Einstein, Carl
Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders — Berlin-Wilmersdorf, 1912

Page: 28
DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/einstein1912/0034
License: Public Domain Mark Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
Fünftes Kapitel
Um die Tische verbanden sich die Wiener
Rohrstühle zu rhythmischen Guirlanden. Die
Nase eines Trinkers konzentrierte die Kette jäh.
Die Lichter hingen klumpenweise von der Decke
und zerplatzten die Wände zu Fetzen. „So ver-
nichtet eins den anderen“, bemerkte hierzu der
jugendliche Maler Heinrich Lippenknabe.
„Ich bin darauf dressiert, überall die Negation
aufzufinden.“
„Ja, trotzdem: die Gemütlichkeit der Vernich-
tung ist das Interessanteste. Lachhaft ist die
Gespanntheit von allem. Ich bedaure, dass sich
Kunst und Philosophie die Aufgabe stellen,
dies immer Fragmentarische als ruhende Form
zu geben. In unserem Energieverbrauch muss
es Teilungsgewohnheiten geben. Die Energie
der Form verbirgt oft allzu heftige Angst vor
loading ...