Blümner, Hugo ; Schorn, Otto von
Geschichte des Kunstgewerbes in Einzeldarstellungen (Band 1): Das antike Kunstgewerbe nach seinen verschiedenen Zweigen — Leipzig, 1885

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den Alten unbeknnnt gewesei: zu sein. Dazu koinincn noch einigc
teils natürliche, teils künstliche Metallmischungen, nämlich Elektron,
cine Mischung von Gold und Silber; Erz (Bronze), cine Legie-
ruug von Kupfer und Zinn, und das auch den Alten schon be-
kannte, aber auscheinend für kunstgewerbliche Fabrikate 'nicht
häufig verwandte Messtng, eine Legierung vou Kupfer und Zink.
Diejenigen Metalle, welche in kunstgewerblicher Beziehung vor-
nchmlich in Betracht kommen, sind Gold, Silber und Bronze;
die andern sind entweder überhaupt verhältnismäßig seltencr vcr-
arbeitet worden, wie reines Kupfer, Elektron, Messing, odcr
wurden mehr zu auderen gewerblichen Produkten verwandt, wie
Eisen und Blei. Es ist eine ziemlich bekannte Thatsache, daß
der Gebrauch jener erstgenannten Metalle ein entscheidendes
Merkmal der drei großen Kulturgebicte des Altertums bildet.
„Sowie das Münzsystem des Orients auf dem Gold, Griechen-
lands auf dem Silber, Jtaliens auf dem Kupfer beruht, so staud
auch die Entwickelung der Metalltechnik unter dem Einflusse des
vorhandeneu Materials."*)

Wir betrachten im solgenden zunächst die einzelnen Metalle
hiusichtlich der Bedeutung, welche sie für die Kunstindustrie erlangt
haben, um dann später im speziellen auf die technische Behand-
lung dcrselben einzugehen.

Die verarbeiteten Metallc.

1) Gold.**)

Das Gold, das edelste unter allcn Metallen, zugleich ver-
möge seincr großen Dehnbarkeit, leichten Hämmerbarkeit uud
Schmelzbarkeit auch das zur Bearbeitung gceignetste, war im
Orient von uralten Zeiten her in verhältnismäßig sehr bedeu-
tenden Quantitäten vorhandcn. Jn Ägypten erscheint das
Zeichen für Gold in den ältesten Juschriftcn; die Fabrikatiou

*) Marquardt a. a. O.

**) Vergl. Alb. Jlg, Die Goldschmiedckuust, bei Bucher, Geschichtc
der techn. Kiiuste II, 107 ff.
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