Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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A. S. ARVANITOPULLOS

Den zwischen diesen beiden Streifen liegenden Raum
nimmt die Darstellung ein, die in den oberen Teil mit
den Eroten und den unteren mit den Nymphen zerfällt. Die
Scheidung dieser beiden Darstellungen wird durch einen
kleinen Streifen oder durch einen Strich erfolgt sein, ähnlich
den Gürtelstreifen der megarischen Becher (vgl. °Αρχ. Έφημ.
1910, 86 ff.); doch ist er nicht erhalten, da diese Teile, wie
oben bemerkt, abgeschlagen sind.
Von der ersteren in ziemlich starkem Relief gebildeten
Darstellung, nimmt den Mittelpunkt ein geflügelter kleiner
Eros mit kurzen Flügeln in sanftem Fluge ein (Taf. II 1):
nackt, abgesehen von einem sehr kurzen Gewandstück zwi-
schen den Schenkeln, stützt er sein Hinterteil an einen kegel-
förmigen Felsen, wie in halbsitzender Stellung, kreuzt die
Beine zum Ausruhen und wendet den Kopf nach vorn, auf
einer Querflöte blasend. Vor ihm ist in sehr flachem Relief
auf dem Boden ein halbkugelförmiger und darunter ein
anderer selbständiger Gegenstand bemerkbar. Dies können
allerdings auch blosse Rostauswüchse sein; daher sind sie
auf Taf. III nicht angedeutet. Das Haar umgibt in einer
Flechte das Gesicht wie ein Kranz und ist sorgfältig wie-
dergegeben.
Rechts von diesem sind in ziemlicher Entfernung zwei
ähnliche kleine Eroten dargestellt, wie sie zu den
Tönen der Querflöte tanzen; sie halten sich umschlungen
nach der auch heute noch beim griechischen Volke bei gros-
sen Lustbarkeiten üblichen Weise. Jeder von ihnen legt dem
anderen eine Hand um den Hals, während er die andere, um
die ein kurzes Gewand geworfen ist, mit nach vorn geöffne-
ter Handfläche ausstreckt. Beider Haar ist sorgfältig in der
Mitte gescheitelt, und zeigt denselben kranzartigen Wulst
um die Stirn wie beim ersten Eros.
Links von dem Flötenspieler ist ein vierter kleiner
Eros im Profil nach links schreitend dargestellt. Der Leib
ruht auf dem linken Bein, das rechte ist ein wenig erhoben.
Die herabhängende Rechte hält eine wahrscheinlich metal-
lene situla (volksgriechisch τέσα genannt) zur Verteilung des
Weines (volksgriechisch κέρααμ«), ähnlich wie es auch heute
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