Gesellschaft für Vor- und Frühgeschichte in Württemberg und Hohenzollern [Editor]; Württembergischer Altertumsverein [Editor]; Württembergischer Anthropologischer Verein [Editor]; Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein [Editor]
Fundberichte aus Schwaben — 17.1909

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Julia Augusta und i des Antoninus Pius; Reste einer römischen Be-
stattung : größere und kleinere Nägel; Sigillatascherben; i nierenförmiger
Kiesel. Altert.-S. Ehingen, Katalog No. 178 f., 160. (Mitt, von Burk-
HARDT-Ehingen.)
Gomadingen. Römisches von der Alb.
Gleichzeitig mit dem interessanten Beitrag NÄGELES zur römisch-
germanischen Forschung „der Alblimes“ (Bl. des Schwäb. Alb-V. 1909,
1—4), erschienen bei Anlage einer Wasserleitung in Gomadingen eine
Reihe römischer Reste und gleichzeitig anzusetzender Spät-Ea-Tene-
Scherben im Ort und nördlich desselben. Um die Beobachtung,
Bergung und Aufnahme derselben hat sich Rechnungsrat Sibert-
Offenliausen aufs eifrigste und erfolgreichste bemüht.
I. Die Straße: Die römische Straße von Münsingen her ist,
sobald sie die Markungsgrenze Gomadingen betritt, noch kenntlich am
Flurnamen „Hochstraße“. Die alte Straße überschreitet das sumpfige
Gelände, das durch den Zusammenfluß der vom Tiefental kommenden
Gewässer und eines von Osten kommenden Baches entsteht, sich nördlich
dieser südlich der Ölmühle in die Lauter fallenden Gewässer haltend.
Die ersten römischen Scherben erschienen, noch ehe der alte Postweg
vom Auental her (bezw. Sirchingen) in die römische Straße einmündet.
Daß dieser selbst prähistorisch wichtig ist, habe ich in der Oberamts-
beschreibung Urach, S. 147, gezeigt. Der Postweg ist immer wieder
beschottert worden. Daher zeigte sich häufig über dem die römische
Straßenschicht, gelegentlich auch eine 80 cm dicke, römische Schutt-
schicht, überlagernden Humus eine neuere Schotterung. Die römische
Straße war besonders deutlich zu sehen gegenüber der Ölmühle in
6 m Breite. Die „Alblimesstraße“ deckt sich westlich Gomadingen
mit der heutigen Offenhauser Straße; wie sie durch Gomadingen den
Anschluß daran, vor allem den Lauterübergang gewann, ist bei den
Wasserleitungsgrabungen nicht klar geworden. Mir ist am wahrschein-
lichsten nordwestlich vom Ort. Aber römische Spuren sind auch im
Ort selber gefunden worden, so vor allem bei der Gomadinger Halte-
stelle (eiserne Kette und Dreizack) — hier war ein gänzlich ver-
torftes Gebiet, offenbar ein früherer Sumpf oder Hüle — und unweit
des letzten Hauses an der Straße nach Ödenwaldstetten: hier ein sicherer
Sigillatascherben in 1,50 m Tiefe und Schotterspuren. Mir scheint,
daß diese Fortsetzung des prähistorischen Wegs von Alb zur Donau
(d. h. eigentlich umgekehrt), nach Zwiefalten, auch von den Römern
benützt worden ist: gleichsam ein Verbindungspfeiler für die die Alb
überquerende Straße Laiz—Münsingen—Heidenheim—Donau mit dem
seit dem Anfang des 1. Jahrhunderts bestehenden Donaulimes.
Wo nördlich des Orts die Römerstraße aus der O—W-Richtung
in die NO—SW-Richtung übergeht, sind im „Sinnwaag“ besonders
viele Scherben gefunden worden: hier ist unter Ausnützung der lang-
sam gegen das Tal abfallenden Terrassen eine Niederlassung anzu-
nehmen , wenn man es nicht mit einem Abrutsch vom „Hasenberg“
zu tun hat. Dann fanden sich weiter südlich noch an 2 Stellen Scherben-
nester, z. T. in schwarzen Kulturschichten. Eine genauere Unter-
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