kutscher wieder bey spaten Abend nacher
Hauß geführtt/ und sie ihm ein Trinck-Geld darreicht / da wollt er
solches auf keine Weiß annehmen sondern er sagte öffters: Er heisse
Steffel. Ersollsnehmen: Steffel heiß ich. Er soll nicht när/
risch ftyn. Steffel ist mein Nam. Was seyd ihr für ein Phan-
tast? Wie ich sag: Steffel heiß ich / rc. Diese wurde öffter mit dem
Wagen in den Garren abgeWet/ der Kutscher / an Statt deß
Trmck-Gelds/ wiederholtesffms/ haßerSteffel hiesse; Endlich
fragte diese den/ ihres Äedancken nach so seltsamen GispekWarum
er allemal diese Antwort gebe ? daß er Steffel heisse ? Darum / mei,
m schöne Dama! Darum: Es wird einmal die Zeit kommen / und
erwan gar bald / da werdet ihr sagen? in Erwegung der verschertz-
ten Ehre: Mich hat wol der Teuffel in den Garten geführet/ ich
wollte/ich hatte das Ott mein Lebtag me gesehen / es hat mich wol
der Teuffel in den Garten geführet; Ich aber / sagt der Kutscher/
Ke ß Steffel/undnicht Teuffel / dann ich habe sie geführt/ und mein
Herr hat sie verführt - - - - Es ist alles wahr gewest / was der.Kutt
scher geredr hat / und wann er hätte Lateinisch verstanden / so hätte
er gcschrym : blorcu^I Lclro :
Susanna/ ein Spiegel aller Tugenden/ist allenthalben sicher
gewesen äusser im Garten. Diese Rosen haben nirgends d?e Koch-
Keser angerast/ äusser im Garren. Düftr Tauben haben nirgends
die
loading ...