Bernoulli, Johann Jacob
Römische Ikonographie (Band 2,1): Die Bildnisse der römischen Kaiser: Das julisch-claudische Kaiserhaus — Berlin, 1886

Page: 230
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•^30 . Germanicus.

und erst auf dem Rücken gebunden ist. Mit herzförmiger Bulla am
Hals. 6 Cent. hoch1.

Als möglicherweise richtig bezeichnet aber unbedeutend er-
wähnen wir eine Paste des Musee Fol in Genf, Nr. 2943 (abg.
Mus. Fol IV. Taf. 85. 3).

In der Meinung, dass die Antoniabedeutung der Clytiabüste
bewiesen sei, werden endlich als ihr entsprechend für Antonia erklärt :

Eine antike Paste von Stanwix in Cumberland (publ. von King
im archeolog. Journal 29, 1872 p. 26) 2: Kopf en face mit reich-
gelocktem Haar, mehr noch an Antinous als an Clytia erinnernd,
wie er denn früher auch, obwohl mit Unrecht, den Namen des er-
steren trug. Nach King auf ein vorzügliches Werk der augusteischen
Zeit zurückgehend.

Der Intaglio des Gabinet des medailles Nr. 2080 (abg.
Lenormant Icon. pl. XI. l)s: Halbfigur in 3k Profil mit Füllhorn,
Kranz und Schleier. Die Behauptung Newtons, sie sei der Clytia
besonders ähnlich, ist höchst subjektiv, und wenn wahr, nur ein neuer
Grund, die Antoniabedeutung der Clytia zu bezweifeln *.

Weiteres können wir übergehen, da es keinen Zweck hat, alle
willkürlichen Benennungen zurückzuweisen.

G-ermanicus.

Germanicus war der Sohn des älteren Drusus und der Antonia,
der Neffe des Kaisers Tiberius. Sein ursprünglicher Name ist un-
bekannt, der des Germanicus gieng beim Tode seines Vaters auf ihn
über und ist ihm in der Geschichte geblieben. Er war 15 v. Chr.

1 Eckkel a publü ce eamee sons le nom d'Agrippine l'Ancienne. Notis croyons
pontoir, arec certitude, le restituer ä Antonia. Ch. Lenormant. — Derselbe (?)
Kopf mit einer edelsteingeschmückten Krone statt des Mohnkranzes auf einer
Florentiner Gemme bei Cades IV. A. 5fr. 74 (sog. Berenice).

2 Darnach verkleinert bei Hübner a. a. ü. p. 3. V.

3 Vergrössert bei Duruy Hist. des Rom. IV. p. 350; Cades I. Ol. D. Nr. 1.

4 Die gleiche Darstellung auf einem etwas kleineren Stein bei Cades
a. a. O. Nr. 2.
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