Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 17.1909

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5. Bei einer Kanalisierung zwischen „Bären“ und Rathaus er-
schienen römische Scherben, u. a. ein Kragenschüsselchen und spätere
Sigillata.
[6. io bei Erweiterung des Stadtbads in der Salzerrainstraße
gefundene Skelette samt Tierknochen stammen m. E. von einer neueren
Wasserkatastrophe, mit einer Ausnahme lagen alle Skelette unregel-
mäßig und Beigaben fehlten, (außer i Kreuzer Max Josephs von
Bayern von 1816.)] Goe.

Ein Cannstatter Terra sigillata-Gefäß des Töpfers Sabinus und eine
Rottweiler Schüssel des Sasmonos.
Von Robert Knorr.
Mit 2 Tafeln (III und IV) und I Textbild (Abb. 4).
Auf der „Altenburg“ bei Cannstatt, südlich vom israelitischen
Friedhof, sind auch im letzten Jahre ziemlich viel Reste von Terra
sigillata und andere römische Fundstücke zutage gekommen. Unter
den Sigillaten dürfte eine südgallische Schüssel des Sabinus ganz be-
sondere Beachtung verdienen, deren Abbildung und Beschreibung im
Zusammenhang mit der Beschreibung einer in Rottweil gefundenen
Schüssel des Sasmonos hier zu geben zweckmäßig erscheint, weil gerade
von diesen Gefäßen der Zeitpunkt der Herstellung ziemlich genau
feststellbar ist, und dadurch auch an anderen Orten gefundene ver-
wandte Sigillaten in ihrer Benützungsmöglichkeit als Hilfsmittel zur
Feststellung des Zeitpunkts der Entstehung römischer Bauten und
Wallanlagen vielleicht noch gesteigert werden können. Wenn es ge-
länge, in häufigeren Fällen ältere und jüngere Arbeiten des gleichen
Töpfers nachzuweisen, so würde ein solcher Einblick in die Arbeits-
weise und Tätigkeit dieser Töpfer den Wert von Sigillatascherben
als Leitfunde für die Chronologie in oft sehr nützlicher Weise er-
höhen.
Das Cannstatter Gefäß des Sabinus ist zwar in viele Stücke zer-
brochen, die erhaltenen Reste geben aber doch noch, trotzdem viele
Teile fehlen, ein zuverlässiges Bild des Stils und der Dekoration. Die
Schüssel hat die Form Dragendorff 37, aber der obere glatte Rand
steht nicht senkrecht wie sonst bei den Schüsseln dieser Form, sondern
der Rand ist, ähnlich wie bei den Schüsseln der Form Dragendorff 29,
schräg nach außen gedrückt. Die Abbildung Taf. III Fig. I und 2 gibt
eine Abbildung dieser Cannstatter Schüssel; Fig. 1 A zeigt das eigen-
tümliche Profil des oberen Randes. Man sieht, daß dieser Töpfer beim
Drehen seiner Gefäße der Form Dragendorff 37 unwillkürlich beim
Aufsetzen des glatten Randes diesen so bildete, wie er ihn von früher
zu machen gewohnt war, als er Gefäße des älteren Typus (Dragen-
dorff 29) herstellte; Gefäße der jüngeren Form (Dragendorff 37)
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