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Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Hrsg.]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

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Weber, Leo: Kerameikos-Kulte
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https://doi.org/10.11588/diglit.29494#0159
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KERAMEIKOS - KULTE

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entschieden die zweite, die Harmodios, ihn anredend, auf die
Inseln der Seligen versetzt; die vierte fällt gegen die übrigen
entschieden ab, aus denen sie zum Teil schlecht zusammen-
gestoppelt ist (v. Wilamowitz a. a. O.). Ihr erster Vers alsl öcpcov
xUoq sööErai xar' alav verallgemeinert in unschöner Weise das
Harmodios gespendete Lob, indem er gewissermaßen die ganze
Welt zu Zeugen anruft, während die übrigen Skolien sich streng
auf den engeren attischen Bereich als die Sphäre des unver-
gänglichen Ruhms beider beschränken. Aber gerade darum ist
das letzte Skolion besonders geeignet zu erkennen, daß die
einzelnen Strophen nur Variationen desselben Themas sind;
die Versuche, sie als ein zweiteiliges Ganzes zu erweisen
(Reitzenstein a. a. O. 22f., vgl. auch v. Wilamowitz a. a. O.),
sind nicht überzeugend. Sind die Skolien, wie die Anspielungen
auf sie bei Aristophanes zeigen, in Athen so allgemein bekannt,
dann dürfte Koepp recht haben, wenn er sagt (a. a. O. 616):
so fest die Sitte des Harmodiosliedes beim Gelage war, so
vielfältig war seine Form. Auch erscheint mir iiberzeugend,
daß zu den vier Varianten der Sammlung des Athenaeus noch
eine fünfte, stark abweichende hinzukommt (Ar. vesp. 1225):

atöco ÖE JlQCÖroq ÄQttodtOV ÖCqCU ÖE öv.

ovöstq jicojiot' ävrjQ ÄÄrpatoq ys, .
denn wegen des ersten, das Zitat einleitenden Verses kann man
den zweiten nur für den Anfang eines Skolions halten (Koepp,
a. a. O. 611, 4). Daß das Lob auf die Schöpfer der attischen
Demokratie in mancherlei Weise erklang, ist sehr bemerkens-
wert; zeigt es doch, wie beliebt es war und wie früh es schon
verkündet worden ist. Auch wird es schwerlich falsche An-
nahme sein, wenn wir in den Skolien nach einer anderen Seite
hin das allmähliche Entstehen der Legende, die sich um die
Vorgänge an den Panathenäen des Jahres 514 wob, beobachten
zu können glauben. E. v. Stern ist gewiß im Recht, wenn er
gegen Belochs Ausführungen geltend macht, daß die gute antike
Überlieferung in voller Übereinstimmung Hippias, nicht Hip-
parchos, als den ältesten der Söhne und eigentlichen Nachfolger
des Peisistratos kennt (vgl. Herm. LII 1917, 354ff.). Aber die
Skolien auf Harmodios und Aristogeiton sind doch nur in be-
grenztem Umfange Zeugen dafür. Zwar ist es nicht weiter
 
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