Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 17.1909

Page: 24
DOI issue: DOI issue: DOI Page: Citation link: 
https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/fundberichte_schwaben1909/0030
License: Free access  - all rights reserved Use / Order
0.5
1 cm
facsimile
24

tiefung, durch einen Erdwall gegen Süden geschützt, m) Markung
Mietingen: südlich am Dorfausgang eine Schanze; nördlich der Weiherhof.
2. Oberamt Biberach:
a) Markung Gutenzell: die Gottesackerkapelle inmitten einer
trapezförmigen Schanze mit Graben, b) Markung Niederzell: der Schloß-
berg auf einer gegen Westen vorspringenden Bergnase mit Wall und
Graben.
3. Oberamt Leutkirch:
Ergänzung früher gemachter Aufnahmen auf Markung Tann-
heim: 21 Grabhügel im Härdtle und 2 im Ebühl; abgeg. Kirche und
Schanzen beim Oyhof; Bauernschanze, nordwestlich vom Ort; alter
Weg vom Ebühl zum Härdtle.
4. Oberamt Blaubeuren:
Dämme und Gräben südlich des 2. Vorwerks am Rusenschloß,
Markung Gerhausen.

Römische Zeit.
Auenstein. Die von Paulus (Altertümer S. 44 u. sonst) festgestellte
römische Villa auf Flur Mausepeter (Flurk. NO L 15), ca. J/4 Stunde
südlich des Orts, an der Straße nach Beilstein, auf Parz. 2990 und 2991
(Bes.: H. Michelfelder) wurde im Februar von Auensteinern angegraben.
Zutage kam eine 8 m lange, von Nord nach Süd gerichtete Mauer von
52 cm Dicke, gut gefugt; die Fugen mit Mörtel verstrichen, vom
Boden aus ohne Sockelband errichtet, also Kellermauer. Am Nordende
geht nach Westen eine Mauer ab; indes ihr anderes Ende, auf höheres
Niveau gesetzt, ohne Anschluß abbricht. 3,90 m vom Südende ent-
fernt geht nach Westen eine 40 cm dicke, abgetreppte Mauer ab, eine
Wange, neben der 2 hinabführende Steinplatten liegen. Es handelt
sich um einen Keller mit gestampftem Lehmboden. Die Masse der
Funde lag westlich davon: eiserne Nägel, Hohl- und Falzziegel, 2 Reste
eines Sandsteintisches, 2 eiserne Bänder, bemalter Wandstuck; durch-
sichtiges Glas; Keramik: 5 Reste von Sigillata, Schüsseln, Dr. 37,
darunter ein verzierter Scherben in der Art des Cerialis (Altert.-S.
A 51), Rest eines späten Tellers; graue Ware mit herzförmigem Rand,
graue Teller und Urnen; graue Ware mit Vertikalstichelung; hellgraue
Ware, innen dunkelblau glasiert; gelbgraues Henkelkrügchen; Knochen
von Schaf und Schwein. Nahe liegt ein rund gemauerter Brunnen,
1879 beim Straßenbau angeschnitten, seither im Damm zwischen
Straße und Eisenbahn versteckt. Zeit der Villa: Ende des 2. Jahr-
hunderts.
Benningen. Beim Baumsatz stieß Albert Köpf in seinem Acker,
westlich der Ludwigsburger Straße, gegenüber Haus 220, in den 2
untersten Löchern gegen die Straße, auf Scherben, darunter 2 Rhein-
zaberner Bilderschüsselreste, und stark gebrannte Lößstücke, vermutlich
den Herd einer kleineren Hausanlage. — Zerstreut gefunden und von
loading ...