Deutsches Archäologisches Institut / Abteilung Athen [Editor]
Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Athenische Abteilung — 50.1925

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HEDWIG KÜTHMANN-KUSEL

Charakters. Seine Datierung wird gegeben durch die ovalen,
leicht gebuckelten Knöpfe mit den reliefierten Figuren der Athena
Itonia (20, 21), die ähnlich wiederkehrt auf Münzen des 196 v. Chr.
gegründeten Thessalischen Bundes. Ihr Auftreten in verrohter
Form auf zweien der Knöpfe sowie das Erscheinen des Blitz-
biindels, des Abzeichens der makedonischen Miinzstätte Pella,
auf dem dritten (22) läßt vermuten, daß diese
Embleme von diesen Miinzbildern nicht
unbeeinflußt geblieben sind. Auf make-

donisches Vorbild
geht auch das
Muster der bei-
den runden Relief-
knöpfe zuriick, de-
ren einer acht-
strahligen Stern,
umgeben von ge-
wulstetem Rand, deren anderer
ein an den gleichfalls von Miin-
zen her wohlbekannten make-
donischen Schild erinnerndes
Muster in Granulation aufweist.
Den Stern zeigt das Miinzbild
der Stadt Uranopolis am Athos
auf ihren in und nach der Zeit
Kassanders geprägten Kupfer-
miinzen, während der make-
donische Schild noch auf den
Silbermiinzen nach 168 v. Chr.
auftritt. 1 Hiermit gewinnen wir sowohl eine zeitliche Bestim-
mung, daß diese Teile des Schmuckes erst dem Anfang des
zweiten Jahrhunderts angehören, wie auch eine örtliche, daß
sie heimisch-thessalisches Fabrikat sind. Mit diesen stilistisch
nicht sehr hoch stehenden Bestandteilen konform gehen einige
weitere Teile unseres Fundes. So vor allem die beiden Ohrringe
mit den Eroten (1, 2). Ihre in Athen befindlichen Parallelstücke

Abb. 2.

Ziernadeln aus
Taman.

1 British Mus. Cat. of Greek Coins, Macedonia S. 134, 2f. und
S. 9, 17 ff.
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