Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

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INSCHRIFTEN AUS MAKEDONIEN.

In den Jahresheften des österr. archäol. Instituts VI 1903,
Beiblatt 1 ff. hat mein verehrter Lehrer Herr Prof. v. Premerstein
verschiedene antike makedonische Inschriften veröffentlicht,
deren Kenntnis ihm z. T. durch den damals noch in Köprülü
(Veles) wohnenden, später in Innsbruck am 15. X. 1907 im Ruhe-
stand gestorbenen Oberingenieur der Orientbahnen Franz Jenisch
vermittelt wurde. Die im folgenden vorgelegten Inschriften,
deren Bearbeitung Herr v. Premerstein mir liebenswiirdiger
Weise iiberlassen und durch dankenswerte Anteilnahme erleichtert
hat, sind von einem ungenannten bulgarischen Tierarzt (unten
mit Bulg. abgekiirzt) aufgenommen und ebenfalls durch Jenisch
iibersandt worden. Sie stellen insofern ein epigraphisches
Kuriosum dar, als der Bulgare auf mitunter zusammengeklebten,
großen Papierbogen vom Format der jeweiligen Inschrift die
Buchstaben und Zeichen mit Bleistift am Original selbst nach-
fuhr. Trotz der Mangelhaftigkeit dieser Kopien, die nach
Meinung ihres Herstellers ‘Abklatsche’ sein sollten, und trotz
zahlreicher Lesefehler tragen sie zur Verbesserung von Ab-
schriften bei, die andere Qebildete wie J. G. v. Hahn, Denkschr.
d. kais. Akad. d. Wiss. Wien, Philos.-hist. Kl. XVI 1869, 166
und auf ihm fußend Demitsas, HMaxsöovia iv U&oig (pd'syyoidvoiq
(Athen 1896) angefertigt haben. In Anbetracht dessen, daß
einerseits die Steine selbst der Gefahr der Vernichtung in jenen
Gegenden in hohem Maße ausgesetzt sind, andererseits ein
Band der IG. mit makedonischen Inschriften in absehbarer
Zeit schwerlich erscheinen dürfte, habe ich mich auf Rat des
Herrn Hillerv. Gaertringen entschlossen, aus diesem bisher nicht
benutzten Material Verbesserungen und bemerkenswerte unedierte
Stücke mitzuteilen. Dabei habe ich bloße Lesefehler des Bulgaren
in den kritischen Anmerkungen im allgemeinen nicht verzeichnet,
besonders dort nicht, wo Hahn offenkundig das Richtige hat.
Demitsas hat alle hier behandelten Steine nichtgesehen, sondern
wiederholt nur Hahns Kopien, wobei er ab und zu richtige
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