Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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W. DORPFELD.

I. DIE BAUWERKE

zen Länge und dazu ihre hohe Stützmauer aufgedeckt. Beide
sind auf Taf. XVI im Grundriss und auf den Tafeln XIX u.
XX in Photographien zu sehen. Auf dem letzteren Bilde ist
der unter dem südlichen Schiffe der Stoa gelegene Kel-
ler D in ganzer Länge am rechten Rande zu überblicken.
Besonders deutlich sieht man die aus der Mauer B heraus-
ragende Reihe der Consolsteine, welche die hölzerne Decke
des Kellers, den F'ussboden der Halle, einst getragen ha-
ben. In der Mitte des Bildes ist auch ein Stück des marmor-
nen Stylobates C der Nordwand der Stoa zu sehen, kennt-
lich an einem Arbeiter, der auf dem Standplatz einer der
Säulen sitzt. Die ganze Länge der Stoa beträgt im Lich-
ten 89,70, mit den Mauern 91,50 m; ihre Breite im Lichten
8,80, mit dem nördlichen Stylobat und der Südmauer 10,80m;
dazu kommen noch mindestens 4 m für die südliche von
der Stützmauer gebildete Terrasse. Die Gestalt und archi-
tektonische Ausbildung der Säulenhalle waren schon im
früheren Berichte (AM. 1910, 364) richtig beschrieben; die
neuen Ausgrabungen haben darüber nichts wesentlich Neues
ergeben. Die Stoa hatte ursprünglich äolische Trachyt-
Säulen, war aber in römischer Zeit an den beiden äusse-
ren Langseiten mit einer ionischen oder korinthischen Mar-
mor-Architektur ausgestattet worden; nur im Inneren schei-
nen die alten Trachyt-Säulen geblieben zu sein. Von der
älteren Architektur der Aussenseiten haben wir keine neuen
Stücke gefunden, von den römischen Marmor-Architraven
mit Weihinschriften kamen dagegen einige weitere Exem-
plare zum Vorschein, die unten (unter Nr. 7) von A. Ippel
veröffentlicht werden. Leider ist es noch nicht gelungen,
die verschiedenen Inschriften zu ergänzen, weil zu viele
Stücke fehlen. Es ist nur sicher, dass die einzelnen Teile
der marmornen Stoa von verschiedenen Personen gestiftet
wurden und so auch verschiedene Weihinschriften erhiel-
ten. Von den marmornen Reliefplatten, die als Schranken
zwischen den Säulen der Südwand angebracht waren, fan-
den sich einige neue Fragmente, die aber unsere Kennt-
nis dieser Reliefs nur wenig fördern.
Wir hatten die Auffindung einer Treppe erwartet, die
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