Fliegende Blätter — 16.1852 (Nr. 361-384)

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Neue Reisen des wohlangesehenen Bürgers und Rentiers Gras ans Pirna

bei Dresden.

Von die übrigen Sehenswirdigkeiten als wie Wachsfichuren-
kabinetters, Kinder mit zwei Köbfen, Bahnohnrahmas, liebe
Anverwandten u. s. tt>., will ich gar nicht reden, weil dieses
Alles auch auf das Vogelschießen nach Pirna kommt, wo
man es vor eine Wenigkeit sehen kann.

Ich muß jedoch hierbei noch eine Merkwirdigkeit erwehnen,
welche man ebenfalls nur in Leipzig findet und welche aus
einen Bier besteht, das man Gose nennt. Woher daß dieser
Name stammt und was er bedeiten soll, dieses weis ich nicht, al-
> lein aber es muß eine sehr große Alterthiemlichkeit sein, indem
es immerfortwährend sehr sauer schmeckt. Dieses Bier sieht näm-
lich gans blasgelblicht aus, ungefähr als wie wenn es drei Tage
lang auf Lehm geregnet hat und schmeckt ziemlich ivie saure
Aebfel, indem es auch gans dieselbe Wirkung hervorbewirkt.

Wie verschieden in das menschlische Leben doch alle Geschniäcker
sind, dieses sieht man auch hieraus deitlich, zumal da allno Acht-
zehnhnndertdreizehn die Kohsacken auch am liebsten rothe Tinde
trinken thaten, da ihnen unser übrichtes Bier in Pirna nicht
stark genug war. Diese Leipziger Gose ist nun wahrscheinlich
für die Kohsacken gemacht, damit daß dieselben dennoch etwas
recht bikandes finden, wenn sie wieder einmal hierher kommen;
alleine aber in die Zwischenzeit, wo sie nicht da sind, da
trinken die Leipziger die Gose, welche sich in breitgekwetschte
Glasflaschens mit ein Birtel Höfe unten drine und ein sehr
binnen Hals oben drauf, aber ohne Stöbsel, weil sonst die
Gosenseire das Glas dnrchbeist. Es ist nun auch eine große
Kunst diese Gose so einzuschenken, daß damit keine Höfen nicht
mit hinein kommen, weil sonst daraus Leibschneiden und Kohlera
endsteht. Pfui Deisel, liebe Anverwandten u. s. w., da lobe
ich mir doch lieber ein soliedes Tebfchen Beiersches, denn
wenn dieses auch bitter schmeckt, so weis man doch warum!!

Vor einigen Tagen hat nun auch die Buchhendlermesse ihren
Anfang begonnen, welches auch sehr indrehsand ist und in die
ganse Welt nur einmal ecksiehstirt. Wenn nämlich der Haupt-
lerm von die Messe, welches Meßschwindel Heist, beseidicht ist,
so versammeln sich hier die gansen Buchhendler zusammen, weil
sie mehr Ruhigkeit brauchen, als wie die andern Kaufleite, in-
dem daß sie sich mehr mit geistlichen Arbeiten bescheftigen.

Sie kommen alle in einen großen Saal, welches man die
deutsche Buchhendlerbörsche nennt, und wo lauter einzelne
Tischchen stehn mit Schreibermarterialien. Wie ich nun mit
Fritzen hineintrat, so fiel es mir besonderlich auf, daß sie sehr

(Fortsetzung.)

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Werk/Gegenstand/Objekt

Titel

Titel/Objekt
"Neue Reisen des wohlangesehenen Bürgers und jetzt Rentiers Graf aus Pirna bei Dresden"
Weitere Titel/Paralleltitel
Serientitel Serientitel
Fliegende Blätter
Quelle des Titels
Sachbegriff/Objekttyp
Grafik

Inschrift/Wasserzeichen

Aufbewahrung/Standort

Aufbewahrungsort/Standort (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Inv. Nr./Signatur
G 5442-2 Folio RES

Objektbeschreibung

Maß-/Formatangaben

Auflage/Druckzustand

Werktitel/Werkverzeichnis

Herstellung/Entstehung

Künstler/Urheber/Hersteller (GND)
Stauber, Carl
Entstehungsort (GND)
München

Auftrag

Publikation

Fund/Ausgrabung

Provenienz

Restaurierung

Sammlung Eingang

Ausstellung

Bearbeitung/Umgestaltung

Thema/Bildinhalt

Thema/Bildinhalt (GND)
Bierkrug
Flasche
Bier <Motiv>
Bierausschank
Karikatur
Satirische Zeitschrift
Gose <Bier>
Thema/Bildinhalt (normiert)
Goseflasche <Motiv> Goseflasche <Motiv>

Literaturangabe

Rechte am Objekt

Aufnahmen/Reproduktionen

Künstler/Urheber (GND)
Universitätsbibliothek Heidelberg
Reproduktionstyp
Digitales Bild Digitales Bild
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Public Domain Mark 1.0 Public Domain Mark 1.0
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Fliegende Blätter, 16.1852, Nr. 375, S. 113 Universitätsbibliothek Heidelberg
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