Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 17.1909

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aber nicht gebrannten Lehmschicht der eigentliche Grabinhalt: die
Leiche lag mit dem Kopf gegen SSO in der Südhälfte des Hügels in
einer Steinpflasterung; davor gegen Norden: 2 Bronzearmringe; an
jedem Arm 1 Lignitring; der rechte Arm hatte einen eisernen Ring.
Ein zweiter Steinsatz umgab ein Brett; darauf 2 bronzene Fußspangen.
Endlich 16 Urnen, davon 12 wieder zusammenstellbar, Teller, Urnen,
Fußbecher etc. Geyr hält das Grab für ein Frauengrab.
4. Dann untersuchten wir den alten Weg, der im Illertal
die 2 Grabplätze, den Ebühl und Härdtle, in nordsüdlicher Richtung
verbindet.
5. Die „Bauernschanze“ nordwestlich im Wald auf dem Abhang
der Hochterrasse wurde untersucht, ohne daß — mangels von Scher-
ben — die Zeitstellung dabei sicher erkannt worden wäre.
Alle unsere Forschungen im Illertal bei Tannheim sind nun zu-
sammengefaßt in der Publikation: Max v. Geyr und Prof. Dr. GoEss-
LER, Hügelgräber im Illertal bei Tannheim. Eßlingen, Verlag Paul
Neff, 1910.
Zur Ringwallforschung.
1. Undingen OA. Reutlingen. Über die Untersuchung eines
trocken gemauerten Vierecks von durchschnittlich 80 in Seitenlänge
am „Greutenweg“ (zwischen Adamsberg und Frauenwald) berichtet
E. NÄGELE in seinen Albv.-Bl. 1909, Sp. 151 f. Das Ganze entbehrt
des Grabens und sieht durchaus unrömisch aus. 5 an der — offenbar
in die Breite verstürzten — Mauer gefundene Scherben sehen vor-
römisch aus; genauer aber lassen sie sich nicht bestimmen.
2. In derselben Zeitschrift Sp. 103 ff. erklärt MAiER-Pfullingen
die „Alt ebur g‘‘ bei Reutlingen als ehemalige Ringburg. S. 357
findet sich eine Aufnahme der ausgezeichneten vorgeschichtlichen
Ringburg A 11 h a y i 11 g e n im Lautertal.
3. Endlich spricht HERTLEIN-Heidenheim a.a. O. Sp. 223 ff. über
neue Beobachtungen und Grabungen von der gallischen Stadt
auf der Markung Grabenstetten.
4. Grabungen im Oberamt Laupheim. Von S. Wetzel, Lehrer
a. D. in Rot bei Laupheim.
Das Bedürfnis zu Grabungen für altertumswissenschaftliche
Zwecke besteht bei mir bereits seit langer Zeit. Seit vielen Jahren
ist es mir außer Zweifel, daß unsere altertümliche Verschanzung, wie
man sie zu beiden Seiten der Flüsse Rot und Iller noch zahlreich antrifft,
nur ein bescheidener Rest von der sei, wie sie in uralter Zeit überall
vorhanden gewesen sein muß. Alle unsere heutigen Schanzreste weisen
Störungen, resp. Zerstörungen durch Hochäcker auf, welche die ebenen
Flächen derselben in Angriff nahmen und Wälle und Gräben überzogen.
Solche Reste von ehemaligen Wallgräben trifft man in unseren Wal-
dungen auch außer Verband der noch intakten Schanzen noch vielfach
an als 100—200 m lange geradlinige Vertiefungen von 0,30—1,50 m
Tiefe und 4—5 m Breite und von Hochäckern flankiert. Inr Ackerfeld
findet man solche Reste noch zahlreicher besonders an Gehängen,
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