Blümner, Hugo ; Schorn, Otto von
Geschichte des Kunstgewerbes in Einzeldarstellungen (Band 1): Das antike Kunstgewerbe nach seinen verschiedenen Zweigen — Leipzig, 1885

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fassung elf birnenförmige Granaten hängen; ähnlich ist das dritte
aus zehn gefaßten ovalen Amethysten, an deren Fasfung andere
ebenfalls ovale Amethyste hängen, zufammengesetzt. Das vierte be-
fteht aus olivenförmigen blauenGlasperlen, dnrch die ein Golddraht
gezogen ist, der auf beiden Seiten einen Ring bildet und mit
diescm in den nächsten Ring eingreift; das fünfte aus vierzehn
Sapphiren auf einem Goldfaden, der sie mit den dazwischen be-
findlichen Goldplättchen verbindet: das sechstc aus 22 Goldperlen
auf eincm Faden; das siebente endlich aus kleinen Cylindern von
Korallen, Malachit und Gold in elf Doppelfäden geordnet, welche
durch zwölf Goldglieder zusammengehalten werden. — Welchen
eminenten Luxns die vornehmen römischen Damen mit Edelstein-
schmuck gctrieben habcn, geht u. a. aus der Nachricht hervor,
daß Lollia Paulina, die Gemahlin des Caligula, bei einem nicht
einmal besonders wichtigen Anlaß an Kopf, Hals, Ohren, Armcn
nnd Fingern eincn Schmuck von Smaragdcn und Perlen im
Wcrte von beinahc 9 Millionen Mark trug.

Besonderer Beliebtheit crfreuten sich auch im Altertum schou
die Perlen, namentlich sür Ohrgehänge; für schöne, große
Exemplare wurden Unsummen gezahlt, welche selbst über den
Preis der teuersten Edelsteine noch hinausgingen, und die be-
rüchtigte Perle der Kleopatra gehörte keineswegs zu den Aus-
nahmen; schenkte doch Cäsar einer vou ihm verehrten Dame eine
Perle im Preisc von über 1 300000 Mark. Seit der Erobernng
von Alexandria, durch dessen Handel die Erträge der Perlen-
fischereien im persischen Meerbusen und indischen Ozcan nach Rom
gcführt wurden, breitete sich der Perlenluxus in immer weitere
Kreise aus, so daß Pcrlcnhalsbänder von mehrrcihigen Schuüren
zur uotweudigcn Ausstattung jeder cleganten Dame gehörten.

VII. Wosaik.*)

Unter Mosaik im speziellen versteht man bckanntlich dic
Kunst, Zeichnungcn oder Gemäldc durch Zusammcusetzung von

*) Vgl. Buchers Geschichte der techn. Künste I, 83 jf., und des Verf.
Technologie dcr Griechen u. Nömcr III, 323 ff., wo anderweitige Litteratur-
angabcn zu findcn sind.
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