Das Buch für alle: illustrierte Blätter zur Unterhaltung und Belehrung für die Familie und Jedermann — 39.1904

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Jahrg. 1904.



Heft 15. JIllnl|trierte Familien-Zeitung.



Seborgen.

Eine Seenovelle von E. Fiſcher-7Markgraff.
(Fortſetzung.)

. (Nachclruck verboten.)
angſam, wie im Traume nahm Sophie
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Z Vaters, es ruhte auf der ſchlanken Ge-
ſtalt neben ihm und verſuchte in deren
Zügen zu leſen. Und plötzlich zog Leichenblässe über
ihr Gesicht. Ein anderes Angenpaar war dem ihren



begegnet, als sei es lebendig, mit glitzerndem, ſpöt-
tiſchem Funkeln.

Da war er wieder, der unheimliche Mensch. Dicht
bei dem anderen stand er, und das Lächeln wurde
zum Grinsen, das Gesicht verzerrte ſich, und ihr war,
als streckte ſich eine Hand nach ihr aus, immer
näher und näher kam sie und griff an ihr Herz und
umklammerte es — ein Fröſteln lief ihr über den
Rücken. Plötzlich fuhr sie empor, strich ſich über die
Stirn und blickte um sich wie ein eben Erwachender.

Was war denn das? Hatte die Mutter ſie an-
gesteckt mit ihren Phantasien?
Lachen!

Und sie wollte lächeln, aber die Lippen gehorchten
ihr nicht, ſchwer und gepreßt lag ihr das Herz in

Das war ja zum



der Bruſt. Und dann brach das so lange nieder-
gehaltene Abschiedsweh über sie herein, es über-
wältigte sie mit Macht, und ehe sie noch wußte,
wie es kam, hatte sie den Kopf in die Hände ge-
borgen und weinte bitterlich.

Am anderen Morgen war der Himirntel blau
und klar, und die Sonne ſchien mit goldig warmem
Strahl auf das Verdeck des Schiffes.

Der Wind freilich hatte immer mehr abgeflaut;
die See lag blank und ſpiegelglatt, und nur ab und
zu jagte eine leichte Briſe einen granen, krauſen
Schatten über die blane Oberfläche des Waſſers.
Die „Elise“ ward mühsam krenzend noch eine Strecke



...









Das neue Gebäude des preußiſchen Rerrenhauſes in Berlin. Nach einer Photographie von Hermann Kückwardt in Serlin-Großlichterfelde. (S. 328)
XV. 1604,
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