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zu den weitgehend ungegliederten Wandflä-
chen aus gelben Ziegeln kontrastiert. Der
1887 errichtete und wahrscheinlich von H.
Campe entworfene Bau hat zwei gleich hohe
Vollgeschosse und über einem durchlaufen-
den horizontalen Gesimsband ein etwas
niedrigeres drittes Geschoß, das an der Seite
zum Steintorwall zum Halbgeschoß redu-
ziert ist.
Zwischen 1885 und 1890 wird der zweige-
schossige, villenähnliche Eckbau auf der
Südseite der Einmündung der Leonhard-
straße entstanden sein (Steintorwall 9/Auch
dieser Bau zeigt an beiden Straßenfronten
eine fassadenmäßige Durchbildung, wobei
heute nur die Nordfront noch weitgehend
das originale Erscheinungsbild überliefert:
über einem Kellersockel ein in hellem Putz
rustiziertes Erdgeschoß mit Fugenschnitt
und Eckquaderung, darüber das in rotem
Ziegelmauerwerk farblich abgesetzte Haupt-
geschoß mit hell hervortretender Eckquade-
rung, in Renaissanceformen gerahmte Fen-

steröffnungen und ein mehrfach profiliertes
Dachgesims. Hauptakzent des unter einem
sehr flach geneigten Walmdach liegenden
Baues ist ein leicht vortretender Risalit auf
beiden Schauseiten mit dem die Fassaden-
mitte jeweils unter einem Zwerchdach mit
Dreieckgiebel zentriert wird. Auf der nach
Osten zum Umflutgraben weisenden Garten-
seite ist beiden Geschossen ein Wintergar-
tenanbau vorgesetzt.
Diesem nach Stil und Typ sehr ähnlich ist der
im Süden folgende Nachbarbau, dessen
Straßenfront durch den Umbau des Erdge-
schosses und den Durchbruch eines neuen
Einganges auf dieser Seite 1962 eine erhebli-
che Beeinträchtigung erfuhr. Der nach klassi-
zistischen Vorstellungen entworfene, mit
Putzgliederung strukturierte Bau wurde 1886
von C. Eggeling entworfen, der bei diesem
Gebäude auch als Bauherr auftrat.
Die am Ende des 19. Jh. um sich greifende
Tendenz Baugrundstücke ausschließlich un-

ter ökonomischen Gesichtspunkten zu nut-
zen, zeigt sich an Steintorwall 7A, dessen ur-
sprünglich von einem Einfamilienhaus mit
weitläufigem Garten eingenommenes
Grundstück geteilt und in den Jahren 1892
und 1893 mit zwei großen, dreigeschossigen
Wohnhäusern besetzt wurde. Der an der
Straße liegende, jüngere der beiden Bauten
ist für die Komplettierung der städtebauli-
chen Gesamtsituation an dieser Stelle von er-
heblicher Bedeutung. Auch dieser von R.
Martinius errichtete Bau setzt eine scharfe
Zäsur zwischen dem verputzten, mit horizon-
talem Fugenschnitt und Rundbogenfenstern
versehenen Erdgeschoß und den beiden zie-
gelsichtigen Obergeschossen, bei denen
sich das der Renaissance entlehnte Gliede-
rungsvokabular auf die Umgebung der Fen-
steröffnungen beschränkt.
Das südliche Ende der Denkmalgruppe am
Übergang zum Löwenwall bildet die Villa
Steintorwall 12. Es ist ein von Wollmann und
Barth 1903 errichteter zweigeschossiger

Steintorwall 1A, Villa, 1884, Architekt W. Uffmann


Steintorwall 4, Wohnhaus, um 1860/70




Steintorwall 1, Villa, um 1840, Architekt C.Th.
Ottmer

Steintorwall 1A, Detail

Steintorwall 3, Villa, 1866

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