Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 39.1904

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EES

ſtrierte







n-Zeitung.

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Die junge Witwe.

Kriminalroman von Auguſte Groner.

(Fortſetung.)
36% (Nachdruck verboten.)
V enmann ließ seine Augen über all die
It r quultzcte! ecgaue letter.
une qe bitterer Jronie auf den derben,
Jau stumpfen Zügen des jungen Bauern
! „Recht habt Ihr.. sagte er. „da sieht man nicht
viel Schönes. Gleichwohl sucht man auch zuweilen
ſolche Gegenden auf. Ich bin gewiß nicht der ein-
zige, der weite Spaziergänge liebt.“
„Kommt der Herr vielleicht gar aus Brünn ?“
„Nein, ich gehe dahin.“

X. 10904.



Familie

Der Bursche schaute nach dem Stande der Sonne.
„O je! Da wird der Herr noch Schweiß vergießen,“
bemerkte er und schaute dann auf Neumanns Füße.

„Was ſucht Ihr denn an meinem Schuhwerk ?"
fragte der Detektiv belustigt...

„Ob der Herr mit einem Rad gekommen iſt,

jan! ich.!
[ Uh dieser Straße da auf einem Rad? Nun,
da bedankte ich mich schön dafür.“

t §. es kommen ſchon auch Radfahrer bei uns
vorbei."

. „Za. ja. Fere, denen kein Weg zu ſechlecht iſt,
die auch über ein Stoppelfeld fahren würden. Aber
das iſt kein Vergnügen.“

„He, Schwarzer! Dableiben!“ ſchrie in dieſem
Augenblick der Knecht den Rappen an, der um
irgend einer Ursache willen plötlich unruhig ge-
worden war und in einem etwas ſchwerfälligen
Galopp über den Acker setzte.

Er hielt auch nicht sogleich an, erſt als der



Burjſche einen ſcharfen Pfiff ausstieß, besann ſich
der Gaul und blieb stehen. Und noch einmal pfiff
der Burſche, da kehrte das brave Tier freiwillig zu
ihm zurück, wofür es ein Stück Brot bekam.

„Du dummer Rapp’!!! Was möchte denn unsere
Frau sagen, wenn du allein heimkämſst,“ sagte der
Knecht, dem Gaul auf die Stirne klopfend.

„Gehört Ihr zum Hof des Androsch?" erkundigte
ſich Neumann.

Der Bunſche nickte.

„So seid Jhr der Wenzel ?“

„Der bin ich.

„Was habt denn Ihr über den Mord in der
Eisenbahn gehört ?“

„Zch? - Nichts. Jch kümmere mich nur um
tus Sachen. Die Bahn ist mir überhaupt zu-
wider."

„So? —~ Da geht Ihr wohl immer zu Fuß?“

„Lieber ſchon, als auf der Bahn fahren. Aber
noch besser gefällt mir das Radeln “











Weihnachtsmarkt auf der Place de la République in Paris. Nach einem Gemälcle von îharcel Lebrun. (S. 218)
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