Braun, Joseph
Der christliche Altar in seiner geschichtlichen Entwicklung (Band 1): Arten, Bestandteile, Altargrab, Weihe, Symbolik — München, 1924

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42 Erster Abschnitt. Allgemeines

c. 4 der Synodalstatuten von Exeter des Jahres 128750; die Konstitutionen des
Bischofs Woodloke von Winchester von 1308 Tit. de sacr. alt.51; die Statuten Roberts
Grosseteste von Lincoln (ca. 1238)25; die Visitationsberichte der Kirche zu Swal-
lowcliffe in der Diözese Salisbury von 122053; die Pupilla oculi Johannes' de Burgo
(t 1386)°*; das Inventar der Kathedrale von Durham von ca. 140055; das Inventar
von St. Paul zu London von 12955*, der Westminsterabtei zu London von 138857, der
Kathedrale von York von 151053, der Kathedrale von St. Albans (ca. 1400)58, die
Sammlung von Testamenten aus der Grafschaft York (13.—15. Jahrhundert)60.

Der Name superaltare blieb bis gegen die Mitte des 16. Jahrhunderts in Ge-
brauch. Der Untergang des katholischen Gottesdienstes in England bedeutete auch
sein Ende. Die Etymologie der Benennung liegt zutage. Superaltare nannte man
das Portatile, weil man es auf den nichtkonsekrierten Altar legte, um auf diesem
die Messe zelebrieren zu können.

Die Neuzeit räumte rasch mit den vielen Namen auf, welche das Portatile
im Mittelalter geführt hatte. Es sind ganz vereinzelte Ausnahmen, wenn man bei-
spielsweise noch in den Statuten der Kölner Synode von 1662 auf die Bezeich-
nung altare viaticum91, oder in denen der Paderborner Synode von 1688 noch auf
den Ausdruck altare mobile stößt62. In Spanien hält man an der alten Benennung
ara fest, im übrigen aber heißt der Tragaltar nun allgemein altare portatile, was
um so bemerkenswerter ist, als er noch in den Rubricae generales des römischen
Missales (tit. XX) ara heißt. Insbesondere wird er auch in den zahlreichen Ent-
scheidungen der Ritenkongregation, die sich auf ihn beziehen, stets als altare porta-
tile bezeichnet. Es muß daher auffallen, wenn er im neuen Codex juris canonici
im Anschluß an die italienische Benennung pietra Sacra petra sacra genannt
wird.

ZWEITES KAPITEL

ALTARE FIXUM UND ALTARE PORTATILE
IN GEGENWART UND GESCHICHTE

I. ALTARE FIXUM UND ALTARE PORTATILE NACH HEUTIGEM

BRAUCH

Der abendländische Altar ist entweder ein altare fixum (immo-
bile) oder ein altare portatile (mobile). Die beiden Altararten unter-
scheiden sich nach dem heutigen Brauch nicht nur durch die Verschieden-

J0 H. VII, 1177. Nicht den Sinn von Tragaltar, sondern von

51 Wilkins II, 294. Retabel, wie es scheint, hat superaltare in den

" Rob. Grosseteste Epistolae (London 1861) Gesta abb. Monast. S. Albani, welche berichten,

156. unter Abt Johannes (1195—1214) habe Bruder

M Registrum vetus Salisberiense (London Wilhelm eine tabula picta ante altare B. Vir-

1883) I, 291. ginis cum superaltari caelato et cruce

s* C. VII: De his quae sunt de ornatu Sacra- superposita et pictura desuper et a la latere an-

menti (Rothomagi 1510). gefertigt. I (London 1867) 233. Ein Ciborium

55 M. 95, 360. ist wohl gemeint, wenn Johannes von Beka er-

'• Dugdale, Hist. of St. Pauls Cath. (London zählt (D. C. unter superaltare VII, 659), Bi-

1818) 315. schof Egilbod von Utrecht (10. Jahrhundert)

" Archaeologia LH (1890) 276. habe einer Kirche ein superaltare totum au-

" Monast. Anglic. VIII, 1205. reum ... de cujus cacumine lapis, ut fertur,

" Annales Monast. S. Albani II (London 1871) hostularius furtive sublatus fuit, qui nocturnis

333. temporibus totum sacrarium radiis emican-

10 SS. Test. Eborac. I (1836) 334; II (1885) 29 tibus illustrabat geschenkt.

101; III (1864) 138; IV (1869) 142; V (1884) 38 " C. 3, § 1 (Hartzheim IX, 994).

147 159-161. " Tit. 9, n. 1 (Hartzheim X, 135).
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