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Akademische Mitteilungen für die Studierenden der Ruprecht-Karls-Universität zu Heidelberg: Sommer-Halbjahr 1899 — Heidelberg, 1899

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Nr. 15 (5. August 1899)
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https://doi.org/10.11588/diglit.25135#0117
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Akademische Mitteildngen

FtJK DIE

8TÜDIEEENDEN DER RUPRECHT-KARLS-ÜNIYERSITÄT HEIDELBERG.

HERAUSGEGEBEN YON J. HÖKNING, ÜNIVERSITATS-BDCHDRÜOKEKEI

Feenspeecheb 119 HEIDELBERG Hauptsteasse 55 a.

Erscheint wöchentlich und wird nnentgeltlicli und frei allen Studierenden und Lehrern der Hochschule zugestellt.

Preis bei der Post — Postzeitungs-Preisliste Nr. 55 — vierteljährlich 75 Pfg. ausschliesslich Bestellgehühr.

Sommer-Halbjahr 1899. Nr. 15. Samstag, 5. August 1899.

Hochschulnachrichten.

Heidelherg, 4. August 1899.

Studentisclier Bismarck-Ausschuss. Die Summe der
bis lieute für die hiesige Bismarcksäule gezeichneten Beiträge
heträgt G375. tS Mk.

5. Sitzung des weiteren Ausschusses.

Bremeneck 24. 7. 99, 5 h. c. t.

Vorsitzender: Herr Eckstein (Allemannia).

Nichtanwesend: Karlsruhensia, Herr Staatsmann (medi-
zinische Fakultät), Herr Erb (medizinisdic Eakultät) ent-
schuldigt, Herr Anselmino und Herr Hagenburger (natur-
wissenscliaftliche Fakultät).

Der Vorsitzende eröffnet die Tagesordnung mit einer
kurzen Darstellung des Verlaufes und Ergebnisses der neuer-
dings mit dem katholischen Studentenverein „Palatia“ ge-
pflogenen Unterhandlungen und bringt folgende Resolution
zur Kenntnis, in der der engere Ausschuss seine nunmehrige
Stellungnahme in dieser Frage niedergelegt hat:

„ Auf persönlichen Wunsch Sr. Magnificenz des Herrn
Prorektor ist der engere Ausschuss in erneute Verhandlungen
mit dem katholischen Studentenverein „Palatia“ betr. dessen
Wiedereintritt in den weiteren Ausschuss eingetreten. Diese
erneuten Verhandlungen ruhen auf der Unterlage eines voll-
kommen unbedingten Wiedereintritts des genannten Vereins,
unbedingt in detn Sinne, als die Vorgänge in den Sitzungen
des letzten Semesters, welche den Austritt des Studenten-
vereins „Palatia“ veranlassten, als abgethane Sache betrachtet
und nicht einer erneuten Erörterung unterzogen werden sollen.
Der katholische Studentenverein „Palatia“ wird sich dem-
gemäss für den Fall seines Wiedereintritts auf die Abgabe
einer rein formellen Erklärung bescliränken, deren Wortlaut
dem engeren Ausschuss zur Kenntnisnahme vorlag. Auf
dieser Basis glaubt der engere Ausschuss eine Verständigung
herbeiführen und vorbehaltlich der Zustimmung des weiteren
Ausschusses deu Studentenverein „Palatia“ in der gewölin-
liehen durch Zirkular bewirkten Form zur Wiederteilnahme
an den Sitzungen auffordern zu könuen, indem er die Aus-
trittserklärung des genannten Vereins als , nicht bestehend
ansieht. Daher richtet der engere Ausschuss an den weiteren
Ausschuss das Ersuchen, unter Aufhebung des Beschlusses
vom 17. 2. 99 diese Beratungen gutzuheissen und den engeren
Ausschuss zu ermächtigen, den katholischen Studentenverein
„Palatia“ in der vorbezeichneten Form zur Wiederteilnahme
an den Sitzungen aufzufordern“.

P>Naeh einer kurzen Bemerkung des Herrn Wegener (philo-
sophische Fakultät) und einer berichtigenden Entgegnung des

Herrn Thoma (Vineta) wird diese Resolution und der damit
verbundene Antrag in namentlicher Abstimmung einstiuimig
angenommen.

Der Vorsitzende erstattet Bericht über die Gedäclitnis-
feier, zu der sich am 24. Juni die Verfreter fast aller deut-
schen Hochschulen in Friedricbsrube versammelt hatten. An-
knüpfend an den in den „Akademischen Mitteilungen“ seiner-
zeit (30. 6.) erschienenen Bericht, giebt er in kurzen Zügen
ein Bild der scblichten, eindrueksvollen Feier, zu der die un-
vergängliche Liebe der deutschen studierenden Jugend zu
dem grössten Deutschen die Veranlassung gegeben. Er schil-
dert ferner den Verlauf der am gleichen Tage stattgehabten
vertraulichen Besprechung der versammelten Vertreter, die
zu einigen Differenzen in der Auffassung der „Bismarck-
ehrung“ und der Art ihrer Verwirklichung geführt. Zwei
Fragen standen besonders im Mittelpunkt des Interesses: ein-
mal ein Antrag Greifswald, daliingehend, „aus Gesamtmitteln
der deutschen Studentenschaft nur eine Bismarcksäule, und
zwar bei Friedricbsruhe, zu errichten“, und zweitens die An-
regung, „nicht alljährlich, sondern nur in Zvvischenräumen
von fünf zu fünf Jahren eine Gedächtnisfeier der gesamten
deutschen Studentenschaft in Friedrichsruhe zu veranstalten,
oder aber alternierend nach einem bestimmten Turnus je eine
Hochschule zu beauftragen, alljährlich am 31. Juli im Namen
der dentschen Studentenschaft einen Kranz am Grabe Bis-
marcks niederznlegen“. Der Antrag Greifswald stützte sich
zum Teil auf die zu Tage getretenen pekuniären Schwierig-
keiten der Errichtung von zwei Bismarcksäulen aus GesaJnt-
mitteln der Studentenschaft, zum Teil auf die freilich irrige
Erwägung, da.ss die geplante Errichtung der zwei Säulen im
Norden und Süden als eine Trennung von Nord und Süd,
eine Scheidung nach der „Mainlinie“ angesehen werden könne.
Die erwähnte Anregung hatte ihren Urgrund in der sehr be-
gründeten Ansicht, dass eine weise Mässigung den Bestre-
bungen der Studentenschaft ungleich förderlicher sein würde,
als eine planlose Uebertreibung. — Diese beiden Fragen konn-
ten aber in Hamburg nicht zur Entscheidung gelangen, weil
die Mehrzahi der anwesenden Vertreter erklärte, nicht hin-
reichend Instruktionen zu besitzen, um ihre Stimme dahin
oder dorthin abzugeben. doch wurde eine Verständigung im
Wege schriftlicher Umfrage bei den einzelnen Hochschulen
lebhaft befürwortet. — Der Bismarck-Sonderausschuss der
Heidelberger Studentenschaft hat nun diese Fragen einenein-
gehenden Erörterung unterzogen, deren Resultat er in folgen-
dem Antrag niederlegt,: „Der weitere Ausschuss wolle den
Bismarck-Sonderausschuss ermächtigen, au den Ausschuss der
deutscben Studentenschaft die Anträge zu richten: 1. von den
durch die gesamte deutsche Studentenschaft gesammelten Bei-
trägen eine Bismarcksäule, und zwar die in den Reichslanden,
zunächst zu errichten, und späterhin, wenn thunlich, die bei
Friedrichsruhe; 2. arn 31. Juli jeden fünften Jahres eine Ge-
dächtnisfeier der gesamten Studentenschaft in Friedrichsruhe
zu begehen, oder alljährlich am geiianuten Tage alternierend
 
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