Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 37.1912

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DIE ARBEITEN ZU PERGAMON 1910-1911

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stätigt worden. Ich hatte früher diese Ansetzung zwar für
möglich, aber nicht für sicher gehalten. Jetzt sehe auch
ich die Burg Atarneus als fixiert an. Die untergegangene
Stadt Atarneus dagegen, die nach Pausanias (VII 2, 11)
dasselbe Schicksal wie Myus erlitten hatte, ist von dem bei
Strabon als Tyranneion bezeichueten Atarneus zu trennen
und mit dem zweiten Atarneus gleichzusetzen, das Strabon
als τόπος bezeichnet und am Meere gegenüber der Insel
Eläussa kennt. Ich suche diese untergegangene Stadt und
die Insel weiter östlich an dem inneren Golfe, der durch die
Anschwemmungen des Assar-Bogas zeitweise vom offenen
Meere abgesclmitten und in einen Landsee (λίμνη bei Paus,
a. a. O.) verwandelt wurde. Nur bei einer solchen Lage von
Atarneus konnten seine Bewohner durch das Steigen und
Fallen des Wassers ebenso zum Verlassen ihrer Stadt ge-
zwungen werden wie die Bewohner von Myus.
Sodann muss jetzt der Fluss Assar-Bogas dem Euenos
der Alten entsprechen; der Fluss von Ajasmatt kommt nicht
mehr in Frage. Am Euenos soll zu Strabons Zeit die Stadt
Pitane und sollen nach Plinius früher die untergegangenen
Städte Lyrnessos und Miletos gelegen haben. Das homeri-
sche Lyrnessos wird gewöhnlich in der Ebene von Adramyt-
tion gesucht, wo aber die homerische Stadt Thebe lag; es
muss weiter südlich angesetzt werden, weil das Gebiet von
Lyrnessos nach Strabon 586 zwischen dem von Thebe und
dem von Teuthrania lag und an das letztere grenzte. Ich
suche Lyrnessos jetzt auf Kaleh Agili, wo Hermeias später
seine Burg Atarneus erbaute. Am Fusse dieser Burg mün-
dete früher der Euenos in die Einfahrt zum inneren Golfe.
Über die Lage des alten Miletos wage ich keine Vermu-
tung zu äussern; es muss weiter oberhalb am Assar-Bogas
gesucht werden.
Kann aber an diesem Flusse auch die Stadt Pitane ge-
legen haben und kann von hier eine Wasserleitung nach
Adramyttion geführt worden sein, wie Strabon 614 berich-
tet? Wasser aus dieser Gegend nach Adramyttion zu leiten,
ist technisch ebensowenig unmöglich wie aus der Gegend
bei Soma oder vom Madaras-Gebirge nach Pergamon; auch
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