Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

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OTTO KERN

baume oder auf einem Throne sitzende Göttin unter dem durch
Sonne, Mondsichel, Sterne und Milchstraße (?) angedeuteten
Himmel stattfindet.

Mir fällt es gewiß nicht ein, für die Göttin des Elfenbein-
reliefs oder die der beiden boiotischen Gefäße die Bezeichnung
Hekate vorzuschlagen. lch meine nur, daß man sich fragen
muß, wie das Kultbild der Allgöttin des hesiodischen Hymnos
ausgesehen haben kann. Denn es ist eine Göttin, die durch
L£Qa xala xavä vö/uov (Vs. 417) verehrt wird. Auch die fratzen-
haftesten Bilder der Götter haben bei den Griechen und vielen
anderen Völkern die frömmsten Gedanken ihrer Verehrer aus-
gelöst. Wer das kleine Elfenbeinrelief als Weihgeschenk einer
Göttin dargebracht hat, hat vor dieser mit Hesiod empfunden,
daß sie als einzige von den alten Gottheiten, deren Regiment
durch den Sieg der olympischen Religion gestürzt war, vom
Kroniden Zeus empfangen hat

xai yi-Qaq iv yai/ji xs y.ai ovQavcöi. ?]ö'h fra/AoöijL.

Halle (Saale).

Otto Kern.
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