Einstein, Carl
Bebuquin oder die Dilettanten des Wunders — Berlin-Wilmersdorf, 1912

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Zwölftes Kapitel.

Bebuquin trat unbemerkt in seine Wohnung. Er
kleidete sich sorgfältig um, als er gebadet hatte.
Dann ging er isoliert von den Wirrnissen in sein
katharktisches Gemach, eine kleine weissge-
tünschte Stube, inmitten ein Klubsessel.
Er setzte sich bescheiden, dann sagte er:
„O Köstlichkeit der Sünde.
Aber nicht aus infamen Gründen. Es erhebt und
stärkt. Sünde verlangt, dass ich alles, was bis
zu ihr geschah, vergesse und von vom anfange.
Die Sünde ist ein Tod, und in ihr verbrennt
meine Welt. Bisher sind so viele Bebuquins der
Hölle verfallen, und immer reiner und stärker
trotz verringerter Kräfte wirft sie mich aus.
Vielleicht sündigt man nur, um die Reinheit der
Reue zu erlangen, Erneuung durch Gemeinheit.
Jedoch der Schmerz.
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