Thür, Hilke; Österreichisches Archäologisches Institut [Editor]
Forschungen in Ephesos (Band 11,1): Das Hadrianstor in Ephesos — Wien, 1989

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Baubeschreibung und Rekonstruktion

Taf. 65, Abb. 131

Taf. 65

Oberseite auf. Der Stein HT 72 (Taf. 65, Abb. 131) gehört zur Westhälfte. Da ein Klam-
merloch in seiner Ostseite mit dem Klammerloch des westlichen Giebelecks HT 73 über-
einstimmt und auch die Konsolenfolge zusammenpaßt, gehören die beiden Blöcke neben-
einander. Zur Ostfläche des Giebels gehören HT 85 und HT 78 (beide Taf. 65). Da dieser
Block auch auf der Oberseite ausgehöhlt ist, dürfte er als Nachbarstein des Ostgiebelecks
ausscheiden.

Taf. 66

Taf. 66, Abb. 132

Plan 10; Taf. 66

Taf. 64,
Abb. 133-135

Taf. 64

Das simalose Horizontalgesims, das unterhalb des Giebels lag, ist durch die drei Eck-
fragmente HT 94, HT 75 und HT 131 vertreten. An Stein HT 94 (Taf. 66; Kat. S 7) haben
die Konsolen beider im Eck aufeinanderstoßenden Seiten zwei Faszien und Soffitten; im
Eckfeld hängt eine schuppenartig verzierte Halbkugel. Der Stein gehört daher auf die
Nordseite. Zwei Seiten des Steines sind gebrochen, im oberen Auflager sind ein Dübelloch
mit Gußkanal und ein Stemmloch eingearbeitet. An Stein HT 75 (Taf. 66, Abb. 132; Kat.
S 8) treffen im Eck Konsolen mit zwei Faszien und Soffitten mit Konsolen ohne Faszien
und Soffitten zusammen. Das Eckfeld ist nahezu völlig zerstört. Der Block ist 68 cm lang
und durch eine Stoßfuge begrenzt. In 60 cm Tiefe ist er gebrochen. Im oberen Auflager
sind ein Dübelloch mit Gußkanal, drei Stemmlöcher und Reste eines Klammerloches
erhalten. Die Position dieses Steines ist durch die unterschiedlichen Konsolen bestimmt:
Er lag an dem Südwesteck, d. h. östlich des offenen, durch den Bogen überspannten
Mitteljoches II a—III a. Die Blöcke HT 94 und HT 75 passen im Bruch zwar nicht an-
einander, lassen sich aber überzeugend als Auflager für den östlichen Bogenansatzstein
(HT 88) ergänzen (vgl. Plan 10). Das kleine Eckfragment HT 131 (Taf. 66; Kat. S 9) hat
gleichfalls auf einer Seite eine Konsole mit Faszien und Soffitte und auf der anderen eine
Konsole ohne diese; das Eckfeld ist leer: Das Fragment gehört somit an das Südosteck,
d. h. westlich des Mitteljoches.
Das Horizontalgesims mit Sima ist durch zwei Blöcke dokumentiert. Da beide Blöcke
auf zwei gegenüberliegenden Seiten Konsolen aufweisen, einmal mit Faszien und Soffit-
ten, einmal ohne, gehören sie zu den Gebälken, die die Außenjoche überspannten. Sie
sind 27,5 cm hoch und 97 cm tief. Der Gesimsblock HT 76 (Taf. 64, Abb. 133—135; Kat.
S 5) ist 120 cm lang erhalten. Im Osten hat er eine Stoßfuge, zu der zwei Klammerlöcher
im oberen Auflager hinführen. Da diese Klammerlöcher nicht mit denen der westlichen
Giebelecken HT 91 und HT 73 harmonieren, muß der Block die Osthälfte des das Joch I—II
überspannenden Gesimses sein. Der zweite Block HT 71 (Taf. 64; Kat. S. 6) ist lediglich in
48 cm Länge erhalten. Da seine Ost- und Westseite gebrochen und keinerlei technische
Anschlüsse erhalten sind, läßt sich seine Position über eine Zugehörigkeit in eines der bei-
den Außenjoche hinaus nicht näher bestimmen.

F Bogen.
Beschreibung und Lagebestimmung. Der kleine Bogen, der in den Giebel einschneidet,
wurde aus fünf durch die ganze Bogentiefe von 102 cm durchbindenden Keilsteinen
geformt. Die 26,5 cm hohen Archivoltenstirnen sind im Süden und Norden gleich aus-
geführt. Sie haben zwei Faszien und ein Kopfprofil aus einem Kymation und einer
Abschlußleiste. Die Bogenleibung ist mit einer Rundstabsoffitte verziert.
Zwei nahezu vollständige und ein halber Keilstein sind erhalten. Der Bogenriicken ist
Taf. 58, ausgehöhlt. Der Block HT 88 (Taf. 58, Abb. 139. 140; Kat. T 1), der östliche Bogenanfän-
39. 140 ger, js|. nur wenjg beschädigt. Seine Gesamttiefe mißt 114 cm, seine Höhe 56 cm, die
Sehne des Bogens 40,5 cm. Im unteren Auflager befinden sich zwei Dübellöcher, die
bestens mit den Dübellöchern der Gesimsfragmente HT 94 und HT 75 harmonieren. Im
oberen Auflager sind zwei Dübellöcher mit Gußkanal eingemeißelt. Im Bruch des oberen
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