Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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O. WEINREICH

asiatische Weihung 104; wir wissen, dass gerade in Klein-
asien die Heroisierung toter Familienangehöriger nicht sel-
ten ist (Rohde, Psyche 358 f.; Koerte, AM. XXV 1900, 443),
aber dass ein verstorbenes Kind von seinen Eltern heroisiert
als θεός ίδιος έπήκοος angerufen wird, steht doch vereinzelt da.
Von den aus Aegypten stammenden Beispielen ist die
Heliosgemme (54) mit der Anrufung des löwenköpfigen Son-
nengottes von Leontopolis zu nennen. Pan Epekoos in Pano-
polis (73) ist recht unsicher, ganz unsicher ist die Ergänzung
der Inschrift *109, wo επήκοος allein den erforderlichen Raum
nach ·θε]φ ύψίστω nicht füllt. Der Ausbreitung kleinasiatischer
Kulte nach dem Nilland verdanken wir die Weihungen an
die Göttermutter in Kanopos (70) und diejenige an die

Reinach, Repertoire II 20 Nr. 6; Lafaye, Histoire du culte des Divinites
d’Alexandrie 1884, 273 Nr. 27; Drexler in Roschers Lexikon II 527; Ame-
lung, Rev. archeol. 1903 II 193 Nr. 26; Weitz in Roschers Lexikon IV 382
Fig. 13; Lafaye bei Daremberg-Saglio, Dictionnaire IV 2, 1251 ; Svoronos,
Atli. Nat.-Mus. Text I 489 Fig. 232.
II. Alexandria, Sammlung Harris. Sarapisbüste (Kopf abgebrochen)
auf Fuss mit Sandale, Schlange und Delphin zur Seite. Prisse, Rev. archeol.
II 1845,752; Maury, Rev. archeol. VII 1850, 600 ff.; Panofka, Asklepios
und Asklepiaden 344; Jahn, Ber. d. Sachs. Gesellsch. d. Wissenschaften
1855, 103 A. 310; Drexler, a. a. O. 528; Reinach, Rep. II 20 Nr. 7 ; Svoronos
489 Abb. 233.
III. Alexandria. Sarapisbüste auf Fuss mit Sandale aus Marmor, hinter
dem Fuss zwei Uraeusschlangen. Reinach, Rep. II 20 Nr. 4; Botti, Catalo-
gue des Monuments d’Alexandrie 1900, 217 Nr. 184; Amelung, a. a. O. 190
Nr. 6; Lafaye, Daremberg-Saglio IV 2, 1251 ; Weitz, a. a. O. 382; Svoronos
489 Abb. 233.
IV. Alexandria. Marmorfuss mit Sandale, kopflose Sarapisbüste, zwei
Schlangen auf der Rückseite (Osiris - Isis), auf einer von ihnen sitzt der
kleine Harpokrates; Votivinschrift: Σαραπίωνι έπ’ άγαϋω. Πούβλιος Άκεί-
λιο; Ζώσιμος σΰν Αίλίω Δορυφόρφ έποίει. Offenbar Votiv für Heilung, nicht
dem göttlichen Arzt dargebracht, sondern seinem irdischen Nachfolger,
einem Arzt in Alexandrien, der Sarapion hiess. Neroutsos, Bull, de l’institut
egyptien XII 1873, 1 16; Άθήναιον III 1874, 86 Nr. 4; Schmidt, Arcli. Anzei-
ger 1896, 93 f.; Ricci bei Amelung, a. a. O. 190 A. 1; M. Bieber, AM. XXXV
1910, 8 A. 2.
V. Turin. Colossaler rechter Votivfuss; an beiden Seiten ringeln sich
Schlangen empor, die 1. mit Sarapiskopf, die r. mit Isiskopf; hinten am
Fuss auf kleiner Basis Harpokrates mit Füllhorn neben Baumstamm ste-
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